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Phimose (Vorhautverengung) – Symptome und Behandlung

VorhautverengungAls Eltern befassen wir uns mit allen möglichen, typischen Kinderkrankheiten. Neben Masern, Windpocken oder Mumps, gegen die heute in den meisten Fällen eine gewisse Immunität durch Impfungen besteht, gibt es aber auch zahlreiche andere Krankheiten, die bei Kindern scheinbar immer wieder vorkommen und lange keine Seltenheit mehr sind. Anders aber als bei Kinderkrankheiten lässt sich diesen Erkrankungen nicht wirklich vorbeugen, weshalb sie mittlerweile zum Alltag in den Praxen der Kinderärzte gehören. So beispielsweise auch die sogenannte Phimose – die Vorhautverengung. Hierbei lässt sich die Vorhaut nicht ganz zurückschieben. Das kann neben Schwierigkeiten und Schmerzen beim Gang auf die Toilette auch später als Erwachsener beim Geschlechtsverkehr Probleme bereiten.

Bei Neugeborenen und Kleinkindern normal

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Entwicklungsbedingt ist die Vorhaut vor allem im Säuglingsalter noch mit der Eichel verklebt, sie kann also gar nicht zurückgezogen werden. Es wird dabei von einer physiologischen Phimose gesprochen. Wer hier versucht die Vorhaut mit Gewalt zurückzuziehen riskiert empfindliche Verletzungen. Dennoch sollte man zwischen verklebt und völlig verschlossen unterscheiden. Eine verschlossene Vorhaut liegt allerdings nur dann vor, wenn sich der Zustand auch mit speziellen Salben bzw. Cremes nicht bessert. Eine Operation im Säuglingsalter ist jedoch nur selten notwendig.

Wann die Behandlung einer Phimose notwendig wird

Laut Statistiken lässt sich nur bei rund 20 Prozent der Jungen im Alter von sechs Monaten und bei 50 Prozent der Einjährigen die Vorhaut komplett zurückschieben. Während des Heranwachsens sollte zwar immer wieder vorsichtig versucht werden die Vorhaut zu mobilisieren, doch auf keinen Fall zu viel Kraft angewandt werden. Von einer krankhaften Verengung sollte man erst ausgehen, wenn sich die Vorhaut im Alter von rund fünf Jahren immer noch nicht vollständig zurückschieben lässt. Erst dann sollte eine operative Korrektur in Betracht gezogen werden.

Die Folgen einer Phimose

Eine krankhafte Verengung der Vorhaut kann jedoch schnell zu echten Problemen führen. Da man Kinder, die von einer Phimose betroffen auch nicht gründlich waschen kann, kommt es häufiger zu Entzündungen. Auch der Harnstrahl ist meist sehr dünn oder wird abgelenkt – es kann sogar so weit kommen, dass sich die Vorhaut während des Wasserlassens aufbläht. Es kann auch passieren, dass sich die Vorhaut nach einem gewaltsamen Zurückziehen nicht mehr zurück vor dem Eichelkranz schieben lässt. Hier spricht man von einem spanischen Kragen. Das Fatale: Die Eichel wird dann nur noch unzureichend durchblutet und es kann sogar zum Absterben von Gewebe kommen.

Behandlung einer Phimose

Operation

Wie bereits erwähnt wird bei einer wirklich krankhaften Vorhautverengung zur operativen Methode gegriffen und die Vorhaut entfernt – umgangssprachlich wird dieser Vorgang auch als Beschneidung bezeichnet.

Behandlung mit Salben

Es gibt jedoch auch nichtoperative Methoden: So gibt es die Möglichkeit die Phimose mit Kortisonsalben zu behandeln. Diese verspricht vor allem bei einer nicht allzu ausgeprägten Phimose Erfolg. Hierbei wird die Salbe auf die Spitze des Penis aufgetragen. Anschließend wird die Vorhaut durch immer wiederkehrendes, vorsichtiges Zurückschieben langsam gedehnt.

Ob eine Phimose letztendlich operiert werden muss oder nicht sollte immer genau mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Da eine Operation jedoch immer gewisse Risiken birgt, die das Leben des Kindes womöglich nachteilig beeinflussen, sollte jedoch – wenn möglich – immer die nichtoperative Variante zuerst versucht werden.



Kommentare

Yolanda 25. August 2018 um 22:17

Thema vollständige Retrahierbarkeit des Präputium, Alter des Zurückziehenkönnens der Vorhaut: Von menschlicher Natur aus und bei bester Gesundheit erst mit 10,4 (zehn Komma vier!) Jahren und auch dann kann das erst jeder zweite Junge (Jakob Øster (1968); Hiroyuki Kayaba et al. (1996), Thorvaldsen and Meyhoff (2005)).

Kein Junge im Grundschulalter braucht eine zurückziehbare Vorhaut. Für etliche Jungen dauert es bis zum Abschluss der Pubertät, ehe die Vorhaut vollständig zurückgezogen werden kann.

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