Die anderen aus der Klasse haben längst welches, dein Kind fragt immer öfter, und du bist unsicher: Ab wann ist Taschengeld sinnvoll, wie viel ist angemessen, und soll es das überhaupt einfach so bekommen? Hinter diesen Fragen steckt eine größere, nämlich wie dein Kind einen guten Umgang mit Geld lernt. Genau dabei ist Taschengeld das beste Übungsfeld.
Denn Taschengeld ist kein Luxus, sondern ein Lernmittel. In einem geschützten Rahmen darf dein Kind eigene Entscheidungen treffen, sparen und auch aus Fehlkäufen lernen. Damit das gelingt, helfen ein paar klare Grundsätze.
Taschengeld soll dem Kind frei und verlässlich zur Verfügung stehen. Gerade der begrenzte Betrag und die eigenen Fehler sind der eigentliche Lerneffekt.
Ab wann und wie viel
Beginnen kannst du, sobald dein Kind ein erstes Verständnis für Geld entwickelt, meist rund um den Schuleintritt:
- Start: etwa ab fünf bis sechs Jahren, wenn das Kind begreift, dass man Dinge kauft und Geld begrenzt ist.
- Bar und überschaubar: Für jüngere Kinder eignen sich kleine Beträge in bar, die sie anfassen können.
- Kürzere Abstände: Jüngeren Kindern lieber wöchentlich zahlen, weil sie lange Zeiträume schlecht überblicken.
- An Empfehlungen orientieren: Es gibt nach Alter gestaffelte Taschengeldempfehlungen als Anhaltspunkt, entscheide aber nach euren Verhältnissen.

Warum Taschengeld bedingungslos sein sollte
Fachleute raten überwiegend davon ab, Taschengeld an gute Noten oder die Erledigung von Hausarbeiten zu knüpfen. Es soll dem Kind bedingungslos zur Verfügung stehen, damit es den freien Umgang mit Geld lernt, und nicht als Lohn dienen. Wird es an Leistung gekoppelt, lernt das Kind, dass Geld an Bedingungen hängt, und alltägliche Mithilfe in der Familie sollte selbstverständlich sein. Auch das Streichen von Taschengeld als Strafe ist ungünstig, weil es den Lernzweck untergräbt, ähnlich wie der Beitrag zeigt, warum es sich lohnt, auf Strafen verzichten. Möchte ein älteres Kind extra Geld verdienen, können davon getrennte, klar vereinbarte Sonderaufgaben eine gute Sache sein.

So lernt dein Kind den Umgang mit Geld
Kinder lernen den Umgang mit Geld vor allem durch eigenes Ausprobieren und durch dein Vorbild. Lass dein Kind über sein Taschengeld möglichst frei verfügen, auch wenn es etwas kauft, das du für unsinnig hältst, denn gerade aus Fehlkäufen lernt es. Greife nicht ständig ein und lass dein Kind die Erfahrung machen, dass das Geld dann weg ist. Hilf ihm, das Sparen zu entdecken, etwa mit einem Sparschwein für größere Wünsche, und sprich altersgerecht über Geld und Preise. Damit förderst du zugleich, die Selbstständigkeit deines Kindes fördern. Sei selbst ein gutes Vorbild und mache Geld weder zum Tabu noch zum Streitthema.
Mit dem ersten eigenen Taschengeld bekommt dein Kind nicht nur ein paar Münzen, sondern die Chance, einen lebenslang wichtigen Umgang zu üben. Wenn du ihm Freiraum, Verlässlichkeit und ein gutes Beispiel gibst und auch Fehlkäufe gelassen zulässt, entwickelt es nach und nach ein gesundes Verhältnis zu Geld, das ihm weit über die Kindheit hinaus nützt.
