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Wachstumsschmerzen bei Kindern

Wachstumsschmerzen bei KindernKurz nach dem Einschlafen oder gerne mitten in der Nacht weckt uns unsere Tochter mit einem lauten Aufschrei. „Ich halt das nicht mehr aus Mama!“ „Meine Beine tun so weh!“ Sie hat Schmerzen in den Beinen (manchmal auch im Arm), die scheinbar im Schlaf begonnen haben. Leider ist die Maus kein Kind, dass sich von uns, seinen Eltern, bei Schmerzen gerne in den Arm nehmen lässt. Stattdessen schickt sie mich weinend von der Bettkante und möchte einfach nur allein gelassen werden. 2 Minuten lang, dann nimmt sie meine offenen Arme doch noch an und lässt sich von Mama trösten. „Beine massieren…“ kommt dann leise schluchzend aus ihrem Mund. Sie kennt das bereits. Weder ist sie gestürzt, noch hat sie sich anderweitig verletzt. 

Wie viele andere Kinder zwischen 3 und 16 Jahren leidet sie häufig unter den sogenannten Wachstumsschmerzen.

Was sind Wachstumsschmerzen?

Wachstumsschmerzen sind im Grunde all jene Schmerzen, die nicht auf eine Erkrankung oder Verletzung an den betroffenen Gliedmaßen (Knie, Beine bzw. Unterschenkel, sowie die Arme) zurück zu führen sind. Die Diagnose erfolgt im Grunde im Ausschlussverfahren. Nach dem Abklären aller anderen Optionen, bleibt lediglich diese Erscheinung übrig. Tatsächlich hat man bisher nicht wirklich klären können, woher Wachstumsschmerzen wirklich rühren. Weil sie aber ausschließlich vom Kleinkindalter (auch so manches Baby kann von Schmerzen durch ein schnelles Wachstum geplagt sein) an bis hin zur Pubertät auftreten scheint es sich fast sicher um eine Begleiterscheinung der Zeit in der wir wachsen zu sein. Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Gründe, von denen Mediziner ausgehen.

Mögliche Ursachen für Wachstumsschmerzen bei Kindern

  • Wachstumsschübe der Kinder
    Am Abend oder in der Nacht leiden die Kleinen unter einem enorm starken Wachstumsschub von ca. 0,2 mm pro Stunde. Diese starke Dehnung der Sehnen und Bänder führen zu den Wachstumsschmerzen.
  • Überanstrengung
    Die andere Variante gibt der unreifen Muskulatur die Schuld, die durch starke Beanspruchung über den Tag, am Abend häufig schmerzen kann. Diese Schmerzen können leicht ausfallen, Kinder aber auch enorm belasten.

Wie erkennt man Wachstumsschmerzen?

Wie erwähnt, kann man Wachstumsschmerzen ärztlich nicht diagnostizieren und somit nur erkennen, wenn man als Familie sein Kind gut beobachtet und andere Erkrankungen oder Verletzungen (Blutergüsse, Schwellungen oder Ausschlag) ausschließen kann. Die folgende Checkliste gibt grobe Anhaltspunkte, wann das Kind vermutlich gerade unter Wachstumsschmerzen leidet.

  • Die Schmerzen treten vor allem nachmittags, abends oder nachts auf und sind am Folgetag völlig vergessen
  • Kinder, die sich bereits gut ausdrücken können, sprechen von stechenden oder brennenden Schmerzen
  • Die Schmerzen dauern wenige Minuten oder aber ein paar Stunden an und verschwinden dann urplötzlich
  • Häufig treten Wachstumsschmerzen in einem Rhythmus von einem halben Jahr auf
  • Die betroffenen Stellen können immer wieder wechseln (beispielsweise von links nach rechts wandern) und sind häufig vom Kind nicht direkt zu definieren.
  • Gerne treten Wachstumsschmerzen in Folge von (nicht während) Sport oder viel Bewegung auf.
  • Das Kind hat kein Fieber und kann sich normal bewegen

Was hilft Kindern bei Wachstumsschmerzen?

Vom Schmerz ablenken

Als Erstes gilt es dem Kind gegenüber mit viel Verständnis aufzutreten. Uns Eltern ist es häufig etwas suspekt, wenn das Kind aus einem scheinbar nicht vorhandenem Grund weint. Vielen hilft es schon in den Arm genommen zu werden oder gemeinsam eine Kuschelrunde auf der Couch einzulegen. Denn die Zuwendung allein kann oftmals schon Ablenkung genug sein.

Viel Wärme

Das erwärmen der schmerzenden Arme oder Beine durch eine Wärmflasche oder ein warmes Bad lindern Wachstumsschmerzen besonders gut.

Massagen

Indem man Arme und Beine mit Salben (äußerlich angewandte Schüssler-Salze, Arnika oder Johanniskraut) massiert wird die Durchblutung angeregt. Das und allein die Massage an sich unterstützen die Schmerzlinderung.

Medikamente

Bei sehr starken Schmerzen kann man unter ärztlicher Rücksprache auch schmerzlindernde Medikamente wie Paracetamol oder Nurofen behandeln.

Homöopathie bei Wachstumsschmerzen

Möchte man Wachstumsschmerzen bei Kindern homöopathisch behandeln, so sollte man zu Globuli greifen, die vor allem auf Calcium basieren (beispielsweise Calcium hypophosphoricum oder Calcium phosphoricum) aber auch Acidum phosphoricum kann helfen.

Wie verhindert man Wachstumsschmerzen?

Wir haben festgestellt, dass unsere Tochter vor allem nach aktiven Tagen (besonders nach langen Ausflügen zu Fuß oder einem Spiel-Nachmittag an der frischen Luft) unter starken Wadenschmerzen leidet. Tatsächlich lässt sich diesem Art Schmerz nicht wirklich zuverlässig vorbeugen, da nach wie vor kein 100 % iger Auslöser für den Schmerz festgestellt wurde. Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Mineralstoffen (vor allem Magnesium, das für Kinder in der Apotheke auch niedrigdosiert erhältlich ist) kann die Schmerzen etwas geringer halten. Auch das Aufwärmen vor dem Sport und anschließende Dehnübungen verringern de Wahrscheinlichkeit im späteren Tagesverlauf Wachstumsschmerzen zu bekommen.

 

Bei jeglichen Unsicherheiten bezüglich einer Diagnose oder dauerhaften Schmerzen über einen längeren Zeitraum, gilt es unbedingt Rücksprache mit einem Arzt zu halten!



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Kommentare

Devi Zimmermann 30. September 2016 um 22:17

Danke Lisa für diese Beitrag, es hat mir viel geholfen

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