Dein Kind will plötzlich nichts mehr essen und trinken, hat schlechten Atem, fiebert und im Mund zeigen sich schmerzhafte Bläschen und wunde Stellen. Was viele Eltern überrascht: Das ist oft die erste Begegnung mit dem Herpesvirus, die sogenannte Mundfäule. Später meldet sich dasselbe Virus dann meist als harmloses Lippenbläschen zurück.
Herpes verschwindet nie ganz aus dem Körper, die allermeisten Verläufe sind aber harmlos. Hier liest du, wie Mundfäule und Lippenherpes zusammenhängen, was deinem Kind die Beschwerden erleichtert, wann ein Arztbesuch nötig ist und warum du mit einem Lippenbläschen Babys besser nicht küsst.
Kurz gesagt
Lippenherpes und Mundfäule werden vom selben Virus ausgelöst, dem Herpes-simplex-Virus Typ 1. Die Erstinfektion bleibt oft unbemerkt, kann sich aber als schmerzhafte Mundfäule mit Bläschen im Mund und Fieber zeigen, vor allem bei Kleinkindern. Danach bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann als Lippenbläschen zurückkehren. Meist ist alles harmlos, wichtig ist vor allem, dass dein Kind genug trinkt. Babys solltest du mit einem aktiven Lippenherpes nicht küssen.
Mundfäule: die schmerzhafte Erstinfektion
Bei der ersten Ansteckung mit dem Herpesvirus, meist zwischen dem zehnten Lebensmonat und dem vierten Lebensjahr, kann sich eine Mundfäule (medizinisch Gingivostomatitis herpetica) entwickeln. Sie ist unangenehm, heilt aber folgenlos ab. Typisch sind:
| Zeichen | So zeigt es sich |
|---|---|
| Im Mund | Schmerzhafte Bläschen und kleine Geschwüre an Zunge, Zahnfleisch, Gaumen und Innenseite der Wangen. |
| Zahnfleisch | Stark gerötet, geschwollen, leicht blutend. |
| Allgemein | Oft hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten am Hals, schlechter Mundgeruch. |
| Folge | Starke Schmerzen beim Essen und Trinken, dadurch droht die Gefahr, dass das Kind zu wenig trinkt. |

Lippenherpes: wenn das Virus zurückkehrt
Nach der Erstinfektion zieht sich das Virus in Nervenknoten zurück und bleibt dort ein Leben lang. Bei manchen Menschen wird es immer wieder aktiv und zeigt sich dann als bekanntes Lippenbläschen: erst ein Kribbeln und Spannen, dann gruppierte Bläschen an der Lippe, die aufplatzen, verkrusten und nach etwa sieben bis zehn Tagen abheilen. Auslöser für eine Reaktivierung sind oft intensive Sonne, ein fieberhafter Infekt, Stress oder ein geschwächtes Abwehrsystem. Lippenbläschen sind ansteckend, solange sie nässen.
Was hilft? Pflege und Ernährung
Eine ursächliche Heilung gibt es nicht, du kannst deinem Kind die Tage aber deutlich erleichtern. Bei Mundfäule steht weiche, kühle Kost im Mittelpunkt, die nicht im wunden Mund brennt:
- Kühl und weich anbieten
Joghurt, kalter Pudding, Eis, Milchreis, weiche Nudeln ohne Tomatensoße oder Kartoffelbrei tun dem entzündeten Mund gut. - Saures und Scharfes meiden
Obstsäfte, saure oder scharfe, sehr heiße und harte Speisen reizen die wunden Stellen und werden abgelehnt. - Aufs Trinken achten
Trinken ist wichtiger als Essen. Mit einem Strohhalm fällt es oft leichter. Schmerzlindernde Gele aus der Apotheke können vor den Mahlzeiten helfen. - Fieber lindern
Ein kindgeeignetes Fiebermittel nach Rücksprache mit der Praxis macht es erträglicher.

Wann sollte ich zum Arzt?
Mundfäule und Lippenherpes heilen meist von allein. In diesen Fällen solltest du dennoch ärztlichen Rat einholen:
- Kind trinkt zu wenig
Wenn dein Kind wegen der Schmerzen kaum trinkt, droht eine Austrocknung. Dann gehört es untersucht, manchmal ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig. - Auge betroffen
Wenn Bläschen am Auge auftreten oder das Auge gereizt ist, ist rasch ärztliche Hilfe wichtig. - Sehr junges Baby
Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen mit Herpeszeichen immer umgehend ärztlich abklären. - Schwerer Verlauf
Bei sehr hohem oder anhaltendem Fieber, ausgedehntem Befall oder geschwächtem Immunsystem.
