Kaum ist der eine Infekt überstanden, kündigt sich schon der nächste an, gerade in den ersten Kita-Jahren jagt eine Kinderkrankheit die nächste. Das ist anstrengend, aber meist völlig normal: Das kindliche Immunsystem lernt mit jeder Erkrankung dazu. Die allermeisten Kinderkrankheiten sind harmlos und gehen von allein vorbei.
Trotzdem ist es gut, die häufigsten zu kennen: Was ist ansteckend, was hilft, und vor allem, wann gehört dein Kind wirklich zum Arzt? Diese Übersicht führt dich zu den passenden Ratgebern und fasst zusammen, bei welchen Warnzeichen du nicht abwarten solltest.
Kurz gesagt
Die meisten Kinderkrankheiten sind harmlos und heilen von selbst. Wichtig ist, die wenigen ernsten Warnzeichen zu erkennen: hohes Fieber bei einem Baby, Atemnot, Zeichen einer Austrocknung, ein nicht wegdrückbarer Ausschlag mit Fieber, Nackensteife oder ein schwer krankes, teilnahmsloses Kind. In diesen Fällen gehört dein Kind rasch ärztlich versorgt. Viele klassische Kinderkrankheiten lassen sich heute durch Impfungen verhindern.
Die häufigsten Kinderkrankheiten im Überblick
Wir haben die wichtigsten Kinderkrankheiten nach Beschwerdebild sortiert. Klick dich zum jeweiligen Ratgeber für Symptome, Behandlung und Ansteckung.
Mit Fieber und Ausschlag
- Windpocken: stark juckender Ausschlag mit Bläschen in Schüben.
- Scharlach: Halsschmerzen, Himbeerzunge und feiner, sandpapierartiger Ausschlag.
- Dreitagefieber: plötzliches hohes Fieber, danach ein feiner Ausschlag.
- Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Bläschen an Händen, Füßen und im Mund.
- Ausschlag allgemein: Ursachen einordnen und den Glastest kennen.
Atemwege und Husten
- Keuchhusten: krampfartige Hustenanfälle, für Babys gefährlich.
- Reizhusten: trockener Husten, der vor allem nachts plagt.
- Pollenallergie: saisonaler Schnupfen mit juckenden Augen.
Magen und Darm
- Durchfall: meist harmlos, wichtig ist genug zu trinken.
- Erbrechen: kleine Schlucke und die Alarmzeichen im Blick.
- Norovirus: heftiger, aber kurzer Magen-Darm-Infekt.
- Wurmbefall: Madenwürmer und der nächtliche Juckreiz.
Haut, Augen und mehr
- Kopfläuse: erkennen, behandeln und auskämmen.
- Bindehautentzündung: rotes, verklebtes Auge.
- Herpes und Mundfäule: schmerzhafte Bläschen im und am Mund.
- Blasenentzündung: Brennen beim Wasserlassen, immer abklären.
- Blinddarmentzündung: wandernde Bauchschmerzen als Notfall.
- Hüftschnupfen: plötzliches Hinken ohne Sturz.

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Arzt?
So unterschiedlich die Krankheiten sind, die ernsten Warnzeichen ähneln sich. Bei diesen Anzeichen solltest du nicht abwarten, sondern ärztliche Hilfe holen, im Notfall den Notruf 112:
- Hohes Fieber beim Baby
Fieber bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten gehört immer zeitnah ärztlich abgeklärt. - Atemnot
Schnelle, angestrengte oder pfeifende Atmung, Atempausen oder bläuliche Lippen sind ein Notfall. - Zeichen von Austrocknung
Trockener Mund, kaum Tränen, wenig nasse Windeln, eingesunkene Augen oder auffällige Schläfrigkeit, vor allem bei Durchfall und Erbrechen. - Nicht wegdrückbarer Ausschlag
Punktförmige rot-violette Flecken mit Fieber, die beim Glastest sichtbar bleiben, sind ein Notfall (Verdacht auf Meningokokken). - Schwer krankes Kind
Nackensteife, anhaltendes schrilles Schreien, Teilnahmslosigkeit, Krampfanfall oder ein Kind, das sich nicht beruhigen lässt.

Impfungen schützen vor vielen Kinderkrankheiten
Viele klassische und teils gefährliche Kinderkrankheiten sind heute selten geworden, weil Impfungen davor schützen, etwa Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten und Kinderlähmung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt dazu einen Impfkalender heraus, der festlegt, welche Impfung wann sinnvoll ist. Welche Impfungen für dein Kind anstehen, bespricht ihr bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Kinderarztpraxis.
Übrigens: Eine gut bestückte Hausapotheke und ein zuverlässiges Fieberthermometer nehmen im Krankheitsfall viel Stress aus der Situation. So bist du für die nächste Erkältungswelle gewappnet.
Häufige Fragen zu Kinderkrankheiten
Nein. Die allermeisten Kinderkrankheiten sind harmlos und heilen von selbst. Sie gehören dazu, weil das kindliche Immunsystem mit jeder Erkrankung dazulernt. Wichtig ist, die wenigen ernsten Warnzeichen zu erkennen.
Bei hohem Fieber im Babyalter, Atemnot, Zeichen einer Austrocknung, einem nicht wegdrückbaren Ausschlag mit Fieber, Nackensteife, Krampfanfall oder einem schwer kranken, teilnahmslosen Kind. Im Zweifel lieber einmal mehr ärztlichen Rat holen.
Gerade in den ersten Kita-Jahren sind häufige Infekte normal. Das Immunsystem trifft auf viele neue Erreger und baut dabei seinen Schutz auf. Mit den Jahren werden die Infekte seltener.
Unter anderem Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten und Kinderlähmung. Die STIKO gibt dazu einen Impfkalender heraus, der bei den Vorsorgeuntersuchungen besprochen wird.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei ernsten Warnzeichen wende dich an die Kinderarztpraxis oder im Notfall an den Notruf 112.
Quellen: BZgA / kindergesundheit-info.de: Krankes Kind, wann ärztliche Hilfe nötig ist · Robert Koch-Institut: Impfkalender der STIKO · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Kinderkrankheiten von A bis Z
Mama_Conny
So eine Übersicht habe ich mir schon lange gewünscht! Ich habe sie direkt gebookmarkt. Bei jedem neuen Ausschlag oder Fieber rätselt man ja erstmal, was es sein könnte.