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Zähneknirschen bei Kindern (Bruxismus)

Was hilft gegen Zähneknirschen bei Kindern?Aaargh! Dieses fiese Geräusch erinnert ein wenig an das Kratzen der Schulkreide auf der Tafel. Da stellt es einem die Nackenhaare auf und jeglicher Nerv gerät in Hochspannung. So manches Kind macht das ganz bewusst, andere hingegen nur im Schlaf: Zähneknirschen – auch Bruxismus genannt. Wenn Kinder tagsüber mit den Zähnen knirschen könnte man aus der Haut fahren. Nicht nur, weil das Aufeinanderreiben der Zähne bei uns Eltern zur sofortigen Gänsehaut führt, sondern auch, weil wir uns um die Zahngesundheit sorgen machen. Die Zähne und das Kiefergelenk werden nämlich dabei ganz schön belastet, ganz zu schweigen von den verkrampften Gesichtsmuskeln. Muss das denn sein? Kann man das Zähneknirschen bei Kindern nicht irgendwie abgewöhnen?

Woher rührt das Zähneknirschen bei Kindern?

Man sollte einmal Erwachsene beobachten, die dieses Verhalten nach wie vor beibehalten haben. Dabei fällt eines auf: Oft handelt es sich dabei um Personen, die sich wortwörtlich in Dinge verbeißen und nicht locker lassen, bis ein Problem gelöst ist. Ihr Stress, Leistungsdruck und ihre Ängste äußern sich in körperlichen Verspannungen, besonders im Bereich des Gesichts. Wo andere an den Fingernägeln kauen oder an der Nagelhaut zupfen, nervös auf und ab laufen oder kleinere Ticks ausleben, wird hier die innere Anspannung eben durch das Zähneknirschen sichtbar hörbar. Viele dieser Angewohnheiten liesen sich aber schon im Kindesalter vermeiden.

Denn, das Zähneknirschen bei Kindern hat verschiedene Ursachen, bei denen manche durchaus Gefahr laufen, sich langfristig als Angewohnheit festzusetzen:

Ursachen

  • Ausprobieren
    Ist die Ursache für das Zähneknirschen bei den Kindern reine Neugier, so brauchen sich Eltern keine Sorgen machen. Die Kleinen erforschen ihr gerade erworbenes Gebiss. So lässt sich das Zähneknirschen bei Kindern durchaus auch ein wenig der oralen Phase zuschreiben, die auch Babys ausgiebig erleben, bei der sämtliche Gegenstände mit dem Mund untersucht werden. Das Reiben der Zahnflächen bringt fremde Geräusche und Gefühle hervor, die es zu Erkunden gilt. Üblicherweise ist das Zähneknirschen nur von kurzer Dauer.
  • Fehlstellungen
    In eher seltenen Fällen können Kieferfehlstellungen verantwortlich dafür sein, wenn Kinder mit den Zähnen knirschen. Ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde kann das feststellen und ggf. beispielsweise mit einer Zahnspange beheben.
  • Provokation / Aufmerksamkeit
    Kinder buhlen auf die verschiedensten Weisen um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Ein besonders einfacher Trick diese möglichst schnell auf sich zu lenken, ist Dinge zu tun, die den Eltern missfallen. Folgt also auf das Zähneknirschen sofort ein Tadel oder eben auch nur eine körperliche Reaktion der Eltern (wie das Zuhalten der Ohren, oder ein Schulterschütteln aufgrund des unangenehmen Geräusches), so hat das Kind seinen Willen erreicht. Schenkt man also dem Zähneknirschen schon zu Beginn besonders viel Aufmerksamkeit, kann man das Zähneknirschen bei Kindern verstärken, anstatt es zu unterbinden.
  • Abbau von innerem Druck
    Manche Kinder können Unsicherheiten, Ängste oder Sorgen nicht so einfach ausdrücken. Sei es durch fehlende Sprachkenntnisse, einer inneren Hemmschwelle den Eltern gegenüber oder dem fehlendem Bewusstsein darüber (manche Kinder knirschen besonders im Schlaf und sind sich darüber nicht bewusst). Eine psychische Überforderung bedarf einem Ventil. Der Körper des Kindes verspannt sich beim Zähneknirschen und es fühlt sich an, als könne der Druck durch das Reiben irgendwie entweichen. Ist Stress auf verschiedenste Art und Weise Ursache des Zähneknirschens, so ist es wichtig, Wege zu finden diesen anders abzubauen, da das Zähneknirschen, ähnlich wie andere selbstverletzende Verhaltensweisen sich bei Kindern dauerhaft festsetzen können.

Wann wird es bedenklich?
Zwischen Ausprobieren und Abreagieren

Zähneknirschen bei Kindern wird also vor allem eigentlich erst dann zu einem Thema, über das sich Eltern Sorgen machen müssen, wenn das Kind älter als drei Jahre alt ist. Mit ungefähr drei Jahren nämlich hat sich das junge Gebiss mit seinen Milchzähnen vollständig ausgebildet. Jegliches Zähneknirschen ist jetzt nicht mehr dem Ausprobieren des neuen Gebisses zuzuschreiben, sondern in den meisten Fällen ein Ausdruck von zu starkem Stress. Eltern bemerken häufig, dass ihre Kinder nicht ständig Knirschen, sondern dieses Phänomen zyklisch auftaucht. Wenn die Ursache psychosomatisch (also seelisch) ist, dann sollten Eltern genau hinhören und -sehen, was im Leben ihrer Kinder geschieht, wenn das Zähneknirschen wieder intensiver wird. Vielleicht steht der monatliche Vokabeltest an oder im Sportverein werden Leistungen überprüft.  Erhöhter Leistungsdruck kann sich negativ auf die Kleinen auswirken.

