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Mein Kind petzt ständig

Kinder, die petzen

„Maaaaaama, mein Bruder hat mir schon wieder
meine Schokolade weggenommen!“

Wir alle haben solche Sätze schon mal gehört. Als Kinder aus dem Mund unserer Geschwister und auch später im Erwachsenenalter, wenn die Kleinen nun genau mit diesen Worten auf uns zugerannt kommen. Doch ganz ehrlich: Petzen mag niemand! Diese Mädchen und Jungen die jeden Quatsch und jede kleine Gemeinheit sofort ihren Eltern stecken. Kinder, die sich so verhalten sind schnell unbeliebt. Wenn auch man zwischen petzen und informieren deutlich unterscheiden muss. Denn der Inhalt sagt viel aus darüber, ob man dieses Verhalten unterbinden oder fördern soll.

Der Ursprung allen Übels – warum petzen Kinder?

Wenn Kinder uns Eltern über das Verhalten anderer Kinder informieren, wollen sie vor allem wichtig sein. Sie wünschen sich die Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Viele Kinder nutzen das Petzen auch als eine Art Machtinstrument um den anderen Kindern überlegen zu sein, ganz egal ob sie sich damit beliebt machen. Sie wissen nicht, wie sie sich außer mit Gewalt wehren sollen und holen ihre Eltern so zu Hilfe. Auch das Gefühl wichtig und erwachsener zu sein treibt Kinder an bei den Eltern oder anderen zu petzen.

Kinder petzen häufig aber auch einfach, weil andere Dinge tun, die sie selbst als falsch oder gefährlich wahrnehmen. Wenn ein kleines Geschwisterchen unbeobachtet die Straße ansteuert oder gefährliche Chemikalien aus dem Schrank holt, so ist es ja durchaus wünschenswert, dies zu erfahren.

Was kann man tun, damit das Kind aufhört zu petzen?

Geduld ist hier unglaublich wichtig. Denn unmittelbar aufzustehen und unüberlegt zu reagieren sendet absolut falsche Signale. Die Situation muss erst einmal überblickt werden.

  • Petzen wenn Gefahr droht

    Wenn ein Kind zu den Eltern rennt und sie darüber informiert, dass ein anderes Kind etwas gefährliches tut, so ist dieses Verhalten absolut wünschenswert und sollte gelobt werden. Ein Kind muss wissen, dass es jederzeit und überall Hilfe holen kann, wenn Gefahr droht. Schwierig wird es dann, wenn Situationen für ein Kind bezüglich der Gefahren schwer einzuschätzen sind. Denn dann kann es sein, dass das Kind tatsächlich petzt aus Angst um jemand anderen, dessen Verhalten wir als in Ordnung einschätzen. Dann gilt es das Gespräch zu suchen und ein gesundes Maß für diese Art „petzen“ zu finden.

  • Geschwisterrivalitäten

    Häufig beobachtet man Petzen beim Streit unter Geschwistern. Hier ist Vorsicht geboten, um nicht in den Machtkampf mit hinein gezogen zu werden. Insbesondere bei Situationen, die man nicht mit eigenen Augen beobachten konnte, sollte man sich mit einem Urteil oder einer Bestrafung zurück halten. Denn schenkt man diesem Verhalten viel Aufmerksamkeit wird man schnell zum Spielball. Nicht selten wird dann ein Kind zu unrecht bestraft, weil das Geschwisterkind bei den Erzählungen maßlos übertrieben hat. So manchen Kampf müssen Kinder untereinander ausfechten.

  • Wenn das Kind Aufmerksamkeit will

    Kinder petzten besonders im Kindergartenalter unglaublich gerne. Um den netten Erzieherinnen zu gefallen nutzen sie jede Gelegenheit um falsches Verhalten anzuprangern. Das zeigt sich ebenso im eigenen Zuhause. Erzieher und Eltern sollten, wenn sie ein Kind auf diese Weise beobachten, das Kind zu einem anderen Verhalten motivieren um Aufmerksamkeit zu bekommen. Indem man dem Kind beispielsweise sagt, dass man gerne seine Geschichten hört, sofern sie sich auf das Kind selbst beziehen und nicht auf andere, zeigt man Respekt und Interesse. Das was andere Kinder tun und nicht tun ist eher uninteressant, es sei denn es betrifft gefährliche Situationen.

  • Alternativen zum Petzen aufzeigen

    Viele Kinder petzen weil sie sich nicht anders zu helfen wissen. In einem Machtkampf mit anderen Kindern haben sie das Gefühl zu verlieren und suchen die Rettung bei Eltern oder Erziehern. Dieses ständige Petzen ist dann ein Ausdruck von Unsicherheit und dem Gefühl von Unterlegenheit. Es ist wichtig diesen unsicheren Kindern Wege aufzuzeigen, wie sie mit ihren Gefühlen und den entsprechende Konfliktsituationen umgehen können ohne Hilfe bei anderen zu suchen. Sie sollten in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden um andere Möglichkeiten zur Konfliktlösung zu finden. Denn, Kinder müssen für das Leben auch lernen sich bei Problemen selbst durch zu schlagen und nicht ständig Hilfe zuholen, wenn sie nicht zwingend nötig ist.



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