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Ohren anlegen bei Kindern

Operation von SegelohrenWas im Kleinkindalter noch süß und putzig aussieht, kann sich vor allem im Schulkindalter zu einem wirklichen Problem entwickeln: abstehende Ohren. Von abstehenden Ohren oder auch Segelohren wird medizinisch gesprochen, wenn die Ohrmuscheln in einem Winkel von mehr als 30 Grad zum Kopf stehen bzw. der Abstand zwischen Rand der Ohrmuschel und dem Kopf mehr als zwei Zentimeter beträgt. Viele Eltern machen sich schon frühzeitig Gedanken darüber, ob diese anatomische Gegebenheit später einmal Probleme hervorrufen kann und wann der beste Zeitpunkt für eine Operation gekommen ist.

Wie kann man Segelohren anlegen?

Ohren anlegen durch eine OP

Die Operation zum Anlegen der Ohren wird im Kindesalter von den Krankenkassen meist bezahlt. Zwar handelt es sich natürlich im eigentlichen Sinne nicht um ein Krankheitsbild, sondern um eine anatomische Gegebenheit, die keinerlei Auswirkung auf das Hörvermögen hat. Durch späteres Mobbing aber und durch Hänseleien kann diese Laune der Natur allerdings zu einem krankhaften Problem für die Psyche werden, sodass eine Operation häufig durchaus ratsam ist.

Die besten Voraussetzungen für eine Operation sind im Alter von fünf bis sechs Jahren gegeben. Der Ohrknorpel wächst nicht mehr, ist jedoch noch weich genug, um seine Form durch einen Eingriff zu verändern.

Der Eingriff besteht meist aus einer Mischung von Naht-Techniken und Schnitt-Techniken, bei der der Ohrknorpel erst etwas ausgedünnt und weich gemacht wird. Anschließend werden Seidenfäden durch den Ohrknorpel gezogen und so verknotet, dass die Ohrmuschel zum Kopf hingezogen wird. Das Anlegen der Ohren bei Kindern wird fast immer ambulant durchgeführt, sodass das Kind noch am gleichen Tag mit nach Hause darf. Auch Schmerzmittel sind glücklicherweise nur selten nötig. In den ersten Tagen nach der Operation sollte ein Stirnband getragen werden.

Alternative Methoden

Viele Eltern sind von einer richtigen Operation zunächst abgeschreckt, da jeder Eingriff natürlich mit einer Belastung einhergeht und immer auch das Narkoserisiko gegeben ist. Zwar ist für das Anlegen der Ohren bei einer OP eigentlich keine Vollnarkose nötig, da Kinder unter örtlicher Betäubung aber einfach zu unruhig sind, kommt man nicht um den Tiefschlaf herum. Alternative Methoden sind somit zunächst bei Eltern erst einmal willkommen und werden eifrig ausprobiert

  • Ohren manuell anlegen
    So wird versucht, die Ohren von Kindern anzulegen, indem sie im Säuglingsalter ständig eine Mütze oder ein Stirnband tragen. Das bringt zunächst eine optische Verbesserung, wird sich aber mit den kommenden Lebensjahren nicht wirklich verbessern.
  • Anlegen durch künstliche Wunden hinter dem Ohr
    In der DDR wurden Ohren angelegt, indem auf der Rückseite der Ohrmuscheln eine Wunde erzeugt wurde, die dann mit dem Kopf fest vernäht wurde. Auf den ersten Blick hat diese Methode gut funktioniert, jedoch hatten spätere Brillenträger das Problem, dass die Bügel von ihren Ohren nicht mehr gehalten werden konnten.

Tatsächlich gibt es leider ohne kosmetischem Eingriff nach wie vor keine Möglichkeit die Ohren dauerhaft anzulegen.

Ein gesundes Selbstbewusstsein

Egal ob eine Operation in der Zukunft geplant ist oder ob die Eltern dafür plädieren, dass das Kind lernt sich zu akzeptieren, wie es geboren wurde. Jedem Kind sollte nahe gebracht werden, dass es schön ist, egal mit welcher Haarfarbe, welcher Nasenform oder Größe es geboren ist.

Es sollte lernen, dass der Mensch nicht durch seine Optik ist was er ist, sondern, dass jede als Makel empfundene Laune der Natur unwichtig ist, wenn der Mensch mit seinem Charakter und seinem Wesen strahlt.

 

Auch wenn eine Operation ansteht sollten Eltern ihrem Kind in der Zeit zuvor beistehen. Denn, von der ersten Hänselei bis zur Operation kann einige Zeit vergehen, die gehänselten Kindern qualvoll lange vorkommen kann. Emotionale Unterstützung ist in dieser Zeit sehr wichtig. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es auch so schön ist, wie es ist und dass eine Operation lediglich weiterhin zu seinem Wohlbefinden beitragen soll. Auch die Aufklärung im Kindergarten oder in der Schule kann dabei helfen, hänselnden Kindern klarzumachen, dass abstehende Ohren nicht schlimm oder krankhaft sind, sondern ein einfaches Merkmal, wie die Farbe von Haaren oder Augen.



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