Ein aufgeschürftes Knie, ein Splitter, ein kleiner Schnitt beim Spielen im Garten: Im Kinderalltag sind Wunden ständige Begleiter. Die meisten sind harmlos, doch sie können die Eintrittspforte für einen gefährlichen Erreger sein, den Tetanus-Erreger. Schutz davor gibt es nur durch die Impfung.
Hier liest du, was Tetanus überhaupt ist, warum die Impfung die einzige verlässliche Vorsorge ist, wann sie im Kindesalter ansteht und was im Verletzungsfall zu beachten ist.
Kurz gesagt
Tetanus (Wundstarrkrampf) wird durch ein Bakterium ausgelöst, dessen Sporen überall in Erde und Staub vorkommen und über Wunden in den Körper gelangen, auch über kleine. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht. Die Erkrankung verläuft schwer und ist auch heute oft tödlich. Schützen kann nur die Impfung: Die Grundimmunisierung erfolgt im Säuglingsalter, Auffrischungen folgen mit fünf bis sechs und mit neun bis sechzehn Jahren, später alle zehn Jahre.
Was ist Tetanus?
Tetanus, auf Deutsch Wundstarrkrampf, wird durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst. Seine widerstandsfähigen Sporen finden sich praktisch überall in Erde, Staub und Straßenschmutz und können dort jahrelang überleben. Sie gelangen über Wunden in den Körper, oft schon über kleine, unscheinbare Verletzungen wie Schürfwunden oder Splitter. Wichtig zu wissen: Tetanus ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
Im Körper bilden die Bakterien ein starkes Nervengift, das schmerzhafte, krampfartige Muskelverkrampfungen auslöst, zuerst oft im Kiefer, daher der Name Wundstarrkrampf. Greift der Krampf auf die Atemmuskulatur über, wird es lebensbedrohlich. Auch mit moderner Intensivmedizin verläuft Tetanus in zehn bis zwanzig Prozent der Fälle tödlich.

Warum nur die Impfung schützt
Gegen Tetanus gibt es keine Behandlung, die zuverlässig vor dem Gift schützt, und man kann den Erreger im Alltag nicht meiden, er ist einfach überall. Selbst wer eine Tetanus-Erkrankung übersteht, ist danach nicht immun und muss trotzdem geimpft werden. Deshalb ist die Impfung der einzige verlässliche Schutz, und sie wirkt sehr gut. Genau darum gehört sie zu den von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen für alle Kinder.
Wann wird gegen Tetanus geimpft?
Die Tetanus-Impfung ist Teil der Sechsfach-Impfung im Säuglingsalter und wird im Verlauf mehrfach aufgefrischt:
| Zeitpunkt | Impfung |
|---|---|
| 2, 4 und 11 Monate | Grundimmunisierung im Rahmen der Sechsfach-Impfung (Frühgeborene zusätzlich mit 3 Monaten). |
| 5 bis 6 Jahre | 1. Auffrischung, kombiniert gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. |
| 9 bis 16 Jahre | 2. Auffrischung. |
| Erwachsenenalter | Auffrischung alle 10 Jahre. |

Was gilt bei einer Verletzung?
Bei jeder Verletzung lohnt der Blick ins Impfheft. Ist dein Kind vollständig grundimmunisiert und die letzte Impfung noch nicht lange her, ist es geschützt. Bei sauberen, kleinen Wunden wird eine Auffrischung erst nötig, wenn die letzte Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt. Bei tiefen, stark verschmutzten Wunden oder Biss- und Stichverletzungen ist eine Auffrischung schon nach fünf Jahren sinnvoll.
Ist der Impfschutz unklar, unvollständig oder gar nicht vorhanden, kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich zur Impfung ein Tetanus-Immunglobulin geben, das sofort wirkt. Diese Einschätzung trifft die Praxis oder die Notaufnahme im Einzelfall. Deshalb ist es so wichtig, das Impfheft griffbereit zu haben und den Impfschutz aktuell zu halten.
Einen Gesamtüberblick zum Thema Impfen findest du im Beitrag Kinder impfen. Weitere Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zur Tetanus-Impfung
Über Wunden: Die Sporen des Bakteriums stecken in Erde, Staub und Schmutz und gelangen schon über kleine Verletzungen wie Schürfwunden oder Splitter in den Körper. Von Mensch zu Mensch ist Tetanus nicht übertragbar.
Wundreinigung ist wichtig, schützt aber nicht zuverlässig vor dem Nervengift des Erregers. Der einzige verlässliche Schutz ist die Impfung, zumal man die überall vorkommenden Sporen im Alltag nicht meiden kann.
Die Grundimmunisierung erfolgt mit der Sechsfach-Impfung im Säuglingsalter (2, 4 und 11 Monate). Auffrischungen folgen mit fünf bis sechs Jahren und mit neun bis sechzehn Jahren, danach alle zehn Jahre.
Ins Impfheft schauen und im Zweifel ärztlich abklären lassen. Bei unklarem oder fehlendem Schutz kann zusätzlich ein sofort wirkendes Tetanus-Immunglobulin gegeben werden. Bei tiefen oder verschmutzten Wunden ist eine Auffrischung früher nötig.
Ja. Auch mit moderner Intensivmedizin verläuft Tetanus in etwa zehn bis zwanzig Prozent der Fälle tödlich. Dank der Impfung ist die Erkrankung in Deutschland aber sehr selten geworden.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verletzungen mit unklarem Impfschutz wende dich an die Kinderarztpraxis oder die Notaufnahme.
Quellen: RKI-Ratgeber: Tetanus · RKI: FAQ zur Tetanus-Impfung · BZgA / infektionsschutz.de: Tetanus-Impfung bei Kindern
Rajaa Helloumi
Die Erfrischung von Tetanus impfung habe ich vergessen die sollte schon ab september schon gemacht werden.
Ist das gefährlich für mein Kind?
Lisa
Hallo Rajaa,
Die Tetanus-Impfung ist wichtig, wenn ein Kind offene Wunden hat. Der Schutz ist jedoch nicht sofort im September abgelaufen. Versuche einfach möglichst bald die Impfung aufzufrischen, damit ausreichend Antikörper im Organismus sind, sollte sich das Kind verletzen.