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Mein Kind ist Linkshänder – was nun?

Linkshänder KinderVor nicht allzu langer Zeit hatten Linkshänder mit allerlei Problemen zu kämpfen. Alltagsgegenstände für Rechtshänder, schiefe Blicke von Mitmenschen und nicht zuletzt Schwierigkeiten, die auf Umerziehungsmaßnahmen zurückzuführen waren, mussten bewältigt werden.. Mittlerweile hat man zum Glück erkannt, dass die Händigkeit angeboren ist und nichts mit Geschick und Intelligenz zu tun hat. Dennoch stehen viele Eltern vor der Frage, wie sie mit ihrem linkshändigen Kind umgehen sollen.

Manche machen buchstäblich alles „mit links“

Wer feststellt, dass sein Kleinkind immer mit der linken Hand nach interessanten Dingen greift, neigt mitunter dazu, die Benutzung der rechten Hand einzufordern. Besonders beim Grüßen bestehen Eltern darauf, dass das Kind seinem Gegenüber die „schöne Hand“ reicht. Experten raten von diesem Verhalten dringend ab – aus gutem Grund!

Ob ein Mensch Rechts- oder Linkshänder ist, wird nämlich bereits im Mutterleib festgelegt. Bei Rechtshändern befindet sich das Bewegungszentrum für die dominante Hand in der linken Gehirnhälfte, bei Linkshändern in der rechten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Händigkeit zumindest zum Teil erblich bedingt ist.

Linkshänder – bitte nicht stören!

Ab dem ersten Geburtstag stellen Kinder fest, dass sie mit einer Hand geschickter sind als mit der anderen. Spätestens zur Einschulung steht die dominante Hand dann endgültig fest. Anfangs benutzen Kleinkinder jedoch beide Hände gleich häufig. Zu diesem Zeitpunkt ist die Versuchung am größten, das Kind zu beeinflussen. Und auch das Risiko, durch aktive oder passive Umerziehung Probleme zu verursachen.

Wenn nämlich linkshändige Kinder angehalten werden, ihre rechte Hand zu benutzen, wird die frühkindliche Gehirnentwicklung massiv gestört: Während die rechte Gehirnhälfte gehemmt wird, ist die linke oftmals überfordert. Die Folgen können schwerwiegend sein: Umgeschulte Linkshänder leiden oft unter Legasthenie, können sich nur schwer konzentrieren und entwickeln im schlimmsten Fall sogar Minderwertigkeitskomplexe und Verhaltensstörungen. Sogar hochintelligente Kinder neigen dann zu schlechten schulischen Leistungen und können dem Druck nicht standhalten. In extremen Fällen, die sich zum Beispiel durch Stottern, Bettnässen und Nägel kauen bemerkbar machen, kann sogar eine sogenannte „Rückschulung“ auf die dominante linke Hand erforderlich werden.

Manche Kinder tendieren aber auch dazu, sich selbst durch Nachahmung umzuschulen. Hier sollten die Eltern behutsam eingreifen, damit sich das Kind normal entwickeln kann. Hilfreich ist zum Beispiel, das Besteck genau in der Mitte des Tellers zu platzieren.

Spiel- und Schulsachen für Linkshänder

Früher galten Linkshänder als besonders ungeschickt, was nicht weiter verwundert. Mit „normalen“ Alltagsgegenständen können sie kaum hantieren. Inzwischen haben sich aber auch die Herstellerfirmen darauf eingestellt. Im Fachhandel sind

  • Spielsachen,
  • Füllfedern,
  • Bleistiftspitzer,
  • Scheren und sogar
  • spezielle Musikinstrumente

für Linkshänder erhältlich, die sich natürlich ideal auch als Geschenk zur Einschulung anbieten. Trotz dieser Hilfen brauchen besonders linkshändige Schulkinder ein gewisses Maß an Unterstützung: So ist zum Beispiel der rechte Platz auf der Schulbank denkbar ungeeignet, da das Kind beim Schreiben immer am Sitznachbarn anstößt. Auch auf die Körperhaltung sollten Eltern achten. Linkshänder bekommen eher Rückenschmerzen, da sie beim Schreiben von links nach rechts immer etwas verkrampft sitzen. Oft reicht es aus, das Heft ein kleines Stück im Uhrzeigersinn zu drehen, um dieses Problem zu lösen.
Mit diesen kleinen Hilfsmitteln, ein bisschen seelischer Unterstützung und liebevoller Begleitung steht dem Heranwachsen zu einem glücklichen Menschen nichts mehr im Wege!   



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