Erst eine Erkältung, dann ein Husten, der einfach nicht weggeht und sich tief und verschleimt anhört: Eine Bronchitis gehört zu den häufigsten Atemwegserkrankungen im Kindesalter. Meist ist sie harmlos und heilt von selbst, auch wenn der Husten Eltern und Kind ganz schön strapazieren kann.
Hier liest du, was eine Bronchitis ist, wie sie sich von Bronchiolitis und Lungenentzündung unterscheidet, was hilft, warum Antibiotika meist nichts bringen und wann du zum Arzt solltest.
Kurz gesagt
Eine Bronchitis ist eine meist virale Entzündung der Bronchien, oft im Rahmen einer Erkältung und sehr häufig. Typisch ist Husten, erst trocken, später schleimig, dazu manchmal Fieber. Sie heilt meist von selbst, der Husten kann aber Wochen nachhängen. Behandelt wird symptomatisch mit Ruhe, viel Trinken und feuchter Luft. Antibiotika helfen bei einer viralen Bronchitis nicht. Hustenmittel sind bei Kindern nur zurückhaltend und nach ärztlichem Rat sinnvoll. Bei Atemnot, hohem oder langem Fieber und bei Babys gehört das Kind zum Arzt.
Was ist eine Bronchitis?
Bei einer Bronchitis ist die Schleimhaut der Bronchien entzündet, also der Atemwege, die von der Luftröhre in die Lunge führen. Auslöser sind fast immer dieselben Viren, die auch Erkältungen verursachen, eine bakterielle Bronchitis ist selten. Eine Bronchitis ist damit etwas anderes als eine Lungenentzündung, bei der das Lungengewebe selbst entzündet ist. Und sie unterscheidet sich von der Bronchiolitis, einer Entzündung der allerkleinsten Atemwege, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder trifft und häufig durch das RS-Virus ausgelöst wird.

Woran erkenne ich eine Bronchitis?
Eine Bronchitis entwickelt sich oft aus einer Erkältung. Typische Zeichen sind:
- Husten, erst trocken, dann verschleimt
Anfangs ein trockener Reizhusten, der nach einigen Tagen in einen lockeren, schleimigen Husten mit Auswurf übergeht. Der Husten ist oft nachts schlimmer. - Erkältungszeichen
Häufig begleitet von Schnupfen, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit, im Anfangsstadium oft mit Fieber. - Langwieriger Husten
Die Erkältungsbeschwerden bessern sich meist nach einigen Tagen, der Husten selbst kann aber noch mehrere Wochen nachhängen, das ist normal. - Achtung bei pfeifender Atmung
Ein pfeifendes Atemgeräusch oder erschwertes Ausatmen kann auf eine obstruktive Bronchitis hindeuten und gehört ärztlich abgeklärt.

Was hilft bei Bronchitis?
Eine virale Bronchitis heilt von selbst aus, behandelt werden nur die Beschwerden. Das hilft:
- Ruhe und Geduld
Der Körper braucht Schonung, um die Infektion zu überwinden. Drängen hilft nicht, der Husten geht in seinem eigenen Tempo. - Viel trinken
Ausreichend Flüssigkeit wird allgemein empfohlen und tut gut, auch wenn der Nutzen wissenschaftlich nicht streng belegt ist. - Feuchte, frische Luft
Eine angenehme Luftfeuchtigkeit und regelmäßiges Lüften können den Hustenreiz lindern. Rauchfreie Umgebung ist wichtig. - Hustenmittel nur mit Bedacht
Hustenstiller und Schleimlöser sind bei Kindern umstritten und sollten nicht ohne ärztlichen Rat gegeben werden. Honig kann älteren Kindern helfen, aber nicht im ersten Lebensjahr. Aspirin ist für Kinder bei Infekten tabu.
Antibiotika nützen bei der üblichen viralen Bronchitis nichts, weil sie gegen Viren nicht wirken, und bringen nur unnötige Nebenwirkungen mit sich. Nur bei einer nachgewiesenen bakteriellen Beteiligung oder bei Risikokindern entscheidet die Praxis im Einzelfall über ein Antibiotikum.
Wann zum Arzt?
Such ärztlichen Rat bei Atemnot oder sehr schneller Atmung, bei einem pfeifenden Atemgeräusch, bei hohem Fieber oder Fieber, das länger als etwa drei Tage anhält oder erneut ansteigt, sowie wenn die Beschwerden sich verschlimmern oder länger als zwei Wochen dauern. Babys unter drei Monaten gehören bei Husten und Fieber immer rasch abgeklärt. Eine zunehmende Atemnot oder blau verfärbte Lippen sind ein Notfall, gerade bei der Bronchiolitis kleiner Kinder.
Wie sich eine Lungenentzündung abgrenzt, liest du im Beitrag zur Lungenentzündung bei Kindern. Bei häufig wiederkehrender pfeifender Atmung lohnt auch der Blick auf Asthma bei Kindern. Weitere Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zur Bronchitis bei Kindern
Die eigentliche Infektion dauert meist nicht länger als ein bis zwei Wochen, der Husten kann aber noch mehrere Wochen nachhängen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge, solange es dem Kind ansonsten besser geht.
Meist nicht. Eine Bronchitis ist fast immer viral, und gegen Viren wirken Antibiotika nicht. Nur bei nachgewiesener bakterieller Beteiligung oder bei Risikokindern entscheidet die Praxis über ein Antibiotikum.
Ruhe, ausreichend trinken, eine angenehme Luftfeuchtigkeit und eine rauchfreie Umgebung. Hustenmittel sind bei Kindern umstritten und sollten nur nach ärztlichem Rat gegeben werden. Honig hilft älteren Kindern, aber nicht im ersten Lebensjahr.
Bei der Bronchitis sind die Bronchien entzündet, bei der Lungenentzündung das Lungengewebe selbst. Eine Lungenentzündung verläuft meist schwerer, mit hohem Fieber und vor allem auffälliger, schneller Atmung. Im Zweifel klärt die Praxis das ab.
Bei Atemnot oder sehr schneller Atmung, pfeifendem Atemgeräusch, hohem oder über drei Tage anhaltendem Fieber, Verschlimmerung oder Beschwerden über zwei Wochen. Babys unter drei Monaten und blau verfärbte Lippen gehören immer sofort ärztlich versorgt.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemnot, hohem oder anhaltendem Fieber oder bei Babys wende dich an die Kinderarztpraxis.
Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Bronchitis · IQWiG / gesundheitsinformation.de: Akute Bronchitis · IQWiG / gesundheitsinformation.de: Behandlung bei akuter Bronchitis
Claudia_M
Dieser bellende Husten nachts ist das Schlimmste, da liegt das ganze Haus wach. Bei uns hat feuchte Luft im Zimmer und Oberkörper hochlagern am meisten geholfen, schön dass das hier auch empfohlen wird.