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Schielen bei Kindern: warum Früherkennung so wichtig ist

Autor

Lisa

Veröffentlicht

09.06.2013

Aktualisiert

01.07.2026

Schielen bei Kindern: warum Früherkennung so wichtig ist

Ein Auge weicht ab, schaut nach innen oder außen, während das andere geradeaus blickt: Schielen sieht harmlos aus, ist aber bei Kindern ein ernstes Thema. Denn dauerhaftes Schielen kann das Sehen eines Auges dauerhaft schwächen, wenn es nicht früh erkannt und behandelt wird.

Hier liest du, warum Schielen für die Sehentwicklung so gefährlich ist, wann gelegentliches Schielen bei Babys noch normal ist, ab wann du es abklären lassen solltest und wie die Behandlung aussieht.

Warum Schielen gefährlich ist

Wenn ein Auge ständig abweicht, sieht das Kind eigentlich doppelt. Um diese störenden Doppelbilder zu vermeiden, schaltet das kindliche Gehirn das Bild des schielenden Auges einfach ab. Das klingt praktisch, hat aber schwere Folgen: Das unterdrückte Auge wird immer weniger genutzt und entwickelt sich nicht richtig, es wird schwachsichtig. Diese sogenannte Amblyopie sitzt nicht im Auge selbst, sondern entsteht im Gehirn. Unbehandelt bleibt die Sehschwäche ein Leben lang bestehen. Schielen ist eine der häufigsten Ursachen dafür.

Früherkennung beim Augenarzt ist beim Schielen entscheidend

Wann ist Schielen bei Babys noch normal?

In den ersten Lebenswochen können Babys ihre Augen noch nicht sicher koordinieren, ein gelegentliches Schielen ist da kein Grund zur Beunruhigung. Auch ein scheinbares Schielen kommt vor: Manche Säuglinge haben eine breite Nasenwurzel oder ausgeprägte Lidfalten, die ein Schielen nur vortäuschen, dieser Pseudostrabismus ist harmlos. Entscheidend ist die Dauerhaftigkeit: Weicht ein Auge ständig ab oder tritt das Schielen plötzlich auf, ist keine Zeit zu verlieren und es gehört umgehend augenärztlich abgeklärt.

Wann zum Augenarzt?

Weil ein kleiner Teil des Schielens versteckt verläuft und Eltern es nicht immer erkennen, sind die augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen so wichtig. Such ärztlichen Rat in diesen Fällen:

Das Abkleben des besseren Auges trainiert das schwächere

Wie wird Schielen behandelt?

Die Untersuchung und Behandlung übernehmen Augenärztin oder Augenarzt zusammen mit einer Orthoptistin in der sogenannten Sehschule. Die Behandlung setzt an mehreren Punkten an: Eine Brille gleicht eine zugrunde liegende Fehlsichtigkeit aus. Zentral ist die Okklusionstherapie, bei der das bessere Auge stundenweise mit einem Pflaster abgeklebt wird, damit das schwächere Auge trainiert wird und das Gehirn lernen muss, es zu nutzen. In manchen Fällen wird die Augenstellung später operativ korrigiert.

Warum die Eile? Eine Schwachsichtigkeit lässt sich nur in den ersten Lebensjahren gut beheben. Schon ab etwa drei Jahren sinken die Erfolgsaussichten deutlich, und zu Schulbeginn ist eine schielbedingte Sehschwäche oft nicht mehr auszugleichen. Deshalb gilt: lieber einmal zu viel zum Augenarzt als die entscheidende Zeit verstreichen lassen.

Auch ohne Schielen lohnt der Blick auf die Sehkraft, mehr dazu im Beitrag Braucht mein Kind eine Brille?. Weitere Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zum Schielen bei Kindern

Weil das Gehirn das Bild des schielenden Auges unterdrückt, um Doppelbilder zu vermeiden. Das ungenutzte Auge wird dadurch schwachsichtig (Amblyopie). Unbehandelt bleibt diese Sehschwäche dauerhaft bestehen.

In den ersten Lebenswochen ist gelegentliches Schielen normal, weil die Augenkoordination noch reift. Auch ein scheinbares Schielen durch eine breite Nasenwurzel ist harmlos. Dauerhaftes oder plötzlich auftretendes Schielen sollte aber immer abgeklärt werden.

Bei dauerhaftem oder plötzlichem Schielen sofort. Bei familiärer Vorbelastung schon im ersten Lebensjahr. Alle Kinder sollten auch ohne Auffälligkeiten spätestens mit etwa zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren augenärztlich untersucht werden.

Mit einer Brille zum Ausgleich der Fehlsichtigkeit, vor allem aber mit der Okklusionstherapie, bei der das bessere Auge stundenweise abgeklebt wird, um das schwächere zu trainieren. In manchen Fällen folgt eine Operation der Augenstellung.

Weil eine Schwachsichtigkeit nur in den ersten Lebensjahren gut behebbar ist. Schon ab etwa drei Jahren sinken die Erfolgsaussichten, und zu Schulbeginn ist eine schielbedingte Sehschwäche meist nicht mehr auszugleichen.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei dauerhaftem oder plötzlichem Schielen wende dich umgehend an eine Augenarztpraxis.

Quellen: Berufsverband der Augenärzte (BVA): Schielt mein Kind? · Berufsverband der Augenärzte (BVA): Patientenbroschüre Schielen und Amblyopie · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Amblyopie, schlechtes Sehen trotz guter Augen

Kommentare

Bei unserer Tochter wurde das Schielen erst beim U-Untersuchungstermin entdeckt, uns selbst war nichts aufgefallen. Heute trägt sie eine Brille und Augenpflaster, je früher man dran ist, desto besser stehen die Chancen.

Genau dieses Augenpflaster ist bei uns ein Drama. Wie habt ihr eure Kinder dazu gebracht, das den ganzen Tag zu tragen?

stefan.rasselbande

Wir haben das Pflaster zum Spiel gemacht und die Kinderaugenärztin gab uns bunte Motivpflaster mit. Außerdem ein Belohnungssystem mit Stickern. Nach zwei Wochen war es Routine.

Wichtiger Artikel. Viele wissen nicht, dass eine Schwachsichtigkeit nach einem bestimmten Alter kaum noch korrigierbar ist. Bitte geht mit euren Kindern zur Vorsorge.

Bei meinem Neffen wurde es leider zu spät erkannt, ein Auge ist dauerhaft schwächer geblieben. Genau deshalb kann man nicht oft genug auf die Früherkennung hinweisen.


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