Ein Sturz vom Klettergerüst, ein Stoß beim Toben, ein Kopf, der irgendwo anschlägt: Im Kinderalltag sind Stürze auf den Kopf an der Tagesordnung. Die meisten gehen glimpflich aus, doch manchmal entsteht eine Gehirnerschütterung. Dann ist es wichtig, die Warnzeichen zu kennen und das Kind richtig zu beobachten.
Hier liest du, was eine Gehirnerschütterung ist, woran du sie erkennst, wann du sofort handeln musst, was es mit dem nächtlichen Wecken auf sich hat und wie die Schonung danach aussieht.
Kurz gesagt
Eine Gehirnerschütterung ist die leichteste und häufigste Form des Schädel-Hirn-Traumas nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf. Eine kurze Bewusstlosigkeit ist möglich, aber nicht zwingend. Typisch sind Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, Schwindel und Benommenheit, die auch erst Stunden später auftreten können. Deshalb solltest du dein Kind nach einem Kopfanprall aufmerksam beobachten. Bei Warnzeichen wie wiederholtem Erbrechen oder zunehmender Benommenheit gehört es sofort in die Klinik. Meist heilt eine Gehirnerschütterung folgenlos aus, wichtig sind Ruhe und schrittweise Belastung.
Was ist eine Gehirnerschütterung?
Eine Gehirnerschütterung, medizinisch Commotio cerebri, ist die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas (Grad I). Durch einen Sturz oder Schlag auf den Kopf wird das Gehirn kurzzeitig durchgeschüttelt und funktioniert vorübergehend nicht richtig, ohne dass dabei eine bleibende Schädigung entsteht. Gehirnerschütterungen sind bei Kindern sehr häufig und machen den allergrößten Teil der Schädel-Hirn-Traumen im Kindesalter aus.

Woran erkenne ich eine Gehirnerschütterung?
Eine kurze Bewusstlosigkeit kann auftreten, ist aber kein Muss, viele Kinder werden gar nicht bewusstlos. Typische Anzeichen sind:
- Kopfschmerzen und Schwindel
Kopfschmerzen, Schwindel und ein benommenes, leicht verwirrtes Gefühl gehören zu den häufigsten Zeichen. - Übelkeit und Erbrechen
Übelkeit und einmaliges Erbrechen kommen oft vor. Wiederholtes Erbrechen ist dagegen ein Warnzeichen. - Erinnerungslücke
Eine kurze Erinnerungslücke an den Unfall oder die Zeit davor und danach ist möglich. - Licht- und Geräuschempfindlichkeit
Empfindlichkeit gegen Licht und Lärm, Sehstörungen sowie Müdigkeit und Reizbarkeit. Babys zeigen oft längere Schreiphasen.
Wichtig: Die Beschwerden können auch erst Stunden nach dem Sturz auftreten. Deshalb solltest du dein Kind nach einem Kopfanprall mindestens für den restlichen Tag und die folgende Nacht aufmerksam beobachten, gerade bei kleinen Kindern in den ersten sechs bis zwölf Stunden.
Wann sofort in die Klinik?
Manche Zeichen können auf eine ernstere Kopfverletzung hindeuten und gehören sofort ärztlich untersucht, im Zweifel über den Notruf 112. Such umgehend Hilfe bei:
- Wiederholtes Erbrechen
Mehrfaches Erbrechen nach dem Sturz ist ein wichtiges Alarmzeichen. - Bewusstsein und Verhalten
Längere Bewusstlosigkeit, schwere Erweckbarkeit, zunehmende Benommenheit, ungewöhnliches Verhalten oder ein Krampfanfall. - Zunehmende oder starke Kopfschmerzen
Kopfschmerzen, die immer stärker werden, statt nachzulassen. - Körperliche Warnzeichen
Ungleich große Pupillen, Blut oder klare Flüssigkeit aus Nase oder Ohr, Sehstörungen, Schwäche oder Lähmungen, verwaschene Sprache. Bei Säuglingen generell besonders vorsichtig sein.

Muss ich mein Kind nachts wecken?
Diese Frage verunsichert viele Eltern, und ehrlicherweise ist die Antwort nicht einheitlich. Der früher oft gegebene Rat, das Kind in der Nacht in festen Abständen zu wecken, wird heute zurückhaltender gesehen, denn erholsamer Schlaf tut dem Kind gut. Was alle Empfehlungen teilen: Dein Kind sollte in den ersten Stunden, auch nachts, gut beobachtet werden, damit dir eine Verschlechterung nicht entgeht. Ob und wie oft du es dafür weckst, besprichst du am besten direkt mit der ärztlichen Praxis, die euch nach dem konkreten Fall berät. Im Zweifel gilt immer: lieber einmal mehr ärztlich abklären lassen.
Schonung und Heilung
Nach einer Gehirnerschütterung braucht das Gehirn Ruhe. In den ersten Tagen sollte dein Kind körperliche und geistige Anstrengung meiden und ausreichend schlafen, strikte Bettruhe ist aber nicht nötig. Auch Bildschirmzeit, also Handy, Tablet und Fernsehen, sollte zunächst reduziert werden. Danach wird die Belastung schrittweise wieder gesteigert. Mit Kontaktsport und wildem Toben sollte dein Kind erst wieder beginnen, wenn es völlig beschwerdefrei ist, um einen erneuten Anprall zu vermeiden. Die gute Nachricht: Eine Gehirnerschütterung heilt meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen folgenlos aus.
Bei Kopfschmerzen ohne Unfall hilft eher der Beitrag zu Kopfschmerzen bei Kindern. Weitere Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zur Gehirnerschütterung bei Kindern
An Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Übelkeit oder Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit nach einem Sturz auf den Kopf. Eine kurze Bewusstlosigkeit ist möglich, aber nicht zwingend. Die Beschwerden können auch erst Stunden später auftreten.
Bei wiederholtem Erbrechen, längerer Bewusstlosigkeit oder schwerer Erweckbarkeit, zunehmender Benommenheit, Krampfanfall, ungleichen Pupillen, Blut oder klarer Flüssigkeit aus Nase oder Ohr, Lähmungen oder verwaschener Sprache. Im Zweifel den Notruf 112 wählen.
Der frühere Rat, in festen Abständen zu wecken, wird heute zurückhaltender gesehen, weil Schlaf der Erholung dient. Wichtig ist aber, das Kind in den ersten Stunden auch nachts gut zu beobachten. Ob du es weckst, besprichst du am besten mit der ärztlichen Praxis.
In den ersten Tagen sollte es körperliche und geistige Anstrengung meiden, ausreichend schlafen und die Bildschirmzeit reduzieren. Danach wird die Belastung schrittweise gesteigert. Kontaktsport erst wieder bei völliger Beschwerdefreiheit.
In aller Regel ja. Eine Gehirnerschütterung heilt meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen folgenlos aus. Nur selten bleiben länger Beschwerden bestehen, die dann ärztlich abgeklärt werden sollten.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Warnzeichen nach einem Sturz auf den Kopf wähle den Notruf 112 oder fahre in die Klinik.
Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Gehirnerschütterung – Symptome und Krankheitsbild · IQWiG / gesundheitsinformation.de: Gehirnerschütterung · IQWiG / gesundheitsinformation.de: Behandlung einer Gehirnerschütterung
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