Der Weg zur Kita ist noch fröhlich, doch an der Tür beginnt das Drama: Dein Kind klammert, weint, will dich nicht gehen lassen. Du gehst mit schlechtem Gewissen zur Arbeit und fragst dich, ob es deinem Kind in der Kita schlecht geht. Die entlastende Wahrheit erfährst du oft, wenn du bei der Erzieherin nachfragst.
Denn die allermeisten Kinder beruhigen sich kurz nach dem Abschied wieder und spielen fröhlich, oft schon nach wenigen Minuten. Das morgendliche Weinen und Klammern ist Ausdruck der tiefen Bindung an dich und meist völlig normal, kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Und mit der richtigen Gestaltung des Abschieds wird es leichter.
Die meisten Kinder beruhigen sich wenige Minuten nach dem Abschied. Das Klammern zeigt die tiefe Bindung an dich, nicht, dass es dem Kind in der Kita schlecht geht.
Warum der tägliche Abschied so schwerfällt
Der Abschied von der wichtigsten Bezugsperson ist für viele Kinder ein großer Moment, auch bei guter Eingewöhnung:
- Tiefe Bindung: Die Trennung von dir löst verständlicherweise Traurigkeit oder Unsicherheit aus.
- Phasenweise: Oft ist es schlimmer nach den Ferien, bei Veränderungen, beim Fremdeln oder in Entwicklungsschüben.
- Tagesform: Müde oder ausgelaugte Kinder tun sich mit dem Abschied schwerer.
- Kein Alarmzeichen: Beruhigt sich dein Kind kurz danach, ist das Klammern eine normale Reaktion.
Sitzt die Eingewöhnung noch nicht ganz, hilft der Beitrag dazu, wie ihr die Eingewöhnung gut gestalten könnt.

So gestaltest du den Abschied
Ein gelungener Abschied ist liebevoll, klar und verlässlich. Sehr hilfreich ist ein festes, immer gleiches Abschiedsritual, etwa eine bestimmte Umarmung, ein Winken am Fenster oder ein kurzer Spruch, denn das gibt Sicherheit und Vorhersehbarkeit. Verabschiede dich bewusst und ehrlich, halte den Abschied aber kurz und zieh ihn nicht in die Länge, denn langes Zögern macht es schwerer. Bleibe selbst ruhig und zuversichtlich, denn dein Kind spürt deine Anspannung und dein schlechtes Gewissen. Vermittle ihm, dass du wiederkommst, und nenne einen verständlichen Zeitpunkt, etwa nach dem Mittagessen. Übergib dein Kind vertrauensvoll an die Erzieherin und gib ihm bei Bedarf ein Kuscheltier mit.

Niemals heimlich verschwinden
So verlockend es ist, den tränenreichen Abschied zu umgehen, indem du gehst, während dein Kind abgelenkt spielt: Schleich dich auf keinen Fall heimlich davon. Ein heimliches Verschwinden untergräbt das Vertrauen und kann die Verlustangst verstärken, denn merkt dein Kind, dass du plötzlich weg bist, will es dich womöglich ständig im Blick behalten und klammert noch mehr, aus Sorge, du könntest jederzeit unbemerkt gehen. Besser ist immer ein bewusster, ehrlicher Abschied, bei dem du dich klar verabschiedest und dann auch gehst, selbst wenn dein Kind weint. Diese Verlässlichkeit gibt ihm Sicherheit. Wenn dahinter eine ausgeprägtere Trennungsangst steckt, hilft der Beitrag dazu, wie du Trennungsangst einfühlsam begleiten kannst. Lässt sich dein Kind gar nicht beruhigen, wirkt den ganzen Tag unglücklich oder verschlimmern sich die Probleme, sprich mit den Erzieherinnen und gegebenenfalls der Kinderärztin.
Der tägliche Abschied an der Kita-Tür gehört zu den kleinen Herzschmerz-Momenten der Elternschaft, doch er ist meist harmloser, als er sich anfühlt. Wenn du den Abschied liebevoll, kurz und verlässlich gestaltest, ehrlich bleibst und darauf vertraust, dass dein Kind kurz darauf wieder fröhlich spielt, gibst du ihm die Sicherheit, dass es sich auf dich verlassen kann, und mit der Zeit fällt das Loslassen euch beiden leichter.
Quellen: Kindergesundheit-Info der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) · Familienportal des Bundesfamilienministeriums (familienportal.de)
Häufige Fragen zum Abschied in der Kita
Dass ein Kind sich morgens beim Abschied an die Eltern klammert und weint, ist sehr verbreitet und in den meisten Fällen völlig normal, auch wenn das Kind schon länger gut eingewöhnt ist. Der Abschied von der wichtigsten Bezugsperson fällt vielen Kindern schwer, denn die Bindung an die Eltern ist tief, und die Trennung löst verständlicherweise Traurigkeit oder Unsicherheit aus. Das Weinen und Klammern ist Ausdruck dieser Gefühle und kein Zeichen dafür, dass es dem Kind in der Kita schlecht geht oder dass etwas falsch läuft. Tatsächlich beruhigen sich die allermeisten Kinder kurz nach dem Abschied wieder und spielen fröhlich, oft schon wenige Minuten später, was die Erzieherinnen meist bestätigen können. Manche Kinder durchleben den schwierigen Abschied auch nur in bestimmten Phasen, etwa nach den Ferien, bei Veränderungen, beim Fremdeln, in Entwicklungsschüben oder wenn sie müde oder ausgelaugt sind. Wichtig ist, die Gefühle des Kindes ernst zu nehmen, ihm Sicherheit zu geben und den Abschied liebevoll und verlässlich zu gestalten. In den allermeisten Fällen ist das morgendliche Klammern eine normale, vorübergehende Reaktion, die mit der Zeit und mit guter Begleitung nachlässt.
