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Kinder impfen: Impfkalender, Nutzen und Impfsorgen sachlich erklärt

Autor

Lisa

Veröffentlicht

07.08.2014

Aktualisiert

30.06.2026

Kinder impfen: Impfkalender, Nutzen und Impfsorgen sachlich erklärt

Soll ich mein Kind impfen lassen, und wenn ja, wogegen und wann? Kaum ein Gesundheitsthema beschäftigt Eltern so sehr, und kaum eines ist so von Halbwissen und Sorgen umgeben. Dabei zählt Impfen zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen, die die Medizin kennt.

Hier bekommst du einen sachlichen Überblick: wie Impfen funktioniert, wer die Empfehlungen ausspricht, welche Impfungen wann anstehen, was es mit der Masern-Nachweispflicht auf sich hat und was an verbreiteten Impfsorgen wirklich dran ist.

Wie funktioniert eine Impfung?

Bei einer Impfung bekommt der Körper abgeschwächte oder abgetötete Erreger beziehungsweise einzelne Erregerbausteine, sogenannte Antigene. Das Immunsystem bildet daraufhin selbst Antikörper und Gedächtniszellen, ganz ohne dass die Krankheit ausbricht. Trifft der Körper später auf den echten Erreger, erkennt er ihn sofort wieder und wehrt ihn ab, bevor eine Erkrankung entsteht. Diesen Vorgang nennt man aktive Immunisierung.

Impfungen gehören zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen für Kinder

Wer entscheidet, welche Impfungen empfohlen werden?

Die Empfehlungen kommen nicht von einzelnen Herstellern, sondern von der Ständigen Impfkommission, kurz STIKO. Das ist ein unabhängiges Expertengremium am Robert Koch-Institut, das den Nutzen und die Risiken jeder Impfung sorgfältig und nach wissenschaftlichen Kriterien bewertet. Auf Grundlage dieser Empfehlungen entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss, welche Impfungen die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen. Die empfohlenen Standardimpfungen sind also für die Familie in aller Regel kostenfrei.

Der Impfkalender: Welche Impfung wann?

Die folgenden Zeitpunkte richten sich nach dem aktuellen STIKO-Impfkalender. Die Sechsfach- und die Pneumokokken-Impfung werden seit einigen Jahren im sparsameren Schema mit drei statt vier Dosen gegeben. Für reife Säuglinge sieht der Kalender vor:

AlterImpfung gegen
Ab 6 WochenRotaviren (Schluckimpfung, 2 oder 3 Dosen je nach Impfstoff).
2 MonateSechsfach (Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Polio, Hepatitis B), Pneumokokken, Meningokokken B.
4 MonateSechsfach und Pneumokokken (2. Dosis), Meningokokken B (2. Dosis).
11 MonateSechsfach und Pneumokokken (Abschlussdosis).
11 und 15 MonateMasern-Mumps-Röteln (MMR) und Windpocken (jeweils 2 Dosen).
12 MonateMeningokokken B (Abschlussdosis).
Auszug aus dem STIKO-Impfkalender (Stand 2026) für reife Säuglinge. Frühgeborene erhalten teils eine Zusatzdosis. Quelle: RKI/STIKO.

Frühgeborene bekommen bei der Sechsfach- und der Pneumokokken-Impfung eine zusätzliche Dosis mit drei Monaten. Später folgen Auffrischungen, etwa gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten im Vorschul- und Jugendalter sowie die Meningokokken-ACWY-Impfung mit zwölf bis vierzehn Jahren. Den genauen Plan für dein Kind bespricht die Kinderarztpraxis mit dir.

Der Impfpass dokumentiert alle Impfungen lückenlos

Die Masern-Nachweispflicht

Seit dem 1. März 2020 gilt das Masernschutzgesetz. Kinder müssen für die Aufnahme in Kita oder Schule einen Masernschutz nachweisen, in der Regel über die MMR-Impfung im gelben Impfheft. Ab einem Jahr ist mindestens eine, ab zwei Jahren sind zwei Impfungen nachzuweisen. Hintergrund ist, dass Masern keine harmlose Kinderkrankheit sind, sondern schwere Komplikationen auslösen können und hochansteckend sind.

Was ist dran an den Impfsorgen?

Viele Sorgen rund ums Impfen halten sich hartnäckig, sind aber gut untersucht und widerlegt:

Davon zu unterscheiden sind normale Impfreaktionen: Rötung, Schwellung oder Schmerz an der Einstichstelle, leichtes Fieber oder Quengeligkeit sind Zeichen, dass das Immunsystem arbeitet, und klingen nach ein bis drei Tagen ab. Echte, schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Wenn dein Kind nach einer Impfung hohes Fieber bekommt oder du unsicher bist, wende dich an die Kinderarztpraxis.

Mehr zu einzelnen Impfungen liest du etwa in den Beiträgen zur Tetanus-Impfung und zur Zeckenimpfung (FSME). Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zum Impfen bei Kindern

Die Schluckimpfung gegen Rotaviren beginnt schon ab sechs Wochen. Die ersten Spritzen (Sechsfach, Pneumokokken, Meningokokken B) stehen mit zwei Monaten an. Den genauen Plan bespricht die Kinderarztpraxis mit dir.

Die Ständige Impfkommission (STIKO), ein unabhängiges Expertengremium am Robert Koch-Institut. Auf Basis ihrer Empfehlungen entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss über die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Für die Aufnahme in Kita oder Schule ist seit dem Masernschutzgesetz 2020 ein Masernschutz nachzuweisen, meist über die MMR-Impfung. Ab einem Jahr mindestens eine, ab zwei Jahren zwei Impfungen.

Nein. Diese Behauptung beruht auf einer gefälschten und zurückgezogenen Studie. Große wissenschaftliche Untersuchungen mit Millionen Kindern zeigen keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.

Rötung, Schwellung oder Schmerz an der Einstichstelle, leichtes Fieber und Quengeligkeit sind normale Reaktionen und klingen nach ein bis drei Tagen ab. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Bei hohem Fieber oder Unsicherheit die Kinderarztpraxis fragen.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Welche Impfungen für dein Kind anstehen, besprichst du in der Kinderarztpraxis.

Quellen: RKI / STIKO: Empfehlungen und Impfkalender · RKI: Masernschutzgesetz · BZgA / infektionsschutz.de: Impfungen für Kinder

Kommentare

Danke für die sachliche und ruhige Darstellung. Bei dem Thema wird so viel Panik gemacht, da tut es gut, einfach die Fakten und den Impfkalender übersichtlich zu haben.

Wir haben uns nach langem Hin und Her an die STIKO-Empfehlung gehalten und mit unserer Kinderärztin alles in Ruhe durchgesprochen. Das hat uns die Unsicherheit genommen.

nachdenkliche_eva

Mein Sohn hatte nach der Impfung leichtes Fieber und war quengelig. War das bei euch auch so und wie lange ging das? Ich war kurz beunruhigt.

Bei uns war es ein Tag leichtes Fieber und eine gerötete Einstichstelle, dann war alles wieder gut. Die Ärztin meinte, das zeigt nur, dass das Immunsystem arbeitet.

niklas.zwergenpapa

Gut, dass auch die Impfsorgen ernst genommen und nicht weggewischt werden. So einen Ton wünsche ich mir bei dem Thema viel öfter.

annika.lesemaus

Den Impfkalender habe ich mir direkt ausgedruckt und an den Kühlschrank gehängt. So vergessen wir keinen Termin mehr, danke dafür.


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