Quellen: Familienportal des Bundesfamilienministeriums (familienportal.de) · Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, Taschengeldempfehlungen (bag-jugendschutz.de)
Häufige Fragen zum Taschengeld
Mit Taschengeld kann man beginnen, sobald ein Kind ein erstes Verständnis für Geld entwickelt, in der Regel etwa ab dem Vorschulalter oder spätestens mit dem Schuleintritt, also rund um fünf bis sechs Jahre. In diesem Alter beginnen Kinder zu begreifen, dass man Dinge mit Geld kauft und dass Geld begrenzt ist. Für jüngere Kinder eignen sich kleine Beträge in bar, die sie anfassen und überschauen können, denn abstrakte Zahlen oder digitales Geld sind für sie noch schwer fassbar. Wichtiger als der genaue Startzeitpunkt ist die Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit. Taschengeld soll Kindern ermöglichen, in geschütztem Rahmen den Umgang mit Geld zu üben, eigene Entscheidungen zu treffen, zu sparen und auch aus Fehlkäufen zu lernen. Beginne mit einem kleinen, altersgerechten Betrag und passe ihn mit dem Alter an. Es geht nicht um die Höhe, sondern darum, dass das Kind früh und behutsam lernt, mit eigenem Geld umzugehen.
Die angemessene Höhe des Taschengeldes hängt vom Alter des Kindes und den finanziellen Möglichkeiten der Familie ab. Es gibt offizielle Taschengeldempfehlungen, die als Orientierung dienen und mit dem Alter gestaffelt sind. Für jüngere Schulkinder werden meist kleine wöchentliche Beträge empfohlen, für ältere Kinder und Jugendliche entsprechend mehr, oft dann monatlich. Diese Empfehlungen sind aber nur Anhaltspunkte, keine festen Regeln. Wichtiger als die genaue Summe ist, dass das Taschengeld zur Familie passt, regelmäßig und verlässlich gezahlt wird und dem Kind echten Spielraum für eigene Entscheidungen lässt. Zahle jüngeren Kindern lieber kleinere Beträge in kürzeren Abständen, etwa wöchentlich, weil sie längere Zeiträume noch schlecht überblicken. Vermeide es, das Taschengeld zu hoch anzusetzen, denn ein begrenzter Betrag ist gerade der Lerneffekt. Orientiere dich an den Empfehlungen, aber entscheide letztlich nach euren Verhältnissen und dem, was für dein Kind sinnvoll ist.
Fachleute raten überwiegend davon ab, Taschengeld an Bedingungen wie gute Noten oder die Erledigung von Hausarbeiten zu knüpfen. Taschengeld soll dem Kind bedingungslos zur Verfügung stehen, damit es den freien Umgang mit Geld lernen kann, und nicht als Lohn oder Belohnung dienen. Wird es an Leistung gekoppelt, lernt das Kind, dass Zuwendung und Geld an Bedingungen hängen, und alltägliche Mithilfe in der Familie sollte selbstverständlich sein und nicht bezahlt werden. Auch das Streichen von Taschengeld als Strafe ist ungünstig, weil es den eigentlichen Lernzweck untergräbt und das Geld zum Druckmittel macht. Sinnvoller ist, das Taschengeld als verlässliche, unabhängige Größe zu behandeln. Wenn ein älteres Kind sich zusätzliches Geld verdienen möchte, können davon getrennte, klar vereinbarte bezahlte Sonderaufgaben eine gute Sache sein, aber das normale Taschengeld und die üblichen Pflichten im Haushalt sollten davon unberührt bleiben.
Den Umgang mit Geld lernen Kinder vor allem durch eigenes Ausprobieren und durch das Vorbild der Eltern. Lass dein Kind über sein Taschengeld möglichst frei verfügen, auch wenn es das Geld für etwas ausgibt, das du für unsinnig hältst, denn gerade aus Fehlkäufen lernt es viel. Greife nicht ständig ein und kommentiere nicht jede Ausgabe, sondern lass dein Kind auch die Erfahrung machen, dass das Geld dann weg ist. Hilf ihm, das Sparen zu entdecken, etwa mit einem Sparschwein für größere Wünsche, und sprich altersgerecht und ohne Druck über Geld, Preise und Entscheidungen. Sei selbst ein gutes Vorbild im Umgang mit Geld, denn Kinder ahmen das Verhalten der Erwachsenen nach. Beziehe dein Kind in passenden Situationen ein, etwa beim Einkaufen, und mache Geld nicht zum Tabuthema, aber auch nicht zum Streitthema. Mit Geduld, Freiraum und gutem Beispiel entwickelt dein Kind nach und nach ein gesundes Verhältnis zu Geld, das ihm sein Leben lang nützt.
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