Babys schützen: Vorsicht mit Lippenherpes
So harmlos Lippenherpes bei größeren Kindern und Erwachsenen ist, für Neugeborene kann eine Ansteckung gefährlich werden. Wenn du oder andere Bezugspersonen ein aktives Lippenbläschen haben, küsse das Baby nicht und vermeide engen Mund-Kontakt. Wasche vor dem Kontakt gründlich die Hände und fasse das Bläschen nicht an. So senkst du das Risiko einer Übertragung deutlich.
Bei begleitendem Fieber hilft auch unser Beitrag zum Thema Fieber, eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Herpes bei Kindern
Sie werden vom selben Virus ausgelöst, dem Herpes-simplex-Virus Typ 1. Die Mundfäule ist die schmerzhafte Erstinfektion, meist bei Kleinkindern. Das bekannte Lippenbläschen ist eine spätere Reaktivierung desselben Virus.
In der Regel ein bis zwei Wochen. Sie heilt folgenlos ab. Wichtig ist in dieser Zeit, dass dein Kind trotz der Schmerzen ausreichend trinkt.
Weiche, kühle Speisen wie Joghurt, kalter Pudding, Eis, Milchreis oder Kartoffelbrei. Saure, scharfe, sehr heiße und harte Speisen sowie Obstsäfte reizen den wunden Mund und sollten gemieden werden.
Für Neugeborene kann eine Herpesansteckung gefährlich sein. Mit einem aktiven Lippenbläschen solltest du ein Baby nicht küssen, engen Mundkontakt meiden und vorher gründlich die Hände waschen.
Vor allem wenn es wegen der Schmerzen zu wenig trinkt und auszutrocknen droht, außerdem bei Beteiligung des Auges, bei sehr jungen Babys, hohem anhaltendem Fieber oder geschwächtem Immunsystem.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn dein Kind kaum trinkt oder ein Baby betroffen ist, wende dich an die Kinderarztpraxis.
Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Herpes simplex, Symptome und Krankheitsbild · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Mundfäule, weiche und kühle Nahrung geben
Leila Müller
Unser Enkelkind (3 Jahre) scheint kein gutes Immunsystem zu haben.
Sie hatte als Baby schon eine schlimme Mundfäule mit hohem Fieber über 4 Tage.
Jetzt, seit sie in den Kindergarten geht, ist sie laufend krank (Mittelohrentzündung,
Husten, Magen-Darm-Grippe, immer mit Fieber einher, leider sehr sehr oft.)
Dazu kommt, dass sie bereits wieder Mundfäule hatte, bei der letzten Erkältung auch
Bläschen am Mund, ist gerade erst 14 Tage her und nun einen richtigen Herpes am Mund.
Ganz oft hat sie einen roten Po, sie kann weder 1 Mandarine, noch 1 Kiwi essen, dann ist
alles am Po entzündet.
Wir sind verzweifelt, dass das Kind dauernd kränkelt. Sonst entwickelt sie sich gut und ist
lebenslustig. Sie war ein Kind, welches als Kaiserschnitt kam und Mutter wie Kind hatten
danach Fieber. Unsere Tochter (die Mutter) leidet seit Jahren an Granuloma anulare, welches
bei der Schwangerschaft weg war.
Bin für jeden Hinweis dankbar.
L. Müller (Oma)
Lisa
Hallo Leila,
das klingt ja nach einer sehr anstrengenden Zeit für alle Beteiligten. Leider kann ich euch auch nicht wirklich weiterhelfen 🙁
Was sagen denn die Ärzte dazu, dass die Kleine ein so scheinbar schwaches Immunsystem hat?
Claudia
Hallo,
Gegen Viren und Bakterien kann ich aus eigener Erfahrung kolloidales silber empfehlen
Gegen Entzündungen organischen Schwefel (MSM)
Verwende es auch für meine Tochter mit sehr guten erfolgen
Lg claudia
Jeany
Wie verwendet man das kolloidale Silber? Lg
Lisa
Das steht normalerweise schön in Beipackzetteln beschrieben. War ein solcher nicht dabei?