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Urlaub mit Jugendlichen – so wird man allen gerecht

Familien-Urlaub mit JugendlichenOhje. Wir wissen es doch noch aus der eigenen Jugend. Mit den Eltern in den Urlaub zu fahren ist so eine Sache: Was im Kleinkindalter noch selbstverständlich ist und die schönste Zeit des Jahres darstellt wird mit fortgeschrittenem Alter nicht selten plötzlich zum Problem. Denn, die Jugend, speziell die Zeit der Pubertät ist ein schwieriges Alter. Nicht nur für die Eltern ist sie eine Geduldsprobe, auch für die Kids ist das eine schwierige Phase in der sie stecken.

Auf der einen Seite ist die Verbundenheit zur Familie auch bei Jugendlichen noch sehr stark präsent, auf der anderen Seite wollen sie auch den eigenen Interessen nachgehen. Dann sind Freunde in der Heimat und die ersten Partner vielleicht schon viel wichtiger als ein Urlaub im Ausland oder Campen. Beim Thema Urlaub scheiden sich die Geister. Eigentlich ist es uncool mit Mama und Papa in den Urlaub zu fahren, aber eigentlich doch auch ganz schön ein bisschen verwöhnt zu werden und mitgenommen zu werden. Eltern bemerken diesen Zwiespalt häufig und stellen sich die Frage nach dem gemeinsamen Urlaub mit dem Jugendlichen genauso.

Sollen wir noch gemeinsam in den Urlaub fahren? Wie soll der gemeinsame Urlaub mit einem mittlerweile Jugendlichen aussehen? Wie viele Freiheiten kann ich meinem „Kind“ im Urlaub lassen? Diese und viele weitere Fragen zehren an den Nerven. Alles was hilft ist reden. Nur wer sich mit seinen Kindern über Wünsche und Vorstellungen eines Urlaubs austauscht, kann mit ruhigem Gewissen entspannen.

Will der Jugendliche überhaupt noch mit in den Urlaub?

Die Frage des Wollens ist manchmal schnell geklärt. Gerade wenn es um einen Urlaub unter der südländischen Sonne oder einem besonders exotischen Reiseziel geht ist das schnell geklärt. Denn, ein bezahlter Urlaub ist später im Erwachsenenalter nicht mehr selbstverständlich. Auf der anderen Seite sind es die Kinder schlichtweg gewöhnt, von den Eltern mitgenommen zu werden.

Meist beginnt es in etwa ab dem Alter von circa 16 Jahren, dass die Jugendlichen vielleicht aber tatsächlich nicht mehr mit den eigenen Eltern in den Urlaub möchten und vielleicht lieber zu Hause bleiben wollen um die Ferien mit den Freunden zuhause zu verbringen. Das Thema Feriencamps und Jugendreisen ohne Eltern wird dann bei der Urlaubsfrage häufig das erste Mal präsent. Doch viele Eltern fürchten sich ein wenig davor, die eigenen Kinder zum ersten Mal alleine in den Urlaub zu lassen. Tatsächlich, gibt es beim Urlaub ohne Eltern schon auch einiges zu beachten. Eine Alternative zum möglicherweise schlecht gelaunten Familien-Urlaub mit einem pubertierenden Jugendlichen ist es allemal und durchaus eine Überlegung wert.

Jugendliche mit in die Urlaubsplanung einbeziehen

Möchte man einen harmonischen Familienurlaub verbringen, sollte man sich die entscheidenden Fragen schon bei der Urlaubsgestaltung stellen. Die Jugendlichen sollten hier deshalb unbedingt Mitspracherecht haben. Sie haben in diesem Alter durchaus schon eigene Interessen, welche sie vertreten wollen und auch sollen. Wer einen genervten Teenager den ganzen Urlaub an seiner Seite verspürt, hat irgendetwas falsch gemacht. Daher gilt auch hier die goldene Regel: Absprachen treffen!

