Auf dem Spielplatz schubst dein Kind ein anderes vom Klettergerüst, in der Krabbelgruppe haut es der Freundin auf den Kopf, weil sie den Bagger hatte. Du eilst hin, entschuldigst dich, und in dir mischen sich Scham und die bange Frage, warum dein Kind so etwas tut und ob mit ihm etwas nicht stimmt.
Die beruhigende Wahrheit: Hauen und Schubsen sind im Kleinkindalter weit verbreitet und meist kein Zeichen von Aggressivität, sondern von Überforderung. In einer Phase, in der Sprache und Selbststeuerung erst heranreifen, entlädt sich ein starkes Gefühl manchmal über die Hände.
Dein Kind ist nicht böse. Ihm fehlen oft die Worte für Frust oder Wunsch, und die innere Bremse, die Erwachsenen zur Verfügung steht, reift erst noch heran.
Warum Kleinkinder hauen und schubsen
Hinter dem Schlagen steckt fast immer ein nachvollziehbarer Grund, kein böser Wille. Diese Auslöser sind besonders häufig:
- Fehlende Worte: Dein Kind ist überwältigt von Frust oder will ein Spielzeug, kann das aber noch nicht sagen.
- Impulse ohne Bremse: Die Selbststeuerung ist noch unreif, dein Kind handelt, ohne die Folgen zu bedenken.
- Überreizung und Müdigkeit: Ein erschöpftes oder überreiztes Kind verliert schneller die Kontrolle.
- Ausprobieren: Manchmal testet ein Kind einfach, welche Reaktion sein Verhalten auslöst.

So reagierst du im Moment
Eine ruhige, klare und sofortige Reaktion hilft am meisten. Unterbrich das Hauen umgehend, geh auf Augenhöhe und sag in einfachen Worten, dass Hauen wehtut und nicht erlaubt ist, ohne zu schreien. Wende dich danach dem getroffenen Kind tröstend zu, damit dein Kind sieht, dass die Aufmerksamkeit zum Verletzten geht. Bleib dabei ruhig, denn Schreien oder gar Zurückhauen verstärkt das Verhalten nur und beschädigt das Vertrauen. Es geht darum, eine klare Grenze zu setzen und zugleich das Bedürfnis dahinter zu sehen, wie der Beitrag dazu zeigt, wie du klare Grenzen halten kannst.
So beugst du dem Hauen vor
Am wirksamsten ist es, die typischen Auslöser zu kennen und früh gegenzusteuern. Bleib in angespannten Spielsituationen in der Nähe und vermittle, bevor es zum Schlag kommt. Sorge für genug Schlaf, Pausen und weniger Reizüberflutung, denn ein ausgeglichenes Kind haut seltener. Der wichtigste langfristige Hebel ist, deinem Kind zu helfen, seine Bedürfnisse in Worte zu fassen. Je besser ein Kind sagen kann, dass es wütend ist oder ein Spielzeug haben möchte, desto weniger muss es schlagen, wie der Beitrag dazu zeigt, wie du Gefühle benennen lernen kannst. Und wie du die Wut dahinter ruhig begleitest, vertieft der Beitrag dazu, den Frust ruhig begleiten.
Viele Eltern finden in einfühlsamen Bilderbüchern zum Thema Wut und Hände sind zum Streicheln da eine gute Unterstützung, die Kindern hilft, ihr Verhalten zu verstehen.

Geduld zahlt sich aus
Verhaltensänderungen brauchen bei kleinen Kindern Zeit, und ein einzelnes Gespräch wird das Hauen nicht sofort beenden. Wichtig ist, immer wieder ruhig und klar dieselbe Grenze zu setzen und deinem Kind verlässlich zu zeigen, wie es seine Bedürfnisse anders ausdrücken kann. Hilfreich ist auch, dein Kind nicht als Hauer abzustempeln, denn solche Etiketten können das Verhalten festigen. Begegne ihm stattdessen mit der Gewissheit, dass es sich um eine vorübergehende Phase handelt, die viele Kinder durchlaufen.
Wann ein genauerer Blick sinnvoll ist
In den meisten Fällen ist Hauen eine normale, vorübergehende Phase. Genauer hinschauen lohnt sich, wenn dein Kind weit über das Kleinkindalter hinaus häufig und heftig schlägt, wenn das Hauen mit anderem stark aggressivem Verhalten einhergeht, wenn es andere ernsthaft verletzt oder wenn es sich auch sonst auffällig zurückzieht oder leidet. Auch wenn das Verhalten trotz ruhiger, konsequenter Begleitung über lange Zeit nicht weniger wird, ist ein Gespräch mit der Kinderärztin oder einer Erziehungsberatungsstelle sinnvoll. Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung.
