Nachts ein Geräusch aus dem Kinderzimmer, das durch Mark und Bein geht: Dein Kind knirscht mit den Zähnen. Viele Eltern erschrecken, doch bei kleinen Kindern ist Zähneknirschen sehr häufig und meist völlig harmlos. In den allermeisten Fällen verwächst es sich von selbst.
Trotzdem ist es gut zu wissen, woher das Knirschen kommt, wann es harmlos ist und wann ein Blick zum Zahnarzt sinnvoll wird. Hier bekommst du die Antworten, samt eines hartnäckigen Mythos, den wir aufklären.
Kurz gesagt
Zähneknirschen (Bruxismus) ist bei Kindern unter fünf Jahren häufig und meist harmlos. Es verliert sich in der Regel von selbst, oft mit dem Wechsel zu den bleibenden Zähnen. Die Ursache ist im Kleinkindalter nicht eindeutig geklärt, Stress spielt eher bei Schulkindern eine Rolle. Helfen kann Entspannung. Eine Schiene fertigt der Zahnarzt nur bei Bedarf an, meist erst später. Bei Beschwerden wie Kopfschmerzen lohnt sich der zahnärztliche Rat.
Warum knirschen Kinder mit den Zähnen?
Bei kleinen Kindern ist Zähneknirschen ein verbreitetes Phänomen, dessen genaue Ursache wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt ist. Vieles spricht dafür, dass es zur normalen Entwicklung gehört, etwa um die neuen Zähne aufeinander einzuschleifen. Erst bei Schul- und Jugendlichen rückt Stress als möglicher Auslöser stärker in den Vordergrund. Wichtig: Das oft gehörte Gerücht, Zähneknirschen sei ein Zeichen für Würmer, ist nicht belegt, in den Beschwerdebildern von Wurmerkrankungen kommt es nicht vor.

Ist Zähneknirschen schädlich?
Im Milchgebiss ist Zähneknirschen meist unbedenklich und verliert sich häufig mit den Milchzähnen von selbst, denn die bleibenden Zähne sind schmerzempfindlicher und werden seltener so stark beansprucht. In manchen Fällen kann häufiges Knirschen aber zu Verspannungen führen und Kopf-, Gesichts- oder Ohrenschmerzen verursachen. Dann lohnt sich ein Blick zum Zahnarzt.
Was hilft gegen Zähneknirschen?
Bei den meisten Kindern ist keine spezielle Behandlung nötig. Sinnvoll ist ein gestuftes Vorgehen, das mit einfachen Mitteln beginnt:
- Für Entspannung sorgen
Ein ruhiger Tagesausklang, ein warmes Bad und feste Einschlafrituale helfen, Anspannung abzubauen, gerade bei älteren Kindern. - Stress im Blick behalten
Bei Schulkindern kann seelische Anspannung eine Rolle spielen. Gespräche und Entlastung im Alltag können helfen. - Zahnarzt bei Beschwerden
Wenn dein Kind über Kopf- oder Kieferschmerzen klagt oder die Zähne sichtbar abgenutzt sind, lass das zahnärztlich anschauen. - Schiene nur bei Bedarf
Eine Aufbissschiene fertigt der Zahnarzt erst an, wenn sie wirklich nötig ist, im frühen Milchgebiss ist sie selten erforderlich.

Wann zum Zahnarzt?
Beim regulären Vorsorgetermin kannst du das Knirschen ansprechen. Gezielt zahnärztlichen Rat einholen solltest du, wenn dein Kind über wiederkehrende Kopf-, Gesichts- oder Ohrenschmerzen klagt, wenn die Zähne deutlich abgeschliffen wirken oder wenn das Knirschen sehr ausgeprägt ist und auch tagsüber auftritt. Meist wird sich aber zeigen, dass alles im normalen Rahmen liegt.
Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Zähneknirschen bei Kindern
Meist nicht. Bei Kindern unter fünf Jahren ist Zähneknirschen häufig und harmlos und verliert sich in der Regel von selbst, oft mit dem Wechsel zu den bleibenden Zähnen.
Die genaue Ursache ist im Kleinkindalter nicht eindeutig geklärt, vermutlich gehört es zur normalen Entwicklung. Bei Schulkindern kann Stress eine Rolle spielen. Das Gerücht, Knirschen deute auf Würmer hin, ist nicht belegt.
Bei den meisten Kindern ist keine Behandlung nötig. Entspannung und feste Einschlafrituale können helfen. Eine Aufbissschiene fertigt der Zahnarzt nur bei Bedarf an, im frühen Milchgebiss ist sie selten erforderlich.
Wenn dein Kind über wiederkehrende Kopf-, Gesichts- oder Ohrenschmerzen klagt, die Zähne sichtbar abgenutzt sind oder das Knirschen sehr stark ist und auch tagsüber auftritt.
Nein, dieser verbreitete Mythos ist nicht belegt. In den Beschwerdebildern von Wurmerkrankungen kommt Zähneknirschen nicht vor. Typisches Zeichen für Madenwürmer ist vielmehr nächtlicher Juckreiz am After.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung.
Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Nächtliches Zähneknirschen kann Kopfschmerzen verursachen · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Wurmerkrankungen
Neeltje
Interessant, das auch Kieferfehlstellungen für das Zähneknirschen verantwortlich sein kann. Ich denke auch, dass dies vielleicht der Fall bei meiner Tochter sein könnte. Vielleicht werden wir mal einen Experten für Kieferorthopädie aufsuchen müssen.