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Durchfall bei Kindern – Ursachen, Medikamente und Hausmittel

Kind hat DurchfallEgal welche Krankheit unsere Kinder heimsucht, wir leiden mit ihnen. Nichts ist schlimmer, als das eigene Kind dabei zu sehen, wie es sich schmerzverzehrt windet, ständig übergeben muss oder fiebernd und damit häufig ungewohnt still im Bett liegt. Fieber ist eines der Symptome, das fast jede Erkrankung mit sich bringt. So wird die Gabe von Fieberzäpfchen oder die Anwendung von Hausmitteln schnell zur Routine. Andere unangenehme Symptome aber, wie beispielsweise Durchfall, bringen uns Eltern schneller aus der Fassung. Denn, anders als beim Fieber, das in harmlosen Temperaturbereichen, häufig sogar als positive Körperreaktion angesehen ist, kann Durchfall bei Kindern schnell auch gefährlich werden.

Die häufigsten Auslöser von Durchfall sind dabei meist virale oder bakterielle Infektionen des Kindes, wie sie nicht selten in Kindertageseinrichtungen durch den intensiven Kontakt beim Spielen und Essen übertragen werden können. Das kann man den Erziehern und Lehrern nicht einmal ankreiden. Auch bestimmte Medikamente, die das Kind nicht verträgt, Nahrungsmittelallergien oder schlicht Stress, kommen als Ursache für Durchfall bei Kindern in Betracht.

Mögliche Ursachen

Es gibt zahlreiche Ursachen für Durchfall bei Kindern. Meist sind Viren oder Bakterien verantwortlich für den ungewohnt flüssigen und häufig auch unkontrollierbaren Stuhlgang der Kinder.

Häufige Auslöser bei Kindern sind:

  • Rotaviren
    Besonders Kleinkinder im Wickelalter unter 3 Jahren stecken sich häufig mit den Rotaviren an, da sie sich insbesondere über den Stuhlgang verbreiten.
  • Noroviren
    Noroviren sind umgangssprachlich auch als Magen-Darm-Grippe bekannt. Sie treten fast immer auch in Verbindung mit Erbrechen auf.
  • Salmonellen
    Eine hohe Ansteckungsgefahr  besteht durch den Verzehr von rohen Eiern oder nicht völlig durchgegartem Geflügelfleisch.
  • Listerien
    Sie können in Rohmilchkäse, ungegartem Geflügelfleisch und rohen Fleischwaren wie Mett vorkommen.
  • Lebensmittelvergiftung 
    Bei unsachgemäßer Verarbeitung von Lebensmitteln können sich insbesondere durch schlechte Kühlung beispielsweise Hautbakterien schnell vermehren und zu Durchfall führen.
  • Magenreizung
    Bei übermäßigem Verzehr von saurem Obst, unverdünnten Fruchtsäften, Süßstoffen oder Alkohol
  • Nahrungsmittelallergien
    Durchfall macht sich dann (beispielsweise bei Laktoseintoleranz oder einer Glutenunverträglichkeit) als unmittelbare Folge nach dem Verzehr von bestimmten Speisen bemerkbar.

Was tun bei Durchfall?

Wichtig ist es vor allem, den durch den Durchfall bedingten Flüssigkeitsverlust beim Kind zu stoppen und kontinuierlich verlorene Flüssigkeit und Elektrolyte zu ersetzen, um eine Austrocknung (Dehydrierung) des Körpers zu vermeiden. Denn, eine solche kann tatsächlich bis zum Koma führen. Kinder sollten daher mindestens 150 ml pro kg Körpergewicht trinken. Als Getränke kommen Tees oder stilles Mineralwasser in Betracht. Um bei Erkrankungen mit zusätzlicher Übelkeit den Brechreiz zu minimieren, kann man den Kindern die Getränke auch löffelweise geben.

Hausmittel und Medikamente gegen Durchfall

Neben den Medikamenten aus der Apotheke (bewährt haben sich insbesondere Medikamente mit Hefekulturen oder Kohle-Tabletten), ist vor allem Schonkost empfehlenswert um den Magen zu entlasten.

Ernährung bei Durchfall

Als  geeignete Lebensmittel bei Durchfall haben sich bewährt:

  • trockenes Weißbrot,
  • Zwieback,
  • ohne Milch zubereiteter Kartoffelbrei,
  • gedünstete Möhren.

Von sogenannten Wundermitteln, wie beispielsweise Cola mit Salzstangen, ist bei Kindern dringend abzuraten. Leichte und fettarme Kost ist, auch wenn es sich die Kinder sicherlich anders gewünscht hätten, eher ratsam. Bei anhaltendem Durchfall kann in Absprache mit dem Kinderarzt sogar eine echte Fastenkur bei ausreichender Getränkezufuhr empfohlen werden. Milch und Milchprodukte sollten strikt gemieden werden. Hat ein Säugling Durchfall, sollte man aber dennoch nicht aufhören zu stillen, die die Muttermilch eine völlig andere Zusammensetzung hat als Kuhmilch- oder deren Produkte.

Wann mit Durchfall zum Kinderarzt?

Kinder mit Durchfall, der länger als einen Tag anhält, sollten dem Arzt vorgestellt werden. Bis zur Klärung ob Ansteckungsgefahr besteht, empfiehlt es sich, von Treffen mit anderen Kindern abzusehen.

Auf Symptome wie Schläfrigkeit, trockener Mund, hohes Fieber und gleichzeitiges Erbrechen, sollte ganz besonders geachtet werden, weil diese Anzeichen für eine Austrocknung sein können.

Während der Zeit des Durchfalles benötigen Kinder natürlich ganz viel Aufmerksamkeit und Fürsorge. Zudem sollten ruhig auch die Hautpartien am Po mit Creme oder Puder behandelt werden, um insbesondere bei Wickelkindern ein Wundwerden zu vermeiden.



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Kommentare

Andreas 25. Dezember 2016 um 22:17

150 ml pro kg Körpergewicht….. das ist bei meinem 9 Jährigen 35 x 150 ml = 5,25 Liter. Ja, genau. 😉

Antworten

Lisa 27. Dezember 2016 um 22:17

Hallo Andreas,
aber einem gewissen Alter kann man diese Formel sicherlich nicht mehr anwenden 🙂 Ich denke 2-3 Liter am Tag sind da doch Obergrenze 😉

Antworten

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