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Einnässen bei Schulkindern

Wenn Schulkinder einnässenDas Töpfchentraining kostet uns Eltern in den ersten Lebensjahren manchmal ganz schön nerven. Nicht immer klappt der Gang aufs Töpfchen so einfach, mit der Zeit und vor allem mit viel Geduld werden Kinder aber am Ende doch immer trocken. Gerade die Jungs lassen sich gerne etwas Zeit, weshalb Kinderärzte heutzutage auch Ausnahmen, die die Windel bis zum Schulalter tragen als normal erklären. Tatsächlich gibt es kaum Kinder die mit 5 Jahren noch nicht trocken sind. Umso verdutzter sind die Eltern, wenn ihr Kind mit 6 Jahren noch immer nicht trocken ist oder es in der Schule plötzlich einen Rückschritt gibt. Denn, wenn ein Schulkind wieder einnässt, machen sich Eltern meist große Sorgen. Selten passiert das während des Tages, häufiger ist das nächtliche Einnässen. Schnell stellt sich die Frage: „woran liegt das und wie geht man damit um?“.

Der Gang zum Kinderarzt

Wenn das Einnässen bei Schulkindern kein sehr einmaliges Malheur ist, sollte es mit einem Kinderarzt abgeklärt werden. Der Ursache dafür kann vielfältig sein, weshalb die unterschiedlichsten Möglichkeiten in Betracht gezogen werden müssen. Es kann dafür psychische Gründe geben oder das Einnässen ist ein Zeichen für eine körperliche Erkrankung wie Epilepsie. Sind Kinder im Schulalter noch nicht trocken, kann eine Fehlbildung der Harnwege der Grund sein. Manchmal liegt ein verspäteter Reifeprozess vor oder der Arzt diagnostiziert ADS. Handelt es sich bei regelmäßigen Einnässen um körperliche Ursachen, kann gezielte und erfolgversprechende Hilfe erfolgen.

Eine Stütze sein

Wenn es keinen physischen Grund für das Einnässen gibt, ist stets das Gespräch mit den Eltern wichtig. Vater und Mutter sollten den Austausch mit dem Kind suchen und über eventuelle Probleme reden. Kinderseelen sind sehr empfindlich und so kann ein einfacher Streit unter Freunden oder der psychische Stress durch Veränderungen wie ein Schulwechsel beispielsweise dazu führen, dass Kinder mit Einnässen reagieren. Gemeinsam mit dem Kind gilt es dann eine Lösung zu finden. Nie darf das Kind vor Geschwistern oder anderen Personen für dieses Verhalten ausgelacht werden. Einem Schulkind ist es ohnehin schon unglaublich peinlich. Das Androhen von Strafe sowie ein Verbot am Abend zu Trinken sind ebenfalls kontraproduktiv. Denn, so wird nur ein übermäßiger Druck erzeugt. Eltern sollten daher als mentale Stütze agieren und das Kind in die Arme nehmen. Lob und Zuversicht können dem Sprössling bei der Überwindung des Bettnässens helfen.

Hilfe durch die Klingelmatte

Ein praktisches Hilfsmittel wenn Kinder im Schulalter noch einnässen, ist die sogenannte Klingelmatte. Wenn der behandelnde Kinderarzt diese für sinnvoll erachtet, wird er sie dem Sprössling verschreiben. Die Funktionsweise der Matte ist einfach:

  • Die Klingelmatte wird unmittelbar auf das Bettlaken gelegt. Der Sender des Hilfsmittels wird außerhalb der Reichweite des Kindes hingelegt, damit es zum Aufstehen gezwungen wird.
  • Vor dem Schlafengehen aktiviert das Schulkind die Klingelmatte und geht auf Toilette. Nur mit der Unterhose bekleidet, wird sich anschließend auf die Matte gelegt.
  • Wenn ein Tropfen Urin die Matte berührt, wird ein Alarm ausgelöst. Um diesen auszuschalten, muss das Kind aufstehen, den Alarm ausschalten und auf Toilette gehen. Die Matte wird mit einem feuchten Tuch gereinigt und gegen eine saubere, neue Matte ausgetauscht. Aus diesem Grund werden den Eltern stets zwei Klingelmatten ausgehändigt.
  • Vor dem nächsten Einschlafen wird der Alarm wieder aktiviert.

Natürlich ist Einnässen für Kinder im Schulalter sehr unangenehm. Sie empfinden ein starkes Schamgefühl, finden jedoch selber keinen Ausweg. Wichtig ist deshalb eben, dass Eltern Verständnis aufbringen. Das sie dem Kind zeigen, dass es keine Schande ist wie sein Körper oder seine Psyche auf ein Problem reagiert, sondern das es wichtig ist einen gemeinsamen Weg zu finden dieses Problem zu lösen. Mit viel Liebe, Zeit und Fürsorge gehört das Einnässen schon bald der Vergangenheit an und die Kinder können entspannt die ersten Male bei Freunden übernachten oder eigene Pyjama-Parties feiern.



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