Reagiert mein Kind eigentlich richtig auf Geräusche und auf meine Stimme? Gut zu hören ist die Grundlage dafür, dass ein Kind sprechen lernt. Eine Hörstörung bleibt aber leicht unbemerkt, gerade weil das Kind ja auf vieles reagiert. Umso wichtiger ist es, die Anzeichen zu kennen.
Hier liest du, warum Hören für die Sprache so wichtig ist, was das Neugeborenen-Hörscreening leistet, was die häufigste Hörstörung im Kleinkindalter ist und an welchen Warnzeichen du eine Schwerhörigkeit erkennst.
Kurz gesagt
Hören ist die Grundlage der Sprachentwicklung, die wichtigsten Weichen werden in den ersten beiden Lebensjahren gestellt. Schon nach der Geburt wird das Gehör mit dem Neugeborenen-Hörscreening geprüft. Die häufigste Hörstörung bei Kleinkindern ist vorübergehend und entsteht durch Flüssigkeit im Mittelohr (Paukenerguss), oft nach Infekten oder bei vergrößerten Polypen. Reagiert dein Kind nicht auf Geräusche, spricht es verzögert oder dreht es alles sehr laut, gehört das ärztlich abgeklärt. Je früher eine Hörstörung erkannt wird, desto besser.
Warum gutes Hören so wichtig ist
Sprechen lernt ein Kind, indem es hört, die Laute und Wörter seiner Umgebung aufnimmt und nachahmt. Die entscheidenden Grundlagen dafür werden in den ersten beiden Lebensjahren gelegt, wenn Hörbahn und Gehirn reifen. Hört ein Kind in dieser Zeit schlecht, ohne dass es bemerkt wird, gerät die Sprachentwicklung ins Stocken, und das lässt sich später nur schwer aufholen. Deshalb gilt beim Hören in besonderem Maße: Je früher ein Problem erkannt wird, desto besser.

Das Neugeborenen-Hörscreening
Damit angeborene Hörstörungen früh entdeckt werden, hat jedes Neugeborene in Deutschland Anspruch auf ein Hörscreening. Es findet meist schon in den ersten Lebenstagen statt, dauert nur wenige Minuten und ist für das Baby völlig schmerzfrei, oft wird es im Schlaf gemacht. Dabei wird gemessen, ob das Innenohr auf Töne reagiert. Ist das Ergebnis auffällig oder unklar, bedeutet das noch keine Diagnose, sondern es folgen eine Kontrolle und gegebenenfalls genauere Untersuchungen. So lässt sich eine angeborene Schwerhörigkeit sehr früh erkennen und behandeln.
Die häufigste Ursache im Kleinkindalter
Nicht jede Hörminderung ist angeboren oder dauerhaft. Die mit Abstand häufigste Hörstörung bei kleinen Kindern ist vorübergehend: Bei einem Paukenerguss sammelt sich Flüssigkeit im Mittelohr, oft im Gefolge von Erkältungen und Mittelohrentzündungen oder bei vergrößerter Rachenmandel. Das Trommelfell schwingt dann schlechter, und das Kind hört wie durch Watte. Diese Schallleitungsstörung verschwindet meist von selbst oder lässt sich gut behandeln. Davon zu unterscheiden ist die bleibende Schwerhörigkeit, die das Innenohr oder den Hörnerv betrifft und mit Hörgeräten oder in schweren Fällen mit einem Cochlea-Implantat versorgt wird, je früher, desto besser für die Sprache.

Woran erkenne ich, dass mein Kind schlecht hört?
