Erst der Durchfall, dann das Erbrechen, dazu ein quengeliges, schlappes Kind: Ein Magen-Darm-Infekt gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Kleinkindalter und sieht oft dramatischer aus, als er ist. Meist klingt er nach einigen Tagen von selbst ab. Die eigentliche Gefahr ist nicht der Infekt selbst, sondern dass das Kind austrocknet.
Hier liest du, was hinter einem Magen-Darm-Infekt steckt, wie du dein Kind richtig versorgst, woran du eine drohende Austrocknung erkennst und wann du nicht zögern solltest, zum Arzt zu gehen.
Kurz gesagt
Magen-Darm-Infekte bei Kleinkindern werden meist durch Viren wie Rota- oder Noroviren ausgelöst und zeigen sich mit Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und oft Fieber. Das Wichtigste ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen: viel trinken in kleinen Schlucken, Gestillte weiter stillen. Die größte Gefahr ist die Austrocknung, besonders bei Säuglingen. Anzeichen wie trockener Mund, eingefallene Augen, sehr wenig Urin oder Teilnahmslosigkeit gehören sofort ärztlich abgeklärt. Cola und Säfte sind ungeeignet, Durchfallmedikamente bei kleinen Kindern nur nach ärztlichem Rat.
Was steckt hinter einem Magen-Darm-Infekt?
Auslöser sind meist Viren, allen voran Rota- und Noroviren, seltener Bakterien. Sie sind hochansteckend und verbreiten sich vor allem als Schmierinfektion über die Hände. Typisch sind wässriger Durchfall und Erbrechen, oft begleitet von Bauchschmerzen und Fieber. Ein Norovirus-Infekt ist meist kurz und heftig und nach ein bis zwei Tagen überstanden, ein Rotavirus-Infekt dauert oft einige Tage länger. So unangenehm das ist: Bei den meisten Kindern heilt der Infekt von allein aus, der Körper wird mit den Erregern selbst fertig.

Das Wichtigste: Flüssigkeit und Salze ersetzen
Durch Durchfall und Erbrechen verliert der Körper Wasser und wichtige Salze, und das kann bei kleinen Kindern schnell gefährlich werden. Deshalb ist Trinken die wichtigste Maßnahme:
- Viel und in kleinen Schlucken
Biete immer wieder kleine Mengen an. Gerade wenn das Kind erbricht, sind häufige kleine Schlucke verträglicher als große Mengen auf einmal. - Stillen und Fläschchen fortsetzen
Gestillte Babys werden weiter und ruhig häufiger gestillt. Auch das Fläschchen wird normal weitergegeben, eine Verdünnung ist nicht nötig. - Elektrolytlösung erwägen
Bei stärkerem Durchfall gleicht eine Elektrolytlösung den Salzverlust gezielt aus. Was sich eignet und in welcher Menge, besprichst du am besten in der Apotheke oder der Kinderarztpraxis. - Kein langes Fasten
Sobald das Kind wieder mag, darf es leichte, fettarme Kost essen, etwa Zwieback, Reis oder Haferschleim. Hungern muss es nicht.
Nicht geeignet sind Cola, Limonade, Salzstangen und pure Fruchtsäfte: Sie enthalten zu viel Zucker oder das falsche Verhältnis an Salzen und können den Durchfall sogar verstärken. Und Durchfallmedikamente gehören bei kleinen Kindern nicht ohne ärztlichen Rat gegeben.

Achtung Austrocknung: Warnzeichen und wann zum Arzt
Die Austrocknung ist die eigentliche Gefahr. Gerade Säuglinge und kleine Kinder verlieren sehr schnell zu viel Flüssigkeit. Geh sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme, wenn du diese Zeichen bemerkst:
- Zeichen der Austrocknung
Trockener Mund und trockene Zunge, eingefallene Augen, eine eingesunkene Fontanelle beim Baby, auffällig wenig oder sehr dunkler Urin und schlaffe Haut. - Sehr wenig nasse Windeln
Wenn dein Kind über viele Stunden kaum noch Urin lässt, ist das ein deutliches Alarmzeichen. - Teilnahmslosigkeit
Ein auffällig schlappes, apathisches Kind, das nicht mehr trinken mag oder das Getrunkene sofort wieder erbricht, gehört umgehend ärztlich versorgt. - Weitere Alarmzeichen
Blut im Stuhl, hohes oder anhaltendes Fieber sowie ein sehr junges Baby unter drei Monaten mit Magen-Darm-Beschwerden gehören immer rasch zum Arzt.
Vorbeugen kannst du vor allem durch gründliches Händewaschen, das die Ansteckung in der Familie bremst. Gegen die häufigen Rotaviren gibt es zudem eine Schluckimpfung, die die STIKO für Säuglinge empfiehlt.
Mehr zu einzelnen Beschwerden liest du in den Beiträgen zu Durchfall und zur Rotavirus-Infektion. Weitere Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Magen-Darm bei Kleinkindern
Das Wichtigste ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen: viel trinken in kleinen Schlucken, Gestillte weiter stillen. Bei stärkerem Durchfall hilft eine Elektrolytlösung. Sobald das Kind mag, darf es leichte Kost essen, langes Fasten ist nicht nötig.
Nein, dieser alte Tipp ist überholt. Cola und Limonade enthalten zu viel Zucker, Salzstangen liefern das falsche Salzverhältnis. Beides kann den Durchfall verstärken. Besser sind Wasser, dünner Tee und bei Bedarf eine Elektrolytlösung.
An trockenem Mund und trockener Zunge, eingefallenen Augen, einer eingesunkenen Fontanelle beim Baby, sehr wenig oder dunklem Urin, schlaffer Haut und Teilnahmslosigkeit. Diese Zeichen gehören sofort ärztlich abgeklärt.
Sofort bei Anzeichen einer Austrocknung, wenn das Kind nicht trinken kann oder alles sofort erbricht, bei Blut im Stuhl, hohem oder anhaltendem Fieber und immer bei Babys unter drei Monaten.
Gründliches Händewaschen bremst die Ansteckung deutlich, weil die Viren vor allem über die Hände weitergegeben werden. Gegen Rotaviren gibt es zusätzlich eine von der STIKO empfohlene Schluckimpfung für Säuglinge.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Anzeichen einer Austrocknung oder bei Säuglingen wende dich umgehend an die Kinderarztpraxis.
Quellen: BZgA / kindergesundheit-info.de: Durchfall · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Durchfallerkrankung (Diarrhö) · RKI-Ratgeber: Rotaviren
Daniela
Bei uns ging gerade die ganze Familie nacheinander durch. Euer Hinweis auf die Elektrolytlösung aus der Apotheke war Gold wert, einfach Wasser hat bei meiner Kleinen nicht gereicht.