Ein gelungener Abschied ist liebevoll, klar und verlässlich. Sehr hilfreich ist ein festes, immer gleiches Abschiedsritual, etwa eine bestimmte Umarmung, ein Winken am Fenster, ein Kuss oder ein kurzer Spruch, denn solche Rituale geben dem Kind Sicherheit und Vorhersehbarkeit. Verabschiede dich bewusst und ehrlich, schleiche dich also niemals heimlich davon, auch wenn das verlockend erscheint, denn das untergräbt das Vertrauen und kann die Verlustangst sogar verstärken. Halte den Abschied kurz und ziehe ihn nicht in die Länge, denn ein langes Verabschieden mit immer neuem Zögern macht es für das Kind oft schwerer. Bleibe selbst möglichst ruhig und zuversichtlich und strahle Sicherheit aus, denn dein Kind spürt deine eigene Anspannung oder dein schlechtes Gewissen und wird dadurch zusätzlich verunsichert. Vermittle deinem Kind, dass du wiederkommst, und benenne nach Möglichkeit einen für das Kind verständlichen Zeitpunkt, etwa nach dem Mittagessen. Übergib dein Kind vertrauensvoll an die Erzieherin, die es auffangen und trösten kann. Gib ihm bei Bedarf ein vertrautes Kuscheltier oder einen Gegenstand von zu Hause mit. Mit einem ruhigen, liebevollen und konsequenten Abschiedsritual fällt der Abschied beiden Seiten mit der Zeit leichter.
Nein, du solltest dich auf keinen Fall heimlich davonschleichen, auch wenn die Versuchung groß ist, den tränenreichen Abschied zu umgehen, indem du gehst, während das Kind gerade abgelenkt spielt. Ein heimliches Verschwinden mag im Moment einfacher erscheinen, untergräbt aber das Vertrauen des Kindes und kann ihm Angst machen, denn wenn es merkt, dass du plötzlich weg bist, ohne dich verabschiedet zu haben, kann das seine Verlustangst verstärken und dazu führen, dass es dich ständig im Blick behalten will und noch stärker klammert, aus Sorge, du könntest jederzeit unbemerkt verschwinden. Besser ist immer ein bewusster, ehrlicher Abschied, bei dem du dich klar verabschiedest, deinem Kind sagst, dass du gehst und wiederkommst, und dann auch gehst, selbst wenn es weint. Das gibt dem Kind die Sicherheit, dass es sich auf dich verlassen kann und dass du ehrlich mit ihm umgehst. Diese Verlässlichkeit ist die Grundlage dafür, dass das Kind Vertrauen fasst und der Abschied mit der Zeit leichter wird. Halte den Abschied kurz, aber ehrlich, und übergib dein Kind liebevoll an die Erzieherin.
In den allermeisten Fällen ist das morgendliche Weinen und Klammern beim Abschied normal und kein Grund zur Sorge, besonders wenn sich das Kind kurz nach dem Abschied beruhigt und den Tag in der Kita gut verbringt. Frage im Zweifel die Erzieherinnen, wie es deinem Kind nach dem Abschied geht, denn ihre Rückmeldung ist sehr aufschlussreich. Aufmerksam werden solltest du jedoch, wenn dein Kind sich gar nicht mehr beruhigen lässt und über lange Zeit verzweifelt ist, wenn es den ganzen Tag in der Kita unglücklich, ängstlich oder zurückgezogen wirkt, wenn die Abschiedsprobleme über einen langen Zeitraum sehr stark bleiben oder sich verschlimmern, oder wenn weitere Auffälligkeiten hinzukommen, etwa starke Ängste, Rückzug, körperliche Beschwerden, Schlafprobleme oder ein deutlicher Stimmungswandel. Auch wenn dein Kind plötzlich und ohne erkennbaren Grund neue, heftige Abschiedsprobleme entwickelt, lohnt ein genauerer Blick, ob etwas dahintersteckt. Sprich in solchen Fällen mit den Erzieherinnen und gegebenenfalls mit der Kinderärztin, um die Ursachen zu klären und gemeinsam Lösungen zu finden. Vertraue dabei auch auf dein Gefühl als Elternteil. In den meisten Fällen aber ist das Klammern beim Abschied eine normale, vorübergehende Phase.
Lena W.
Genau dieses Bild jeden Morgen, das Weinen an der Garderobe hat mir jedes Mal das Herz gebrochen. Die Erzieherin meinte, zwei Minuten nach meinem Gehen sei alles vergessen, das hat mich sehr beruhigt.