Skip to main content

Mobbing in der Schule

Mobbing unter SchülernDie ersten Schultage sind vorbei. Zu Beginn des Schuljahres schien sich das eigene Kind in seiner Klassengemeinschaft noch recht wohl zu fühlen. Doch auf einmal wendet sich das Blatt und aus einem fröhlichen Schüler wird ein ängstliches und trauriges Kind. Der alltägliche Schulweg wird zur Belastung, die an die Psyche geht. Automatisch werden die Schulnoten des einst guten Schülers schlechter. Statt sich auf den Lernalltag zu konzentrieren, beschäftigt sich der Schüler auf einmal mit ganz anderen Dingen. Mobbing in der Schule – das ist was leider immer wieder viele Kinder belastet. Ausgegrenzt von Mitschülern, beleidigt oder diskriminiert, stehen sie fern von der Familie ganz alleine vor einem Problem, dass sich nicht so einfach zu lösen scheint.

Wie erkenne ich, dass mein Kind in der Schule gemobbt wird?

Es sind eben die genannten Verhaltensweisen, die bei Kindern in der Schule verdächtig sind. Ein zuvor ausgeglichenes, offenes und fröhliches Kind verhält sich auf einmal anders. Es verschließt sich, erzählt selten von der Schule. Meist zeigen sich die Probleme auch an schulischen Leistungen. Wenn der Kopf voller Sorgen und Probleme steckt, lernt es sich auf einmal viel schlechter. Auch die Konzentrationsleistung leidet unter dem psychischen Druck. Häufig kommt es beim Mobbing auch zu körperlichen Übergriffen. Die Kinder werden beklaut, geschubst oder in schlimmeren Fällen sogar mit heftiger Gewalt körperlich verletzt. Sollte also Eigentum in der Schule verschwinden, die Kleidung auffällig verschmutzt sein oder gar ungewöhnlich viele Blutergüsse auftauchen, so kann es sich durchaus um Mobbing handeln.

Was kann man bei Mobbing tun?

  • Das Gespräch suchen
    Um Herauszufinden, ob das Kind tatsächlich von Mitschülern gemobbt wird, sollten Eltern vorsichtig das Gespräch suchen. Auf keinen Fall sollte man sein Kind allerdings ausfragen. Vielmehr gilt es sich langsam heran zu tasten und Fragen zu stellen, die Hinweise geben können. „Mit welchen Kindern spielst du denn gerne?“ „Was machst du denn in der Pause?“. Solche Fragen lassen Eltern schnell erkennen, ob das Kind einen großen Freundeskreis in der Schule hat oder bereits abseits des Geschehens steht.
  • Das Kind ernst nehmen
    Im Fall von Mobbing leiden Kinder vor allem unter dem Gefühl nichts Wert zu sein, unwichtig zu sein. Deshalb ist gerade der Rückhalt der Eltern bzw. in der gesamten Familie enorm wichtig. Sicherlich ist es sinnvoll kleine Späße unter Kindern vom Mobbing zu unterscheiden, dennoch sollte man von vorne herein erst einmal davon ausgehen, das wenn ein Kind sich öffnet und von möglichem Mobbing in der Schule erzählt, es in jedem Fall leidet. Danach gilt es aufzuklären, was wirklich vorgefallen ist.
  • Lehrer und Mitschüler einbeziehen
    Zwar bekommen Lehrer nicht immer alles mit, was auf dem Schulhof passiert, dennoch sind sie Personen, die das eigene Kind in der Klasse täglich beobachten und Veränderungen durchaus wahrnehmen. Auch das Verhalten der Schüler untereinander, auf dem Schulhof und auch im Klassenzimmer kann gute Hinweise darauf geben, ob Mobbing vorliegt. Deshalb sollte man Elternabende nutzen oder persönliche Gesprächstermine vereinbaren um zu klären unter welchen Umständen das eigene Kind leidet und gemeinsame Lösungsansätze finden.Unter Umständen kann es einem aber auch passieren, das ahnungslose Lehrer das Problem herunterspielen und der Schüler, der sich nun im Schulalltag noch schutzloser fühlt, doppelt leidet. Deswegen hilft es auch befreundete Mitschüler zu befragen um ein besseres Bild der Situation zu bekommen.
  • Mobbing zum Thema machen
    Mobbing muss thematisiert werden. Indem Lehrer in ihren Klassen bewusst die Thematik Mobbing ansprechen, fühlen sich viele Täter bereits ertappt. Enden die Probleme auch nach solchen anonymen (!) Unterredungen mit der Klasse nicht, gilt es Täter und Opfer gemeinsam an einen Tisch zu bekommen um die Missstände zu klären.
  • Wenn der Lehrer der Täter ist
    In seltenen Fällen geht Mobbing in der Schule auch von Lehrern aus, denn auch sie sind nicht unfehlbar. Häufig betrifft es in solchen Fällen mehrere Schüler einer Klasse oder Schule, die als Opfer die Abneigung eines Lehrers deutlich zu spüren bekommen. Auf das Suchen eins Gesprächs erfolgt meist lediglich Abwehr. Dann sollten Eltern den Beratungslehrer aufsuchen oder den Schulrektor hinzuziehen. Ändert sich im Schulalltag in der Klasse dennoch nichts, hilft nur der Klassen- oder Schulwechsel.

Das sollte man NICHT tun:

  • Mit den Eltern des Täters sprechen
    Die direkte Aussprache von seiten der Eltern des Opfers mit den Eltern des Täters ist meinst kontraproduktiv. Weil fast alle Eltern ihr Kind in Schutz nehmen, fördert man die Problematik stattdessen meist zudem.
  • Nicht selbst mit dem Täter sprechen
    Wenn man selbst das Gespräch mit dem mobbenden Kind sucht, verstärkt man die hilflose Haltung des Mobbing-Opfers noch mehr. Es zeigt deutlich, dass es sich selbst nicht wehren kann und trägt ebenfalls nicht zur Problemlösung bei.

Kann ich mein Kind vor Mobbing in der Schule schützen?

Unter Mobbing leiden nicht nur Kinder die anders aussehen. Kinder müssen nicht auffallend dick oder eigenartig proportioniert sein, es bedarf keiner Behinderung oder einer komischen Aussprache. Nein, häufig sind die Opfer scheinbar völlig unauffällige Kinder und das aus gutem Grund. Besonders stille, unsichere Schüler oder jene die dazu neigen sich zurück zu ziehen und alleine zu spielen, haben auch in Konfliktsituationen keine Rückendeckung. Während die Gruppe einem Rückhalt gewährt und eine innere Stärke erzeugt, ist ein Einzelgänger auf sich allein gestellt.

Freundschaften fördern
Kinder haben es einfacher im Leben, wenn sie schnell Anschluss zu anderen Kindern finden. Das frühe Spielen in Gruppen wie Krabbelgruppen oder -stuben oder ein kinderreicher Freundes- und Bekanntenkreis fördern diese Offenheit.

Selbstbewusstsein stärken
Kinder werden selbstbewusst, indem man ihnen Zuspruch gibt. Durch Lob und Anerkennung seiner Leistungen merkt es, dass es etwas schaffen kann. Aber auch Scheitern und Verlieren gehört zum Lebensalltag. Auch das sollte in die Erziehung eins Kindes mit einfließen.



Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *