Eine Erkältung, die nicht abklingt, sondern in einen zähen, eitrigen Schnupfen mit Druck im Gesicht übergeht: Dann kann sich aus dem Infekt eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt haben. Bei Kindern ist sie meist harmlos und heilt von selbst, in seltenen Fällen sollte man aber Warnzeichen kennen, die rasches Handeln erfordern.
Hier liest du, was eine Nasennebenhöhlenentzündung ist, warum sie bei kleinen Kindern anders verläuft, woran du sie erkennst, was hilft und wann es ernst wird.
Kurz gesagt
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entsteht meist im Anschluss an eine Erkältung und ist überwiegend viral. Typisch sind ein anhaltender, oft eitriger Schnupfen, eine verstopfte Nase, Druck oder Kopfschmerz im Gesicht und Husten durch ablaufendes Sekret, vor allem nachts. Meist heilt sie von selbst, geholfen wird mit Nasenspülungen, viel Trinken und kurzzeitig abschwellenden Nasentropfen. Antibiotika sind nur selten nötig. Achtung bei Schwellung oder Rötung rund um das Auge oder bei starken Kopfschmerzen mit hohem Fieber, das gehört sofort in ärztliche Hand.
Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Räume im Schädel, die mit der Nase in Verbindung stehen. Bei einer Erkältung schwillt ihre Schleimhaut mit an, das Sekret kann nicht mehr richtig abfließen und es entsteht eine Entzündung, meist ausgelöst durch dieselben Viren wie der Schnupfen. Eine Besonderheit bei Kindern: Die Nebenhöhlen sind bei der Geburt noch nicht fertig ausgebildet. Im Säuglings- und Kleinkindalter sind vor allem die Kiefer- und Siebbeinhöhlen vorhanden, die Stirnhöhlen entwickeln sich erst im Schulkindalter. Deshalb verläuft eine Sinusitis bei kleinen Kindern oft etwas anders als bei Erwachsenen.

Woran erkenne ich eine Sinusitis?
Typisch ist, dass sich eine zunächst gewöhnliche Erkältung nicht bessert, sondern in stärkere Beschwerden übergeht:
- Anhaltender, eitriger Schnupfen
Ein länger andauernder, oft gelblich-grünlicher Schnupfen und eine verstopfte Nase, die nicht abklingen. - Druck und Kopfschmerz im Gesicht
Ein Druckgefühl oder Schmerz im Bereich von Wangen, Stirn oder hinter den Augen, der sich beim Bücken verstärken kann. - Husten, vor allem nachts
Das Sekret läuft im Liegen den Rachen hinunter und löst besonders nachts Husten aus. - Fieber und Abgeschlagenheit
Bei Kindern oft mit Fieber, dazu Müdigkeit und ein eingeschränkter Geruchssinn. Dauern die Beschwerden über drei Monate, spricht man von einer chronischen Sinusitis.

Was hilft?
Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen heilen von selbst aus, ein großer Teil schon innerhalb von ein bis zwei Wochen. Ziel der Behandlung ist, den Sekretabfluss zu verbessern und die Beschwerden zu lindern:
- Nase frei machen
Salzwasser-Nasenspülungen oder -sprays und das Inhalieren von Wasserdampf helfen, das Sekret zu lösen und abfließen zu lassen. - Viel trinken und Luftfeuchtigkeit
Ausreichend Flüssigkeit hält das Sekret flüssig, eine angenehme Raumluft entlastet die Schleimhäute. - Abschwellende Nasentropfen nur kurz
Abschwellende Nasentropfen oder -sprays können kurzfristig Erleichterung bringen, aber nur über wenige Tage und in der für das Alter geeigneten Form, sonst gewöhnt sich die Nase daran. - Antibiotika nur selten
Da die Sinusitis meist viral ist, sind Antibiotika nur bei einer nachgewiesen bakteriellen oder schweren Verlaufsform nötig, das entscheidet die ärztliche Praxis.
Wann wird es ernst?
In seltenen Fällen kann sich die Entzündung auf die Umgebung ausbreiten, bei Kindern besonders rasch auf die Augenhöhle. Geh deshalb sofort zum Arzt oder in die Klinik, wenn du eine Schwellung oder Rötung am oder um das Auge bemerkst, wenn dein Kind starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, einen steifen Nacken oder eine auffällige Müdigkeit und Reizbarkeit hat. Das können Anzeichen dafür sein, dass die Entzündung auf das Auge oder die Hirnhäute übergreift. Solche Komplikationen sind selten, aber ein Notfall.
Wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen können mit einer vergrößerten Rachenmandel zusammenhängen, mehr dazu im Beitrag zu Polypen bei Kindern. Weitere Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zur Nasennebenhöhlenentzündung bei Kindern
Daran, dass sich eine Erkältung nicht bessert, sondern in einen anhaltenden, oft eitrigen Schnupfen mit verstopfter Nase, Druck oder Kopfschmerz im Gesicht und nächtlichem Husten übergeht, häufig mit Fieber.
Weil die Nasennebenhöhlen bei der Geburt noch nicht fertig sind. Kleine Kinder haben vor allem Kiefer- und Siebbeinhöhlen, die Stirnhöhlen entwickeln sich erst im Schulkindalter. Deshalb fehlen typische Stirnhöhlen-Beschwerden bei Kleinkindern.
Salzwasser-Nasenspülungen, Inhalieren, viel trinken und eine angenehme Raumluft. Abschwellende Nasentropfen nur kurz und altersgerecht. Antibiotika sind nur bei bakterieller oder schwerer Sinusitis nötig und werden ärztlich verordnet.
Meist nicht. Die Nasennebenhöhlenentzündung ist überwiegend viral und heilt oft von selbst. Antibiotika sind nur bei nachgewiesen bakterieller oder schwerer Verlaufsform sinnvoll, das entscheidet die ärztliche Praxis.
Bei Schwellung oder Rötung am oder um das Auge, starken Kopfschmerzen, hohem Fieber, steifem Nacken oder auffälliger Müdigkeit und Reizbarkeit. Das können Zeichen sein, dass die Entzündung übergreift, und ist ein Notfall.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schwellung am Auge, starken Kopfschmerzen oder hohem Fieber wende dich sofort an die Praxis oder Klinik.
Quellen: HNO-Ärzte-im-Netz: Nasennebenhöhlenentzündung – Besonderheiten bei Kindern · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) · IQWiG / gesundheitsinformation.de: Nasennebenhöhlenentzündung
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