Wenn alle Milchzähne durchgebrochen sind und das Knirschen nicht aufhört, dann sollten Eltern mit ihren kleinen Engeln den Weg zum Zahnarzt deshalb nicht scheuen.

Welche Folgen hat Zähneknirschen bei Kindern?

Im Schlaf sollen sich Kinder erholen. Jenen aber, die nachts mit den Zähnen knirschen fehlt es häufig an der nötigen Erholung. Denn, beim Schlafen ist der Kiefermuskel von Kindern, die mit den Zähnen knirschen, nicht locker und entspannt, sondern verkrampft sich. Die Zunge drückt fest gegen den Gaumen und der untere Kiefer rotiert langsam hin und her, um Stress abzubauen.

Dieses Phänomen kann erhebliche Schäden an den Zähnen und diverse andere Langszeitfolgen für die betroffenen Kinder haben.

  • Zahnschmelzabbau
    So bauen sie zum Beispiel, ohne es zu merken, den schützenden Zahnschmelz ab und lockern ihre Zähne.
  • Temperaturempfindlichkeit
    Die stark beanspruchten Zähne werden empfindlich gegenüber Kälte und Wärme. Da macht Eisessen auch schon bald keinen Spaß mehr.
  • Langzeit-Folge: Haltungsprobleme
    Besonders bedenklich ist allerdings, dass Kinder, die bereits mit ihren ersten Zähnen knirschen, dies auch häufig in das Erwachsenenalter übertragen. Sie werden im Prinzip ihre schlechten Angewohnheiten mit dem Alter nicht los. Etwa acht Prozent aller Deutschen knirscht so heftig mit den Zähnen, dass der Kiefermuskel verhärtet und das Kiefergelenk in Mitleidenschaft gezogen wird. Knirschen kann sich dann sogar negativ auf andere Körperteile auswirken. So haben Menschen, die Knirschen, häufig mit Rücken- und Nackenschmerzen oder Haltungsproblemen zu kämpfen. Um Zähneknirschen zu beheben, muss an der Wurzel des Problems angesetzt werden.

Zähneknirschen bei Kindern abgewöhnen

Weil wirklicher Handlungsbedarf eigentlich nur bei chronischem Zähneknirschen besteht ist der wichtigste Weg weg vom Knirschen Entspannung und Stressabbau. Doch es gibt durchaus auch andere Helferlein im Kampf gegen das Zähneknirschen bei Kindern.

Aktiv werden beim Zähneknirschen

  • Zahnschienen / Beissschienen / Knirscherschienen
    Was bei erwachsenden Knirschern hilft, wird auch bei Kindern erfolgreich eingesetzt. Knirscherschienen aus weichem Plastik werden an die Zahnform des Ober- oder Unterkiefers angepasst. Sie wirken dann wie ein Schutzschild für die Zähne. Zusätzlich korrigieren sie die Bissstellung der Zähne, sodass diese nicht direkt aufeinander reiben. Der Kiefermuskel und das entsprechende Gelenk werden entlastet. Eine Aufbissschiene sollte bei Kindern aber nicht die alleinige Problemlösung beim Knirschen sein. Denn, die zuerst schnelle Lösung wird nicht dazu führen, dass das Knirschen aufhört.
  • Homöopathie bei Bruxismus
    Eltern, die von der Homöopathie überzeugt sind, finden häufig mit den homöopathischen Mitteln Tuberculinum Bovinum C200 und Cina D6 Globuli, bei denen insbesondere im Fall von Zähneknirschen bei Kindern gute Erfahrungen gemacht werden. Um das wirklich optimale homöopathische Mittel gegen das Zähneknirschen bei Kindern zu finden, sollte allerdings das individuelle Kind betrachtet werden. (Vor allem dahingegend ob es nachts oder tagsüber mit den Zähnen knirscht) Hier kann ein Besuch beim Heilpraktier oder einem homöopathisch behandelndem Arzt weiterhelfen das beste homöopathische Mittel gegen Zähneknirschen beim eigenen Kind zu finden.
  • Kindgerechte Anti-Stress-Mechanismen

    Alternativen zum Stressabbau können langfristig zum Ziel führen. Hier gibt es verschiedenste Techniken. Besonders jene Kinder die in der Nacht mit den Zähnen knirschen sprechen häufig gut auf Atemübungen, Zuspruch oder verschiedene Anti-Stress-Therapien an.

  • Anspannung umlenken
    Oft genügt es Kindern, die lediglich unmittelbar in der Stresssituation oder bei Angst knirschen, den inneren Druck körperlich anders als mit Zähneknirschen loszuwerden. So können beispielsweise Handschmeichler oder ein Knetsack als alternatives Ventil helfen.

Ist die Ursache für das Zähneknirschen bei Kindern reine Neugier oder die Suche nach Aufmerksamkeit, so sollten Eltern versuchen (soweit das unter dieser gemeinen Geräuschkulisse funktioniert) zu entspannen und möglichst wenig auf das Verhalten eingehen. Im Normalfall verschwindet diese Angewohnheit dann ähnlich schnell, wie sie aufgetaucht ist. Hält das Knirschen, insbesondere in der Nacht an, so sollte man die Zähne, bzw. das Kindergebiss regelmäßig von einem Zahnarzt kontrollieren lassen und versuchen das Zähneknirschen bei den Kindern mit den oben genannten Möglichkeiten zu bekämpfen.

Wie bei allen Erziehungsfragen aber gilt: Druck in jeder Form ist langfristig immer kontraproduktiv!



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