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Jungen und Waffen – eine Kombi mit Zündstoff

Krieg und Gewalt spielenBunte Feen, süße Puppen und liebliche Schmetterlinge – so sieht das typische Mädchenspielzeug aus. Rosa, Pink, Lila – das sind die bevorzugten Farben, die für Spielzeug eingesetzt werden, dessen Zielgruppe eindeutig eher die weiblichen Kinder sind. Natürlich, auch Jungen spielen gerne einmal mit Puppen, steigen voller Herzblut in kleine Rollenspiele ein und lassen Feen durch die Luft wirbeln. Dennoch, auf Jungen zugeschnittene Spielwaren haben eine ganz andere Ausstrahlung als das für Mädchen. Oder sitzen in den Regalen zwischen Feen und rosa Puppen etwa neuerdings kleine Monster? Doch, ja, ich muss mich korrigieren. Auch Monster finden immer mehr Platz in den Regalen der Mädels, doch sind sie meist eher komisch als Furcht einflößend.

Waffen und Kinder

Wir Eltern sind schockiert davon, wie in manchen Ländern der Umgang mit Waffen schon den Kleinsten ganz bewusst nahe gelegt wird. Mit stolz geschwellter Brust berichten dort Väter von den Schießkünsten unserer Kinder. Wir Deutschen sind da glücklicherweise anders. Wir sind für gewaltfreie Erziehung und lehnen Waffen eher ab. Zumindest die echten. Denn, nach wie vor flitzen zu Fasching die Cowboys durch die kostümierten Kinderreihen, Polizisten jagen im Kindergarten mit Plastikpistole schießend dem Ganoven hinterher und auch die Ritter dürfen Schwerter tragen. Krieg spielen gehört für Kinder einfach zur Entwicklung.

Vor allem Jungen ist der Umgang wichtig

Tatsächlich „brauchen“ Jungen in ihrer Entwicklung dieses Spiel viel mehr.

  • dem „männlichen“ Rollenbild nacheifern
    Nach wie vor bekommen sie in unserer Gesellschaft ein eindeutiges Rollenbild zu sehen. Nicht nur im Fernsehen, auch in der realen Welt gilt es als Mann kräftig und stark zu sein. Waffen und Superkräfte helfen Kindern sich vorzustellen, die Welt gehöre ihnen, sie könnten alles erreichen.
  • Ängste überwinden
    Über Monster und Phantasiefiguren, die vielleicht in Träumen einmal vorkommen und Angst machen, können sie in solchen Spielen bestimmen, sie können sie besiegen und sich so mit ihren Ängsten konfrontieren.
  • Energie loswerden und Emotionen kontrollieren lernen
    Gewalt und Verletzungen sind nicht das Ziel der Kinder. Kein Junge möchte seinen Freund bewusst bei Spielen mit Waffen verletzen. Spiele von Krieg und Kampf sind eine wunderbare Möglichkeit Energie abzubauen und sich auch mit Gefühlen wie Aggression oder Zorn auseinander zu setzen.

Deshalb sollten sich Eltern nicht sorgen, wenn ihre Jungen mit Spielzeug-Soldaten oder Super Helden von Lego und Playmobil spielen, die mit zahlreichen Waffen und Instrumenten ausgestattet sind.

Sorgfältig auswählen und im Gespräch bleiben

Eltern tun sich oft leichter Figuren mit Waffen zu akzeptieren, wenn sie der Realität nur wenig ähnlich sind, wie eben beispielsweise Helden der LEGO Hero Factory. Solche Figuren erinnern nicht an echte Kriege, vielmehr an die heiß geliebten Comics der Kinder. Es macht keinen Sinn Waffen und Kriegsspielzeug grundsätzlich komplett aus Kinderzimmern zu entfernen. Viel wichtiger ist es, als Eltern seinen Kindern in der Entwicklung beizustehen. Ein Verbot von jenem Spielzeug ist wie ein Verbot sich mit dem Alltag auseinander zu setzen. Denn, das tun Kinder vor allem im Spiel.



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