Die Diagnose steht fest: Dein Kind braucht eine Brille. Viele Eltern sind im ersten Moment besorgt, ob das Kind die Brille akzeptiert, ob sie hält, ob andere Kinder hänseln. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Brille und etwas Begleitung gewöhnen sich die meisten Kinder erstaunlich schnell daran, sie sehen ja endlich scharf.
Hier liest du, worauf es bei einer Kinderbrille ankommt, wie du deinem Kind das Tragen erleichterst, wie lange die Brille getragen werden sollte und wie du gerade einer Kurzsichtigkeit entgegenwirken kannst.
Kurz gesagt
Wichtig bei einer Kinderbrille sind ein guter Sitz, ein robustes, leichtes Gestell und bruchsichere Kunststoffgläser. Damit dein Kind die Brille gut annimmt, hilft es, sie positiv zu besetzen, das Kind mit aussuchen zu lassen und sie konsequent tragen zu lassen, denn nur so kann sich das Sehen richtig entwickeln. Gegen das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit hilft vor allem viel Tageslicht: Schon rund zwei Stunden draußen am Tag senken das Risiko deutlich.
Worauf kommt es bei einer Kinderbrille an?
Eine Kinderbrille muss anderen Anforderungen genügen als eine Erwachsenenbrille, denn sie wird beim Toben, Spielen und Hinfallen beansprucht. Wichtig sind diese Punkte:
- Guter Sitz
Die Brille darf nicht drücken und nicht rutschen. Sie sollte fest sitzen, damit das Kind immer durch die Mitte der Gläser schaut, sonst wirkt die Korrektur nicht richtig. - Robustes, leichtes Gestell
Flexible, bruchfeste Materialien und ein geringes Gewicht halten dem Alltag stand und werden als angenehm empfunden. Weiche Bügel oder ein Kopfband helfen bei kleinen Kindern. - Bruchsichere Kunststoffgläser
Gläser aus Kunststoff sind leicht und splittern nicht, ein UV-Schutz ist je nach Bedarf sinnvoll. Ob eine Entspiegelung infrage kommt, wägt der Optiker im Einzelfall ab, sie kann Kunststoffgläser bruchempfindlicher machen. - Kind mitentscheiden lassen
Darf das Kind Farbe und Form mit aussuchen, trägt es die Brille deutlich lieber. Eine Brille, die gefällt, wird zur Lieblingsbrille statt zum lästigen Pflichtstück.

So gewöhnt sich dein Kind an die Brille
Kinder orientieren sich an ihren Eltern. Wenn du die Brille selbstverständlich und positiv behandelst, fällt es deinem Kind leichter. Setze die Brille anfangs in ruhigen, schönen Momenten auf, wie beim Bilderbuchanschauen, damit dein Kind den Gewinn an Schärfe direkt erlebt. Lob und Geduld sind effektiver als Druck. Vorbilder sind ebenfalls hilfreich, sei es ein Elternteil mit Brille oder eine Lieblingsfigur. Wichtig ist die Konsequenz: Die Brille sollte nach Anweisung der Augenärztin oder des Augenarztes getragen werden, denn nur mit scharfem Bild kann sich das Sehen in den entscheidenden Jahren richtig entwickeln. Besonders wenn zusätzlich eine Schwachsichtigkeit behandelt wird, ist regelmäßiges Tragen wichtig.

Kurzsichtigkeit: was du tun kannst
Kurzsichtigkeit nimmt bei Kindern weltweit zu. Sie ist nicht nur eine Frage der Brillenstärke, denn eine sehr ausgeprägte Kurzsichtigkeit kann im späteren Leben das Risiko für Augenerkrankungen erhöhen. Umso erfreulicher ist, dass du das Fortschreiten beeinflussen kannst. Am besten belegt ist die Wirkung von Tageslicht: Augenärzte weisen darauf hin, dass schon rund zwei Stunden Aufenthalt im Freien pro Tag das Risiko, kurzsichtig zu werden, deutlich senken können. Schick dein Kind also viel nach draußen.
Als sinnvolle Ergänzung gilt, langes Sehen in die Nähe nicht ausufern zu lassen: regelmäßige Pausen bei Naharbeit wie Lesen oder Bildschirmnutzung, ausreichend Abstand und gute Beleuchtung. Wie stark sich Bildschirmzeit konkret auswirkt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt, ein maßvoller Umgang schadet aber nicht. Bei stark fortschreitender Kurzsichtigkeit gibt es zudem spezielle Behandlungen, die die Augenärztin oder der Augenarzt im Einzelfall bespricht.
Wie du überhaupt erkennst, ob dein Kind schlecht sieht, liest du im Beitrag Braucht mein Kind eine Brille?. Weitere Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zur Brille beim Kind
Auf einen guten, rutschfesten Sitz, ein robustes und leichtes Gestell sowie bruchsichere Kunststoffgläser. Lass dein Kind Farbe und Form mit aussuchen, dann trägt es die Brille deutlich lieber.
Geh selbst positiv und selbstverständlich mit der Brille um, setz sie anfangs in schönen, ruhigen Momenten auf, damit das Kind den Gewinn an Schärfe erlebt, und arbeite mit Lob und Geduld statt mit Druck. Vorbilder mit Brille helfen ebenfalls.
So, wie es die Augenärztin oder der Augenarzt verordnet, oft den ganzen Tag. Nur mit scharfem Bild kann sich das Sehen in den entscheidenden Jahren richtig entwickeln. Wird zusätzlich eine Schwachsichtigkeit behandelt, ist konsequentes Tragen besonders wichtig.
Ganz verhindern nicht, aber das Risiko senken. Am besten belegt ist Tageslicht: Schon rund zwei Stunden im Freien pro Tag senken das Risiko für Kurzsichtigkeit deutlich. Ergänzend helfen Pausen bei Naharbeit, genug Abstand und gute Beleuchtung.
Langes Sehen in die Nähe steht im Verdacht, Kurzsichtigkeit zu fördern, der genaue Effekt von Bildschirmen ist aber noch nicht abschließend geklärt. Maßvolle Nutzung mit Pausen, ausreichend Abstand und viel Zeit draußen ist die sinnvolle Empfehlung.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Stärke und Tragezeit der Brille legt die Augenarztpraxis fest.
Quellen: Berufsverband der Augenärzte (BVA): Tageslicht schützt vor Kurzsichtigkeit · Berufsverband der Augenärzte (BVA): Kurzsichtigkeit (Myopie) · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Anzeichen für Probleme mit den Augen
Silvia Tot
hallo! mein Sohn ist 15 monate alt und braucht eine Brille – jetzt habe ich schon alles mögliche versucht aber leider ohne erfolg. er verweigert sie und nimmt sie wieder runter, wenn ich sei mal überhaupt rauf geben könnte… was könnte ich tun, denn der kleine kerl versteht das ja gar nicht wieso jetzt etwas auf seine nase muss…
ich hoffe sie können mir helfen.
Danke im Voraus
Lisa
Da hilft nur Geduld und immer wieder aufsetzen. Meist kommt irgendwann der Moment bei dem Kinder bemerken, dass ihnen die Brille hilft.Wir kennen das sehr gut von unserem Sohn. Er hat mit 8 Monaten Hörgeräte bekommen und sie auch erst lange nicht akzeptiert und rausgezogen. Irgendwann hat er regelrecht danach gefragt. Ich kann euch also Hoffnung machen. Habt ihr evtl. auch so ein Brillenband für den Sport? Damit hält die Brille evtl. leichter und er zieht sie nicht ganz so einfach runter? So etwas wie die hier: http://amzn.to/2cxtuUa ?