Erst klagt dein Kind über Halsweh, dann schießt das Fieber hoch, und am Abend entdeckst du einen feinen, rauen Ausschlag, der sich anfühlt wie Sandpapier. Ein Blick in den Mund zeigt eine knallrote, leicht raue Zunge. Das klingt nach Scharlach, einer der bekanntesten Kinderkrankheiten und einer der wenigen, die mit Antibiotika behandelt werden.
Scharlach klingt dramatischer, als er heute meist verläuft. Mit der richtigen Behandlung geht es deinem Kind schnell wieder besser. Hier liest du, woran du Scharlach erkennst, wie behandelt wird, wie lange dein Kind ansteckend ist und wann es zurück in Kita oder Schule darf.
Kurz gesagt
Scharlach ist eine bakterielle Infektion durch A-Streptokokken. Typisch sind plötzliche Halsschmerzen mit Fieber, eine himbeerrote Zunge und ein feiner, sandpapierartiger Ausschlag. Behandelt wird mit einem Antibiotikum. Schon 24 Stunden nach dem Start der Antibiotika ist dein Kind nicht mehr ansteckend.
Woran erkenne ich Scharlach bei meinem Kind?
Scharlach beginnt meist plötzlich mit Halsschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und einem deutlichen Krankheitsgefühl. Gerade jüngere Kinder klagen oft auch über Bauchschmerzen oder müssen erbrechen. Der Rachen und die Mandeln sind stark gerötet.
Die typischen Zeichen kommen erst nach ein bis zwei Tagen dazu. Daran erkennst du Scharlach:
| Zeichen | So sieht es aus |
|---|---|
| Hautausschlag | Feine, dicht stehende rote Pünktchen, die sich rau wie Sandpapier anfühlen. Beginnt oft in Achseln und Leisten, dann am ganzen Körper. |
| Gesicht | Wangen gerötet, die Haut rund um den Mund bleibt auffällig blass (periorale Blässe). |
| Zunge | Erst weißlich belegt, nach einigen Tagen himbeerrot mit erhabenen Geschmacksknospen (Himbeerzunge). |
| Nach 1 bis 3 Wochen | Die Haut schält sich, vor allem an Handinnenflächen und Fußsohlen. |
Bei diesem Beschwerdebild gehört dein Kind in die Kinderarztpraxis. Dort lässt sich Scharlach mit einem schnellen Abstrich klären.

Wie wird Scharlach behandelt?
Scharlach wird mit einem Antibiotikum behandelt, in der Regel mit Penicillin. Das verkürzt die Erkrankung, lindert die Beschwerden schneller und senkt das Risiko für Folgeerkrankungen. Wichtig ist, dass dein Kind das Antibiotikum genau nach Anweisung und über die gesamte verordnete Dauer einnimmt, auch wenn es ihm schon nach zwei, drei Tagen wieder gut geht.
Warum das so wichtig ist: Unbehandelt kann Scharlach in seltenen Fällen zu ernsten Folgeerkrankungen führen, etwa dem rheumatischen Fieber, das Herz und Gelenke betreffen kann, oder einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis). Mit einer konsequenten Antibiotikabehandlung sind solche Komplikationen heute selten geworden.
Begleitend helfen die üblichen Maßnahmen bei fieberhaften Infekten: viel trinken, Ruhe und bei Bedarf ein fiebersenkendes Mittel nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis. Weiche Kost und kühle Getränke tun dem entzündeten Hals gut.
Wie ansteckend ist Scharlach?
Die Streptokokken werden über Tröpfchen übertragen, also beim Husten, Niesen und Sprechen, manchmal auch über gemeinsam genutztes Geschirr. Ohne Behandlung kann dein Kind bis zu drei Wochen lang ansteckend sein. Mit einem Antibiotikum ist damit deutlich früher Schluss: Schon 24 Stunden nach der ersten Gabe ist dein Kind in der Regel nicht mehr ansteckend.

Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule?
Dein Kind darf zurück in die Gemeinschaftseinrichtung, sobald es frühestens 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung fieberfrei und wieder fit ist. Ohne Antibiotikum dauert es deutlich länger, dann ist das Kind erst nach etwa drei Wochen nicht mehr ansteckend.
Scharlach gehört zu den Erkrankungen, die du der Kita oder Schule melden musst. Ein ärztliches Attest für die Rückkehr ist laut Robert Koch-Institut im Normalfall nicht nötig, örtliche Regelungen der Einrichtung können aber abweichen.
Kann man Scharlach vorbeugen oder mehrmals bekommen?