Je nach Alter gibt es typische Warnzeichen, bei denen du das Gehör abklären lassen solltest:
- Im Säuglingsalter
Das Baby erschrickt nicht bei lauten, plötzlichen Geräuschen und dreht sich mit einigen Monaten nicht zur Geräuschquelle oder zur Stimme hin. Auffällig ist auch, wenn das Brabbeln wieder abnimmt. - Im Kleinkindalter
Das Kind reagiert nicht zuverlässig, wenn man es ruft, vor allem ohne Blickkontakt, und die Sprachentwicklung ist verzögert. - Lautstärke und Nachfragen
Das Kind stellt Fernseher oder Spielzeug auffallend laut, spricht selbst sehr laut oder fragt häufig nach. - Nach Infekten
Nach wiederholten Erkältungen oder Mittelohrentzündungen wirkt das Kind, als höre es schlechter, ein möglicher Hinweis auf einen Paukenerguss.
Beim kleinsten Zweifel ist die Kinderarztpraxis die richtige erste Anlaufstelle, von dort geht es bei Bedarf weiter zum HNO-Arzt oder in eine auf das kindliche Gehör spezialisierte Stelle. Lieber einmal zu oft prüfen lassen als eine Hörstörung zu spät zu erkennen.
Wie eine vergrößerte Rachenmandel das Hören beeinträchtigen kann, liest du im Beitrag Polypen bei Kindern. Weitere Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zum Hören bei Kindern
Weil Kinder Sprechen durch Hören lernen. Die wichtigsten Grundlagen werden in den ersten beiden Lebensjahren gelegt. Eine unbemerkte Hörstörung in dieser Zeit bremst die Sprachentwicklung, was sich später nur schwer aufholen lässt.
Eine kurze, schmerzfreie Untersuchung des Gehörs, auf die jedes Neugeborene in Deutschland Anspruch hat. Sie findet meist in den ersten Lebenstagen statt und prüft, ob das Innenohr auf Töne reagiert. Bei auffälligem Ergebnis folgen Kontrollen.
Eine vorübergehende Schallleitungsstörung durch einen Paukenerguss, also Flüssigkeit im Mittelohr. Sie entsteht oft nach Erkältungen oder Mittelohrentzündungen oder bei vergrößerter Rachenmandel und ist meist gut behandelbar.
Wenn es nicht bei lauten, plötzlichen Geräuschen erschrickt, sich mit einigen Monaten nicht zur Stimme oder Geräuschquelle dreht oder das Brabbeln wieder abnimmt. Im Kleinkindalter sind verzögerte Sprache, lautes Aufdrehen und häufiges Nachfragen Warnzeichen.
Beim kleinsten Zweifel zur Kinderarztpraxis gehen, von dort bei Bedarf weiter zum HNO-Arzt oder zur Pädaudiologie. Je früher eine Hörstörung erkannt und behandelt wird, desto besser für die Sprachentwicklung.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Hörstörung wende dich an die Kinderarzt- oder HNO-Praxis.
Quellen: HNO-Ärzte-im-Netz: Neugeborenen-Hörscreening · HNO-Ärzte-im-Netz: Schwerhörigkeit bei Kindern und Jugendlichen · BZgA / kindergesundheit-info.de: Hörstörungen frühzeitig erkennen
eleftheria-phersephoni
HILFE!!!ICH BIN 13 UND HÖRE KAUM WAS UND MUSS IMMER NACHFRAGEN.Was kann ich noch machen? Ich will kein Hörgerät etc.:'(
Lisa
Hey,
du solltest in jedem Fall einen HNO-Arzt aufsuchen und durch einen Hörtest abklären lassen, ob eine Hörstörung vorliegt. Wenn ja ist es nur zu deinem besten ein Hörgerät oder andere Hörhilfen zu nutzen. Unser Sohn hat auch beidseitig Hörgeräte. Je normaler man damit umgeht, desto weniger bemerkt es auch die Umwelt. Was ist unangenehmer? Ständig nachzufragen und in vielen Situationen wichtige oder interessante INformationen nicht zu hören oder ein kleiner Knopf im Ohr? Trau dich und such einen Arzt auf!
Alles Liebe für deine Zukunft, lass mich doch wissen wenn sich etwas ergeben hat!
LG,Lisa