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Epilepsie bei Kindern: Erste Hilfe, Symptome und Behandlung

Autor

Lisa

Veröffentlicht

24.11.2014

Aktualisiert

30.06.2026

Kategorie

Epilepsie bei Kindern: Erste Hilfe, Symptome und Behandlung

Wenn ein Kind plötzlich krampft, die Augen verdreht und nicht ansprechbar ist, ist das für Eltern einer der erschreckendsten Momente überhaupt. Das Gute vorweg: Die meisten Anfälle hören von allein wieder auf, und mit der richtigen Behandlung führen die allermeisten Kinder mit Epilepsie ein weitgehend normales Leben.

Am wichtigsten ist, im Ernstfall ruhig und richtig zu handeln. Hier liest du, was Epilepsie eigentlich ist, wie du bei einem Anfall Schritt für Schritt Erste Hilfe leistest, wann du den Notruf wählst und wie die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird.

Erste Hilfe beim Anfall: das ist jetzt wichtig

Ein großer Krampfanfall sieht dramatisch aus, die meisten enden aber nach ein bis zwei Minuten von selbst. Deine wichtigste Aufgabe ist, dein Kind vor Verletzungen zu schützen und ruhig zu bleiben. So gehst du vor:

Kind nach einem Anfall in der stabilen Seitenlage

Wann muss ich den Notruf 112 wählen?

Nicht jeder Anfall ist ein Notfall, einige Situationen erfordern aber sofort den Rettungsdienst. Wähle den Notruf 112, wenn:

Hat dein Kind eine bekannte Epilepsie und ein ärztlich verordnetes Notfallmedikament, wendest du es nach dem besprochenen Plan an. Im Zweifel gilt immer: lieber einmal zu oft den Rettungsdienst rufen.

Was ist Epilepsie eigentlich?

Bei einem epileptischen Anfall entladen sich Nervenzellen im Gehirn kurzzeitig übermäßig, vereinfacht gesagt ein Gewitter im Gehirn. Von einer Epilepsie spricht man, wenn solche Anfälle wiederholt und unabhängig von Fieber oder einer akuten Erkrankung auftreten. Grob unterscheidet man zwei Formen:

AnfallsformWas dabei passiert
Fokale AnfälleDie Entladung beginnt in einer begrenzten Hirnregion. Die Anzeichen sind sehr unterschiedlich, von Zuckungen einzelner Körperteile bis zu kurzer Abwesenheit.
Generalisierte AnfälleGroße Bereiche des Gehirns sind betroffen, etwa beim großen Krampfanfall mit Bewusstlosigkeit und Zuckungen am ganzen Körper.
Die zwei Hauptgruppen epileptischer Anfälle. Wie stark die Symptome sind, hängt von der Intensität der Entladung ab. Quelle: kinderaerzte-im-netz.

Wichtig zur Einordnung: Ein Fieberkrampf ist keine Epilepsie. Fieberkrämpfe treten nur im Zusammenhang mit Fieber auf, vor allem zwischen etwa sechs Monaten und fünf Jahren, und verlieren sich meist bis zum Schulalter wieder.

Ärztliche Untersuchung und EEG sichern die Diagnose

Wie wird Epilepsie festgestellt und behandelt?

Die Diagnose stellt eine auf das Nervensystem spezialisierte Kinderärztin oder ein Neuropädiater. Zentral ist die Ableitung der Hirnströme im EEG, dazu kommen ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und je nach Fall weitere Untersuchungen. Eine gute Beschreibung des Anfalls durch dich, am besten ein Handyvideo, hilft bei der Einordnung sehr.

Behandelt wird in der Regel mit Medikamenten, die Anfälle verhindern (Antiepileptika). Die Dosis wird langsam eingestellt, Wirkung und mögliche Nebenwirkungen werden dabei genau beobachtet. Die Aussichten sind gut: Bei optimaler Behandlung werden rund sieben von zehn Kindern anfallsfrei, und manche gutartigen Formen verwachsen sich mit der Zeit von selbst.

Wenn dein Kind im Zusammenhang mit Fieber gekrampft hat, lies auch unseren Beitrag zum Thema Fieberkrampf. Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zu Epilepsie bei Kindern

Ruhe bewahren, die Zeit stoppen, harte Gegenstände entfernen, den Kopf weich betten und die Brille abnehmen. Das Kind nicht festhalten und nichts in den Mund schieben. Nach dem Anfall in die stabile Seitenlage bringen und dabei bleiben.

Wähle den Notruf 112, wenn der Anfall länger als etwa fünf Minuten dauert, sich Anfälle ohne zwischenzeitliches Erwachen wiederholen, es der erste Anfall ist oder das Kind danach schlecht atmet.