Freiheiten schenken

Geht die Reise in eine Hotelanlage so sind einige Freiheiten für die Jugendlichen sicher drin. So sollten sie sich beispielsweise

  • frei in der Anlage bewegen
  • an den Animationsprogrammen teilnehmen
  • zwischen Strand und Pool selbst entscheiden

dürfen.

Sinnvoll ist es, als Elternteil immer mal wieder vorbeizuschauen, was denn das Kind gerade so treibt oder andersherum ausmachen, dass es sich immer mal wieder zeigen soll. So wird Vertrauen und Freiheit geschenkt und die Jugendlichen lernen auf eigenen Beinen zu stehen. In den meisten Hotels finden sich dann auch Jugendliche zusammen, welche an gemeinsamen Animationen teilnehmen oder einfach nur die Zeit zusammen am Strand oder am Abend bei Spielen verbringen. Das Kontakteknüpfen ist sehr wichtig und sollte nicht von den Eltern unterbunden werden.

Den Alltag mit in den Urlaub nehmen – eigene Freunde dabei

Viele Familien reisen mit befreundeten Familien. Das hat den Vorteil, dass gleich mehrere Jugendliche zusammen sind, die sich schon kennen oder sogar befreundet sind. Wenn dies nicht der Fall ist, kann man ihnen vorschlagen die beste Freundin oder den besten Freund mitzunehmen. Dieses Gespann kann sich dann die Freizeit im Hotel oder der Ferienanlage gemeinsam besser vertreiben, es entsteht keine Langeweile.

Insbesonders schüchterne Jugendliche oder jene die (z.B. aufgrund der typisch pubertären, mürrischen Art oder schlichtem Desinteresse) schlecht Anschluss finden profitieren davon die Freunde direkt mit in den Urlaub zu nehmen. Gemeinsam fällt es dann sogar leichter andere Bekanntschaften zu schließen.

Sinnvolle Verbote/Absprachen sind auch im Urlaub wichtig

Bei allen Freiheiten gilt: Klare Grenzen müssen gesetzt werden.

Das betrifft zum Beispiel

  • Ausgehzeiten
    die Zeiten des ins Zimmer Kommens am Abend
  • örtliche Absprachen
    Orte an denen sich die Jugendlichen aufhalten dürfen (Es sollte z.B. geklärt sein, ob sich die Jugendlichen außerhalb der Anlage auch im Ort frei bewegen dürfen oder nicht
  • das Thema Alkohol
    Es sollte, besonders bei All-inclusive-Urlaub mit Verboten und Grenzen behandelt werden.
  • Internet-/Handynutzung
    Ein Internet- oder Handyerbot im Urlaub macht keinen Sinn. Solcherlei Verbote verderben in einer digitalen Zeit wie heute die Stimmung. Durch Facebook und Co. fühlen sich (auch Erwachsene!) unsicher und ausgegrenzt, wenn sie keine Kontakte mehr zur Heimat pflegen können. Eltern sollten deshalb höchstens eine Zeiteinschränkung festlegen, wann das Internet genutzt werden darf, oder dass das Handy beispielsweise nicht mit an den Strand genommen werden darf.

Ein Grundsatz der an vielen Punkten der Erziehung gelten sollte: Die Jugendlichen müssen die Gründe für Verbote und Einschränkungen verstehen, daher sollte auch immer gesagt werden warum etwas tabu ist.

Zeiten für die Familie

Bei allen Freiheiten, die Jugendliche im Urlaub brauchen, sollte die gemeinsame Zeit als Familie trotzdem nicht vergessen werden. Die Zeit ist viel zu schnell vorbei, dann sind die Kinder groß und machen zum ersten Mal Urlaub ohne Eltern. An gemeinsame Urlaube wird dann gern zurückgedacht, Wichtig ist auch, dass sowohl Eltern als auch Jugendliche sich nie selbst vergessen und jeder seinen Vorlieben nachgehen kann. Bringt man den Jugendlichen genug Vertrauen rüber, so steht einem schönen Urlaub nichts im Weg.



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