Wenn dein Kind das nächste Mal haut und du am liebsten im Boden versinken würdest, erinnere dich: Dein Kind ist kein aggressives Kind, sondern ein kleiner Mensch, der überfordert ist und noch lernt, sich anders auszudrücken. Mit deiner ruhigen Begleitung wird aus dem hauenden Kleinkind ein Kind, das sagen kann, was es braucht.
Quellen: Kindergesundheit-Info der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) · Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (kinderaerzte-im-netz.de)
Häufige Fragen zum Hauen und Schubsen bei Kleinkindern
Hauen und Schubsen sind im Kleinkindalter verbreitet und meist kein Zeichen von Aggressivität, sondern Ausdruck von Überforderung. Kleinen Kindern fehlen oft die Worte, um Frust, Wut oder den Wunsch nach einem Spielzeug auszudrücken, und die Fähigkeit, Impulse zu bremsen, ist noch nicht ausgereift. So entlädt sich ein starkes Gefühl impulsiv über die Hände. Manchmal probieren Kinder auch aus, welche Reaktion ihr Verhalten auslöst, oder sie sind müde, überreizt oder eifersüchtig. In fast allen Fällen ist das Hauen ein normales, vorübergehendes Verhalten in einer Phase, in der Sprache und Selbststeuerung erst heranreifen, und kein Erziehungsfehler.
Am wirksamsten ist eine ruhige, klare und sofortige Reaktion. Unterbrich das Hauen umgehend, geh auf Augenhöhe und sag in einfachen Worten, dass Hauen wehtut und nicht erlaubt ist, ohne zu schreien. Wende dich danach dem getroffenen Kind tröstend zu, damit dein Kind sieht, dass die Aufmerksamkeit zum Verletzten geht. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und nicht selbst zu schlagen oder zurückzuhauen, denn das verstärkt das Verhalten und beschädigt das Vertrauen. Versuche herauszufinden, was den Schlag ausgelöst hat, und hilf deinem Kind, sein Bedürfnis künftig anders auszudrücken. Geduld ist entscheidend, denn das Verhalten ändert sich nicht über Nacht.
Nein, zurückhauen ist keine gute Idee und schadet mehr, als es nützt. Ein Kleinkind versteht den Zusammenhang nicht als Lektion, sondern erlebt nur, dass die geliebte Bezugsperson ihm wehtut, was es verunsichert und das Vertrauen beschädigt. Außerdem lernt das Kind dadurch, dass Schlagen ein normales Mittel im Umgang miteinander ist, und ahmt genau das nach, was es vorgelebt bekommt. Genauso wenig hilft Anschreien oder harte Bestrafung. Wirksam ist stattdessen eine ruhige, klare Grenze verbunden mit Verständnis für das Bedürfnis dahinter. Dein Kind lernt am besten, indem du ihm zeigst, wie es seine Gefühle und Wünsche anders ausdrücken kann.
Vorbeugen lässt sich Hauen, indem du die typischen Auslöser bei deinem Kind kennst und entschärfst. Achte auf Anzeichen von Frust, Müdigkeit oder Überforderung und greife früh ein, etwa indem du in angespannten Spielsituationen in der Nähe bleibst und vermittelst, bevor die Situation eskaliert. Hilf deinem Kind, seine Bedürfnisse in Worte zu fassen, indem du seine Gefühle benennst und ihm einfache Sätze anbietest, um etwa ein Spielzeug einzufordern. Sorge für genug Schlaf, Pausen und nicht zu reizüberflutete Situationen, denn ein ausgeglichenes Kind haut seltener. Je besser ein Kind sagen kann, was es braucht, desto weniger muss es schlagen.
In den meisten Fällen ist Hauen eine normale, vorübergehende Phase, die mit der Entwicklung von Sprache und Selbstkontrolle nachlässt. Genauer hinschauen lohnt sich aber, wenn ein Kind weit über das Kleinkindalter hinaus häufig und heftig schlägt, wenn das Hauen mit anderem stark aggressivem Verhalten einhergeht, wenn dein Kind dabei andere ernsthaft verletzt oder wenn es sich auch sonst auffällig zurückzieht oder leidet. Auch wenn das Verhalten trotz ruhiger, konsequenter Begleitung über lange Zeit nicht weniger wird, ist Unterstützung sinnvoll. Dann kann ein Gespräch mit der Kinderärztin oder einer Erziehungsberatungsstelle helfen, mögliche Ursachen einzuordnen und gemeinsam Wege zu finden.
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