Eine Impfung gegen Scharlach gibt es nicht. Und anders als bei Windpocken kann ein Kind Scharlach mehrmals im Leben bekommen, weil verschiedene Bakterienstämme unterschiedliche Gifte bilden. Vorbeugen lässt sich vor allem über die üblichen Hygieneregeln: gründlich Händewaschen, in die Armbeuge niesen und im Krankheitsfall Geschirr und Handtücher nicht teilen.
- Rasch zur Ärztin oder zum Arzt
Bei Halsschmerzen mit hohem Fieber und Ausschlag gehört dein Kind untersucht, damit Scharlach früh erkannt und behandelt wird. - Antibiotikum zu Ende nehmen
Auch wenn es deinem Kind schnell besser geht, die verordnete Dauer komplett einhalten, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. - Auf Warnzeichen achten
Wenn das Fieber trotz Antibiotikum nach zwei Tagen nicht sinkt, Gelenke schmerzen oder der Urin sich verfärbt, erneut ärztlichen Rat einholen.
Wie lange dauert Scharlach?
Zwischen Ansteckung und den ersten Beschwerden liegen meist nur ein bis drei Tage. Mit einem Antibiotikum bessern sich Fieber und Halsschmerzen oft schon nach ein, zwei Tagen deutlich, und nach 24 Stunden ist dein Kind nicht mehr ansteckend. Der Ausschlag verblasst über etwa eine Woche, danach kann sich die Haut an Händen und Füßen noch über ein bis drei Wochen schuppen. Das ist harmlos und ein Zeichen, dass die Erkrankung abklingt.
Ohne Behandlung zieht sich die ansteckende Phase deutlich länger hin, und das Risiko für Folgeerkrankungen steigt. Deshalb ist es wichtig, das verordnete Antibiotikum vollständig zu geben, auch wenn es deinem Kind schnell wieder gut geht.
Scharlach oder normaler Infekt?
Gerade am Anfang ähnelt Scharlach einer normalen Halsentzündung, denn Halsschmerzen und Fieber haben viele Infekte. Hellhörig werden solltest du, wenn zu den Halsschmerzen ein feiner, raue Ausschlag und die typische himbeerrote Zunge dazukommen oder wenn die Haut rund um den Mund auffällig blass bleibt. Auch fehlender Schnupfen und Husten sprechen eher für Scharlach als für eine Erkältung.
Sicher unterscheiden lässt sich beides nur ärztlich, denn ein Abstrich oder Schnelltest weist die Streptokokken nach. Das ist wichtig, weil Scharlach im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Virusinfekt mit einem Antibiotikum behandelt werden sollte.
Weitere ansteckende Krankheiten findest du in unserer Übersicht zu Kinderkrankheiten, und bei unklarem Hautbild hilft der Beitrag zu Ausschlag bei Kindern weiter.
Häufige Fragen zu Scharlach bei Kindern
In der Regel ja. Das Antibiotikum verkürzt die Erkrankung, macht das Kind schneller nicht mehr ansteckend und beugt seltenen, aber ernsten Folgeerkrankungen vor. Die Behandlung sollte immer ärztlich begleitet werden.
Ohne Behandlung bis zu drei Wochen. Mit einem Antibiotikum ist das Kind in der Regel schon 24 Stunden nach der ersten Gabe nicht mehr ansteckend.
Frühestens 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung, wenn das Kind fieberfrei und wieder fit ist. Ein ärztliches Attest ist laut RKI normalerweise nicht nötig, die Einrichtung muss aber informiert werden.
Ja. Da verschiedene Streptokokken-Stämme unterschiedliche Gifte bilden, ist eine erneute Erkrankung möglich. Eine Impfung gegen Scharlach gibt es nicht.
Typisch ist die Kombination aus plötzlichen Halsschmerzen, Fieber, einem feinen sandpapierartigen Ausschlag, blasser Haut um den Mund und der himbeerroten Zunge. Sicher feststellen lässt sich Scharlach mit einem Abstrich in der Kinderarztpraxis.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Scharlach wende dich an die Kinderarztpraxis.
Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Streptococcus-pyogenes-Infektionen (Scharlach) · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Scharlach · RKI: Empfehlungen zur Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen (§34 IfSG)
Kerstin Richter
Kann man Scharlach mit der Hand Fuß Mund Krankheit verwechseln?
Lisa
Hallo Kerstin,
eigentlich sind die Symptome schon sehr unterschiedlich. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit zeigt sich (wie der Name schon sagt) vor allem an den Gliedmaßen, sowie als Bläschen im Mund und gerne auch am Po. Scharlach hingegen ist ein recht flächiger und Ausschlag mit recht regelmäßigen, sehr kleinen Bläschen, die nicht mit Wasser gefüllt sind. Die Zunge ist hier Hauptsymptom.