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Wie wird mein Kind trocken – Checkliste

Kind beim trocken werden auf dem TöpfchenEs ist eine Herausforderung, vor der alle Eltern stehen. Und, auch wenn uns das Wechseln hunderter Windeln mit den ersten Lebensjahren der Kleinen in Fleisch und Blut übergegangen ist, irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem wir uns freuen, wenn die Kinder sich einfach selbst um ihr kleines und großes Geschäft kümmern. Und so widmen wir uns, mehr oder minder hingebungsvoll dem Töpfchentraining. Wie aber geht man dabei vor und vor allem, wann ist der ideale Zeitpunkt um das Kind beim trocken werden zu unterstützen anstatt es körperlich zu überfordern?

Wann ist der ideale Zeitpunkt um mein Kind trocken zu bekommen?

Wann sind Kinder bereit trocken zu werden?

Die Fähigkeit der meisten Kinder auf das Töpfchen zu gehen, entwickelt sich um den 18. Lebensmonat. Jedes Kind ist in seiner Entwicklung allerdings so individuell, dass man sich keinesfalls auf einen genauen Monat festlegen sollte. Wie in vielen anderen Entwicklungsschritten in der Kindheit sind außerdem die Mädchen etwas schneller dran als Jungen. Ein Grund, weshalb Kinderärzte bei Kindern eine deutlich längere Toleranzgrenze haben, bis wann Kinder trocken sein sollten. So gilt es nach wie vor als „normal“, wenn ein Junge auch kurz vor dem Schulalter noch einnässt. Dann aber, wird es auch bei den Herren der Schöpfung höchste Zeit.

Tatsächlich gibt es, wie bei vielen anderen Dingen, die Erziehung betreffen, auch hier keine starre Regel. Eltern sollten nach Ihrem Gefühl gehen und erkennen oft selbst, wie schnell die Selbständigkeit des Kindes voranschreitet, wann der ideale Zeitpunkt gekommen ist. Bleibt die Windel beispielsweise häufig für ein oder zwei Stunden trocken, erkennt man, dass der Blasenmuskel den Urin zurückhalten kann. Das alleine bedeutet allerdings noch nicht, dass das Kind ein Gefühl dafür hat, wann es zur Toilette gehen muss.

Wann sind Kinder Eltern bereit fürs Trocken werden?

Wichtig für das Töpfchentraining ist nicht nur, dass das eigene Kind bereit für diesen Schritt ist. Vielmehr sollte man sich ebenso über sich selbst Gedanken machen. Denn um mit Geduld und liebevoller Zuneigung in diesen Prozess zu starten, sollten Eltern nicht selbst gerade unter Druck stehen und viel Zeit aufbringen können. Ein anstehender Urlaub, eine lange Fahrt zu den Großeltern oder stundenlange Ausflüge kommen niemandem gelegen, wenn das Kind gerade versucht trocken zu werden. Malheure passieren und man sollte stets darauf gefasst sein, notwendige Wechselkleidung mit sich zu tragen.

Die ideale Jahreszeit

Ideal für einen Start in das Training zum Trocken werden sind die Sommermonate. Denn, Sommerkleider, Röcke und leichte Shorts sind schneller gewechselt als der Schneeanzug oder der typische Zwiebellook. Zudem kann man die Kinder auch einfach einmal ohne Windel herum laufen lassen. So haben sie die Möglichkeit überhaupt einmal zu bemerken, was ohne Windel passiert, wenn man ein kleines oder großes Geschäft verrichtet. Viele Kinder reagieren dann schon instinktiv und suchen ihre Eltern auf um Hilfe zu bekommen. Perfekt! Ab ins Training!

Langsames herantasten an das Trocken werden

Kinder scheuen sich vor Unbekanntem. Um den Ort des späteren Geschehens von Anfang an kennen zu lernen, sollte man ab und zu das Kind auch zum eigenen Toilettengang mitnehmen. Kinder lernen vor allem durch Nachahmen. Vielleicht lässt man es ab und an ein wenig Toilettenpapier abrollen oder selbst die Spülung betätigen. Schon verliert dieser hell geflieste Raum seinen Schrecken. Von Anfang an sollte anschließendes Hände waschen zum Ritual gehören und ganz nebenbei lernt das Kind den Toilettengang als etwas ganz alltägliches und natürliches kennen. Auf keinen Fall sollte jemals ein ,,du musst” angewendet werden, denn fast immer endet diese Anweisung mit Ablehnung und verursacht Scheu und Angst.

Wenn man seinem Kind beibringt, wie eine nasse Windel oder Stuhlgang heißen (jede Familie hat hier eigene Begriffe wie: „Stinker“, „A-a“ oder „Pipi“) wird es mit Glück bald mitteilen welches Geschäft es gerade machen will oder bereits hat. Diese Gelegenheit ist ideal um das Kind schnell auf ein Töpfchen oder einen WC-Aufsatz zu setzen und ihm ein erstes Erfolgserlebnis zu schenken.

Beobachten Eltern das sich das Kind in der Windel unwohl fühlt (was nicht bei allen Kindern zwangsläufig mit der Zeit der Fall ist) sollte man die Windel länger auslassen, öfter einen Toilettengang machen und immer wieder loben.

Tadel und Bestrafungen helfen keinem Kind beim Töpfchen-Training

Auf keinen Fall sollten Eltern das Kind schimpfen, wenn ein kleines Missgeschick in die Hose geht. Ruhig und besonnen sollte man die nassen Kleidungstücke ausziehen und das Kind beruhigen, schließlich denkt es möglicherweise, etwas schlimmes sei passiert. Damit wird Vertrauen gestärkt und das Selbstbewusstsein des Kindes wieder aufgebaut. Auch eine unerwartete Pause oder ein Stillstand im Training sollten Eltern akzeptieren und das Töpfchen wegräumen. Das Interesse wird im Normalfall wieder kommen und alltäglich werden wieder Fortschritte gemacht.

Die Entscheidung ein Töpfchen oder ein Toilettenaufsatz sollte auch unbedingt dem Kind überlassen sein, denn nur da wo es sich wohl fühlt, wird es in Zukunft gerne sitzen.

Checkliste – Wie wird mein Kind trocken:

  • Ausstattung besorgen
  • Entscheidung “Topf oder Aufsatz” dem Kind überlassen
  • häufig die Windeln ausziehen
  • zum eigenen Toilettengang mitnehmen
  • spielerisch auf das Töpfchen setzen
  • Toilettengang nicht erzwingen
  • immer wieder loben
  • auf dem Töpfchen Zeit lassen und nicht drängen
  • Pausen akzeptieren
  • immer ausreichend Wechselkleidung bei sich haben

Wie bei vielen Dingen, die Kinder lernen müssen, ist auch das Trocken werden ein Prozess der ganz unterschiedlich verlaufen kann. Geschwisterkinder neigen eher dazu, dem größeren Kind nachzueifern und sind häufig schneller trocken. Jedes Kind hat seinen eigenen Charakter und braucht individuell Zeit, dieses „Geschäft“ zu erlernen. Man sollte ihnen deswegen stets mit Geduld und Einfühlungsvermögen begegnen und niemals den Eindruck erwecken, man sei genervt oder enttäuscht.

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