Nein. Ein Fieberkrampf tritt nur im Zusammenhang mit Fieber auf, ist meist harmlos und verliert sich bis zur Pubertät. Epilepsie bedeutet wiederholte Anfälle unabhängig von Fieber.

In den meisten Fällen ja. Bei optimaler Behandlung werden rund 70 Prozent der Kinder anfallsfrei, und einige gutartige Formen verwachsen sich mit der Zeit. Die Behandlung begleitet eine neuropädiatrische Praxis.

Eine erfahrene Kinder- und Jugendärztin oder ein Neuropädiater, vor allem mithilfe der Hirnstromableitung (EEG), eines ausführlichen Gesprächs und weiterer Untersuchungen. Ein Video des Anfalls hilft bei der Einordnung.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei einem erstmaligen oder langen Anfall wähle den Notruf 112.

Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Was ist Epilepsie · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Hilfe beim Anfall · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Epilepsie, Therapie

Kommentare

Jana Mielchen

Sehr geehrte Damen und Herren,
gibt es Infobroschüren, die für Kinder gemacht sind?
Es geht um ein Mädchen bei der die Krankheit diagnostiziert wurde und ich Ihr gerne ein spielerisches Helft dazu geben möchte um sich mit der Erkrankung vertraut zu machen.

Danke Jana Mielchen

Hallo Jana,
Ich habe im Internet etwas zum Download gefunden, dass dir vielleicht weiterhilft: http://www.dein-gehirn.com/pdf/Epilepsie.pdf.
Alles Gute der Kleinen

Hallo Lisa, ich vermisse in Deinem Artikel eine weitere leider eher unbekannte aber schulmedizinisch anerkannte Therapieform. Die Ketogene Diät. Unsere Tochter hat Absencen und wir haben uns gegen die Medikamente dafür für die Diät entschieden. Von bis zu 200 Absencen täglich konnten wir uns in nur wenigen Tagen nach der Diät über max. 20 täglich rießig freuen. Mit der zusätzlichen Gabe von CBD Öl gingen die Absencen sogar noch weiter zurück. Meine Tochter ist im Übrigen nicht geimpft. Ansonsten hat mir Dein Bericht sehr gut gefallen und ich freue mich mehr von Dir zu lesen.

Hallo Frau, Doktor, ich habe ein siebtes Mädchen, das sieben bis zehn Mal in der Woche Anfälle hat. Ich komme aus dem Iran. Hilf mir, mich zu führen.

Hallo Ahmad,
Bitte wende dich an einen Arzt vor Ort.

Moin Lisa,
warum dürfen Kinder mit Epilepsie kein Trampolin springen? Der Untergrund ist weich, das Trampolin eingenetzt… Ich könnte Argumente für meine Tochter (8) gebrauchen.
Vielen Dank!
Bianca

Hallo Bianca,
Ich habe ein wenig recherchiert und tatsächlich vor allem Informationen gefunden die Trampolinspringen eher untersagen, jedoch ohne genaue Begründung. Ich bin nicht sicher, ob hier von Trampolinmodellen mit Netz außen herum gesprochen wird. Generell ist natürlich das Fallen auf den Kopf eine Gefahr. Ich verstehe aber selbst nicht, weshalb das vorsichtige einfache Springen eine Gefahr darstellen kann. Haltet hier am besten Rücksprache mit eurem behandelnden Arzt. Vielleicht kann er ja sogar Entwarnung geben.

Hallo, meine 9 jährige Tochter hat seit 1 Jahr Absencen. Ich bringe es nicht übers Herz sie auf dieses Mittel einzustellen. Sie ist Klassenbeste sehr beliebt trotz mehreren Absencen.
Ich weis. Nicht mehr was ich tun soll

Hallo Dona,
Raten denn die Ärzte dringend zu den Medikamenten? Welche Nebenwirkungen machen dir denn Sorgen?

Hallo Dona, unsere Tochter hat seit 2 Jahren die kindliche Absence Epilepsie, wir haben gute Chancen dass sich diese verwächst, mir war auch nicht wohl mit den Medis und wurden im KH Innsbruck auf die Ketogene Diät eingestellt, mit grandiosem Erfolg. Viel Kraft und alles Gute auf eurem Weg.

Hallo. Haben Sie Erfahrung mit der Diagnose GEFS+? Können die Kinder mit dieser genetische Veränderung gesund werden und keine Krampfanfälle haben? LG

Hallo Viktoriya,

Ich habe keine Erfahrung mit dieser Diagnose. Da ich keine medizinische Ausbildung oder ähnliches habe, wenden Sie sich bei Fragen am besten direkt an medizinisches Fachpersonal.


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