Wenn die Haut des neugeborenen Babys in den ersten Lebenstagen einen gelblichen Ton annimmt, erschrecken viele frischgebackene Eltern. Doch die Neugeborenengelbsucht ist sehr häufig und in den allermeisten Fällen völlig harmlos. Wichtig ist nur zu wissen, wann sie genauer beobachtet werden muss.
Hier liest du, wie die Gelbsucht entsteht, warum sie meist unbedenklich ist, wann sie ärztlich abgeklärt gehört und wie sie bei Bedarf behandelt wird.
Kurz gesagt
Die Neugeborenengelbsucht entsteht, weil sich der gelbe Blutfarbstoff Bilirubin in Haut und Augen ablagert, während die noch unreife Leber des Babys ihn anfangs nicht schnell genug abbaut. Sie tritt meist ab dem zweiten bis dritten Lebenstag auf und klingt von selbst ab. Über die Hälfte aller gesunden Neugeborenen ist betroffen. Abklären lassen solltest du eine Gelbsucht, die schon am ersten Tag auftritt, sehr ausgeprägt ist oder lange anhält. Bei Bedarf hilft eine Fototherapie mit blauem Licht zuverlässig.
Wie entsteht die Neugeborenengelbsucht?
Bilirubin ist ein gelblicher Farbstoff, der beim natürlichen Abbau der roten Blutkörperchen entsteht. Normalerweise wird er in der Leber verarbeitet und ausgeschieden. Bei Neugeborenen ist die Leber aber noch unreif und kommt mit der anfangs großen Menge nicht sofort hinterher. Das überschüssige Bilirubin lagert sich in Haut und Augen ab und färbt sie gelblich. Diese sogenannte physiologische Gelbsucht ist ein normaler Anpassungsvorgang und betrifft mehr als die Hälfte aller gesunden Neugeborenen.

Meist harmlos: der typische Verlauf
Die Gelbfärbung beginnt meist ab dem zweiten bis dritten Lebenstag, erreicht ihren Höhepunkt etwa um den vierten bis fünften Tag und klingt dann von selbst wieder ab, oft innerhalb von rund zehn bis vierzehn Tagen. Diese Zeitangaben sind Richtwerte und können von Baby zu Baby etwas schwanken. Bei gestillten Babys können die Werte etwas höher sein und die Gelbsucht etwas länger dauern, auch das ist in der Regel harmlos. Häufiges Anlegen und Trinken unterstützt das Baby in dieser Phase.

Wann muss die Gelbsucht abgeklärt werden?
In einigen Situationen sollte die Gelbsucht ärztlich kontrolliert werden, weil sehr hohe Bilirubinwerte in seltenen Fällen das Gehirn schädigen können. Achte auf diese Punkte:
- Sehr früher Beginn
Tritt die Gelbsucht schon innerhalb der ersten 24 Lebensstunden auf, gehört sie immer ärztlich abgeklärt, das kann auf eine Blutgruppenunverträglichkeit hindeuten. - Sehr ausgeprägt oder Frühgeborene
Eine sehr starke Gelbfärbung sowie Frühgeborene, bei denen die Gelbsucht früher und stärker auftreten kann, brauchen besondere Aufmerksamkeit. - Lang anhaltend
Hält die Gelbsucht länger als etwa zwei Wochen an, sollte sie kontrolliert werden. Heller, entfärbter Stuhl zusammen mit braunem Urin ist ein wichtiges Warnzeichen. - Auffälliges Verhalten
Ein auffällig schläfriges Baby, das sich schwer wecken lässt oder schlecht trinkt, gehört rasch ärztlich untersucht.
Der Bilirubinwert lässt sich messen und wird auch im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchungen U2 und U3 kontrolliert. Feste Grenzwerte, ab denen behandelt wird, hängen von vielen Faktoren ab, etwa vom genauen Alter in Stunden und davon, ob das Kind reif oder früh geboren wurde, das beurteilt immer die ärztliche Praxis.
Wie wird behandelt?
Müssen die Werte gesenkt werden, ist die Fototherapie die übliche und schonende Behandlung: Das Baby wird mit speziellem blauem Licht bestrahlt, das das Bilirubin in eine Form umwandelt, die der Körper leichter ausscheiden kann. Das ist gut verträglich und wirkt zuverlässig. Nur in sehr seltenen, schweren Fällen ist eine Austauschtransfusion nötig. Wichtig ist, dass das Baby in dieser Zeit ausreichend trinkt. In den allermeisten Fällen ist aber gar keine Behandlung nötig, und die Gelbsucht verschwindet von allein.
Welche Untersuchungen in den ersten Lebenswochen anstehen, liest du im Beitrag zu den U-Untersuchungen. Weitere Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zur Neugeborenengelbsucht
Weil die Leber des Babys nach der Geburt noch unreif ist und den gelben Blutfarbstoff Bilirubin anfangs nicht schnell genug abbaut. Er lagert sich in Haut und Augen ab und färbt sie gelb. Mehr als die Hälfte aller gesunden Neugeborenen ist betroffen.
Meist ab dem zweiten bis dritten Lebenstag, mit einem Höhepunkt um den vierten bis fünften Tag, und sie klingt oft innerhalb von rund zehn bis vierzehn Tagen von selbst ab. Bei gestillten Babys kann sie etwas länger dauern.
Wenn sie schon in den ersten 24 Stunden auftritt, sehr ausgeprägt ist oder länger als etwa zwei Wochen anhält, bei Frühgeborenen, bei hellem Stuhl mit braunem Urin und wenn das Baby auffällig schläfrig ist oder schlecht trinkt.
Falls die Werte gesenkt werden müssen, mit einer Fototherapie: Das Baby wird mit blauem Licht bestrahlt, das das Bilirubin abbaubar macht. Das ist schonend und wirksam. Nur sehr selten ist eine Austauschtransfusion nötig. Meist ist gar keine Behandlung erforderlich.
Nein. Bei gestillten Babys können die Bilirubinwerte etwas höher sein und die Gelbsucht etwas länger dauern (Muttermilchikterus), das ist in der Regel harmlos. Häufiges Anlegen unterstützt das Baby. Im Zweifel ärztlich abklären lassen.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei sehr früher, starker oder lang anhaltender Gelbsucht wende dich an die Kinderarztpraxis oder Hebamme.
Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Neugeborenen-Gelbsucht · IQWiG / gesundheitsinformation.de: Bilirubin · BZgA / kindergesundheit-info.de: U2-Untersuchung
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