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Magen-Darm bei Kleinkindern: was bei Durchfall und Erbrechen hilft

Autor

Lisa

Veröffentlicht

17.12.2018

Aktualisiert

30.06.2026

Magen-Darm bei Kleinkindern: was bei Durchfall und Erbrechen hilft

Erst der Durchfall, dann das Erbrechen, dazu ein quengeliges, schlappes Kind: Ein Magen-Darm-Infekt gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Kleinkindalter und sieht oft dramatischer aus, als er ist. Meist klingt er nach einigen Tagen von selbst ab. Die eigentliche Gefahr ist nicht der Infekt selbst, sondern dass das Kind austrocknet.

Hier liest du, was hinter einem Magen-Darm-Infekt steckt, wie du dein Kind richtig versorgst, woran du eine drohende Austrocknung erkennst und wann du nicht zögern solltest, zum Arzt zu gehen.

Was steckt hinter einem Magen-Darm-Infekt?

Auslöser sind meist Viren, allen voran Rota- und Noroviren, seltener Bakterien. Sie sind hochansteckend und verbreiten sich vor allem als Schmierinfektion über die Hände. Typisch sind wässriger Durchfall und Erbrechen, oft begleitet von Bauchschmerzen und Fieber. Ein Norovirus-Infekt ist meist kurz und heftig und nach ein bis zwei Tagen überstanden, ein Rotavirus-Infekt dauert oft einige Tage länger. So unangenehm das ist: Bei den meisten Kindern heilt der Infekt von allein aus, der Körper wird mit den Erregern selbst fertig.

Gründliches Händewaschen bremst die Ansteckung

Das Wichtigste: Flüssigkeit und Salze ersetzen

Durch Durchfall und Erbrechen verliert der Körper Wasser und wichtige Salze, und das kann bei kleinen Kindern schnell gefährlich werden. Deshalb ist Trinken die wichtigste Maßnahme:

Nicht geeignet sind Cola, Limonade, Salzstangen und pure Fruchtsäfte: Sie enthalten zu viel Zucker oder das falsche Verhältnis an Salzen und können den Durchfall sogar verstärken. Und Durchfallmedikamente gehören bei kleinen Kindern nicht ohne ärztlichen Rat gegeben.

Viel trinken in kleinen Schlucken ist bei Magen-Darm das Wichtigste

Achtung Austrocknung: Warnzeichen und wann zum Arzt

Die Austrocknung ist die eigentliche Gefahr. Gerade Säuglinge und kleine Kinder verlieren sehr schnell zu viel Flüssigkeit. Geh sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme, wenn du diese Zeichen bemerkst:

Vorbeugen kannst du vor allem durch gründliches Händewaschen, das die Ansteckung in der Familie bremst. Gegen die häufigen Rotaviren gibt es zudem eine Schluckimpfung, die die STIKO für Säuglinge empfiehlt.

Mehr zu einzelnen Beschwerden liest du in den Beiträgen zu Durchfall und zur Rotavirus-Infektion. Weitere Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zu Magen-Darm bei Kleinkindern

Das Wichtigste ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen: viel trinken in kleinen Schlucken, Gestillte weiter stillen. Bei stärkerem Durchfall hilft eine Elektrolytlösung. Sobald das Kind mag, darf es leichte Kost essen, langes Fasten ist nicht nötig.

Nein, dieser alte Tipp ist überholt. Cola und Limonade enthalten zu viel Zucker, Salzstangen liefern das falsche Salzverhältnis. Beides kann den Durchfall verstärken. Besser sind Wasser, dünner Tee und bei Bedarf eine Elektrolytlösung.

An trockenem Mund und trockener Zunge, eingefallenen Augen, einer eingesunkenen Fontanelle beim Baby, sehr wenig oder dunklem Urin, schlaffer Haut und Teilnahmslosigkeit. Diese Zeichen gehören sofort ärztlich abgeklärt.

Sofort bei Anzeichen einer Austrocknung, wenn das Kind nicht trinken kann oder alles sofort erbricht, bei Blut im Stuhl, hohem oder anhaltendem Fieber und immer bei Babys unter drei Monaten.

Gründliches Händewaschen bremst die Ansteckung deutlich, weil die Viren vor allem über die Hände weitergegeben werden. Gegen Rotaviren gibt es zusätzlich eine von der STIKO empfohlene Schluckimpfung für Säuglinge.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Anzeichen einer Austrocknung oder bei Säuglingen wende dich umgehend an die Kinderarztpraxis.

Quellen: BZgA / kindergesundheit-info.de: Durchfall · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Durchfallerkrankung (Diarrhö) · RKI-Ratgeber: Rotaviren

Kommentare

Bei uns ging gerade die ganze Familie nacheinander durch. Euer Hinweis auf die Elektrolytlösung aus der Apotheke war Gold wert, einfach Wasser hat bei meiner Kleinen nicht gereicht.

Wie lange darf der Durchfall denn dauern, bevor man wirklich zum Arzt sollte? Unser Sohn (2) hat es jetzt seit zwei Tagen und ich bin unsicher.

krankenschwester_mama

Wenn das Kind kaum noch trinkt, schlapp wird oder Anzeichen von Austrocknung zeigt, lieber gleich zur Kinderärztin. Bei zwei Tagen ohne Besserung würde ich anrufen. Wir haben sowas immer abklären lassen.

Mein Tipp: alles Waschbare bei 60 Grad und Türklinken desinfizieren, sonst geht es im Kreis. Bei uns hat sich der Magen Darm sonst zwei Wochen durch den Haushalt gezogen.

Zwieback und geriebener Apfel haben bei uns immer geholfen, sobald das Schlimmste vorbei war. Schön, dass das auch hier steht, das hatte uns damals die Oma geraten.

Danke, in so einer Nacht um drei Uhr ist es beruhigend, einen klaren Artikel zu finden und nicht in Panik durchs halbe Internet zu scrollen.


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