Anfälle von Atemnot, ein pfeifendes Geräusch beim Ausatmen, hartnäckiger Husten in der Nacht: Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter und verunsichert viele Eltern. Die gute Nachricht ist, dass sich Asthma heute meist so gut behandeln lässt, dass die Kinder weitgehend beschwerdefrei leben, spielen und Sport treiben können.
Hier liest du, was Asthma ist, woran du es erkennst, welche Auslöser es gibt, wie die Behandlung im Grundprinzip funktioniert und was im Notfall zu tun ist.
Kurz gesagt
Asthma ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die zeitweise verengt sind. Typisch sind anfallsartige Atemnot, pfeifende Atmung und Husten, oft nachts oder bei Belastung. Auslöser sind etwa Allergene, