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Windpocken bei Kindern: Symptome, Juckreiz lindern, Ansteckung

Veröffentlicht

27.03.2014

Aktualisiert

30.06.2026

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Windpocken bei Kindern: Symptome, Juckreiz lindern, Ansteckung

Erst ein paar rote Flecken am Bauch, am nächsten Morgen sind es Dutzende, manche schon mit kleinen Bläschen, und dein Kind kratzt sich überall. Windpocken sind eine der ansteckendsten Kinderkrankheiten überhaupt. Die gute Nachricht: Bei den meisten Kindern verlaufen sie harmlos, und seit es die Impfung gibt, sind sie deutlich seltener geworden.

Trotzdem sind die Tage mit einem juckenden, quengeligen Kind anstrengend. Hier liest du, woran du Windpocken erkennst, wie du den Juckreiz linderst, wie lange dein Kind ansteckend ist und was die Impfung bringt.

Woran erkenne ich Windpocken?

Windpocken beginnen oft mit leichtem Fieber und Abgeschlagenheit, kurz darauf zeigt sich der typische Ausschlag. Er startet meist am Rumpf und im Gesicht und breitet sich über den ganzen Körper aus, oft bis auf die Kopfhaut und in den Mund.

Das Besondere: Der Ausschlag entwickelt sich in Schüben. Deshalb siehst du gleichzeitig alle Stadien nebeneinander, von frischen roten Flecken über mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen bis zu eingetrockneten Krusten. Dieses bunte Bild ist sehr charakteristisch.

MerkmalSo zeigt es sich
JuckreizStark ausgeprägt, oft das belastendste Symptom für das Kind.
AusschlagRote Flecken, Bläschen und Krusten gleichzeitig, in Schüben über mehrere Tage.
VerteilungBeginnt am Rumpf und Gesicht, dann am ganzen Körper, auch behaarte Kopfhaut und Schleimhäute.
BegleitendLeichtes bis mäßiges Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit.
Typische Zeichen von Windpocken. Das gleichzeitige Nebeneinander aller Stadien ist charakteristisch. Quelle: RKI, kinderaerzte-im-netz.
Eltern tragen einem Kind beruhigende Lotion auf

Wie lindere ich den Juckreiz?

Windpocken werden in der Regel nur symptomatisch behandelt, das Immunsystem erledigt den Rest. Im Mittelpunkt steht der Kampf gegen den Juckreiz, denn aufgekratzte Bläschen können sich entzünden und Narben hinterlassen. Das hilft:

Ein wichtiger Sicherheitshinweis: Gib deinem Kind bei Windpocken niemals Acetylsalicylsäure (zum Beispiel Aspirin) zur Fiebersenkung. In Kombination mit Windpocken kann sie das seltene, aber gefährliche Reye-Syndrom auslösen. Geeignete Fiebermittel für Kinder bekommst du in der Apotheke.

Wie ansteckend sind Windpocken?

Sehr ansteckend. Das Virus verbreitet sich über Tröpfchen beim Husten und Niesen und sogar über die Luft über mehrere Meter hinweg, weshalb man früher von der fliegenden Infektion sprach. Auch die Flüssigkeit in den Bläschen ist ansteckend.

Dein Kind ist bereits ein bis zwei Tage vor dem Ausschlag ansteckend und bleibt es, bis alle Bläschen vollständig verkrustet sind, meist etwa fünf bis sieben Tage nach den ersten Pusteln. Wer Windpocken einmal hatte, ist danach in der Regel lebenslang geschützt, das Virus bleibt aber im Körper und kann später als Gürtelrose zurückkehren.

Kind entspannt beim lauwarmen Bad gegen Juckreiz

Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule?

Dein Kind darf zurück, sobald es sich wieder fit fühlt und alle Bläschen verkrustet sind, in der Regel etwa eine Woche nach Ausbruch des Ausschlags. Ein ärztliches Attest ist dafür laut Robert Koch-Institut normalerweise nicht nötig. Windpocken gehören zu den meldepflichtigen Erkrankungen, deshalb musst du die Einrichtung informieren.

Schützt eine Impfung vor Windpocken?

Ja. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Windpocken-Impfung für alle Kinder. Die erste Dosis wird in der Regel im Alter von 11 Monaten gegeben, die zweite mit 15 Monaten, oft als Kombinationsimpfung zusammen mit Masern, Mumps und Röteln. Seit Einführung der Impfempfehlung sind die Windpocken-Fälle in Deutschland um rund 90 Prozent zurückgegangen.

Die Impfung schützt dein Kind und zugleich Menschen, für die Windpocken gefährlich werden können: Neugeborene, Schwangere ohne Immunschutz und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem. Wenn dein Kind Kontakt zu solchen Personen hat und selbst erkrankt ist, halte vorsichtshalber Abstand und sprich mit der Kinderarztpraxis.

Wie lange dauern Windpocken?

Von der Ansteckung bis zu den ersten Bläschen vergehen meist rund zwei Wochen (Inkubationszeit etwa 14 bis 16 Tage). Ist der Ausschlag einmal da, kommen über mehrere Tage immer neue Schübe dazu, danach trocknen die Bläschen ein und verkrusten. Nach etwa einer Woche ist der Spuk in der Regel vorbei, die Krusten fallen nach und nach ab. Solange noch frische Bläschen entstehen, ist dein Kind ansteckend.

Bei den meisten Kindern verlaufen Windpocken mild. Die häufigste Begleiterscheinung sind aufgekratzte, entzündete Stellen, wenn der Juckreiz zu stark wird. Genau deshalb lohnt sich die Mühe, das Kratzen zu verhindern, denn sonst können kleine Narben zurückbleiben.

Wann sollte ich zum Arzt?

Gesunde Kinder brauchen bei Windpocken oft keine Behandlung. In bestimmten Situationen solltest du aber ärztlichen Rat einholen:

Mehr ansteckende Krankheiten findest du in unserer Übersicht zu Kinderkrankheiten. Wenn unklar ist, was hinter den Hautveränderungen steckt, hilft der Beitrag zu Ausschlag bei Kindern.

Häufige Fragen zu Windpocken bei Kindern

Ein bis zwei Tage vor dem Ausschlag und so lange, bis alle Bläschen verkrustet sind, meist etwa fünf bis sieben Tage nach den ersten Pusteln.

Kurze Fingernägel, lauwarme Bäder, juckreizlindernde Lotionen aus der Apotheke und leichte Baumwollkleidung. Wichtig ist, das Aufkratzen zu verhindern, damit keine Narben oder Entzündungen entstehen.

Nein. Acetylsalicylsäure (zum Beispiel Aspirin) kann bei Windpocken das seltene, aber gefährliche Reye-Syndrom auslösen. Verwende nur kindgeeignete Fiebermittel nach ärztlicher Rücksprache.

Sobald es sich wieder wohlfühlt und alle Bläschen verkrustet sind, in der Regel rund eine Woche nach Ausbruch. Die Einrichtung muss informiert werden, ein Attest ist meist nicht nötig.

Die STIKO empfiehlt sie für alle Kinder, mit der ersten Dosis ab 11 Monaten und der zweiten ab 15 Monaten. Sie schützt zuverlässig und hat die Zahl der Erkrankungen stark gesenkt.

In der Regel nicht, nach einer Erkrankung besteht meist lebenslange Immunität. Das Virus bleibt jedoch im Körper und kann später als Gürtelrose wieder auftreten.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit oder Komplikationen wende dich an die Kinderarztpraxis.

Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Windpocken (Varizellen) · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Windpocken (Varizellen) · RKI: Schutzimpfung gegen Varizellen, häufige Fragen

Kommentare

Wir sind gerade mittendrin. Mein Sohn ist übersät und das Kratzen nachts treibt uns in den Wahnsinn. Die Baumwollhandschuhe und kurze Fingernägel sind ein echter Rettungstipp, danke dafür.

Lauwarme Bäder mit etwas Natron haben bei uns den Juckreiz spürbar gelindert. Und Ablenkung, Ablenkung, Ablenkung. Sobald sie sich langweilen, fangen sie wieder an zu kratzen.

Frage: wie lange ist mein Kind eigentlich ansteckend? Die Geschwister sind noch nicht durch und ich würde gern wissen, wann wieder Normalbetrieb herrscht.

@Timo_R Ansteckend ist es etwa ein bis zwei Tage vor dem Ausschlag bis alle Bläschen verkrustet sind. Bei uns waren das gut eine Woche. Die Geschwister bekommen es erfahrungsgemäß fast immer auch.

Ein alter Hausmittel-Tipp: ein Beutel Schwarztee, abgekühlt, auf die juckenden Stellen getupft. Hat bei meinen Kindern damals schon geholfen.

roland.zwergenpapa

Gut, dass der Artikel auch erwähnt, dass Windpocken in seltenen Fällen ernster verlaufen können. Bei hohem Fieber und schlechtem Allgemeinzustand wirklich zum Arzt, nicht alles auf die leichte Schulter nehmen.


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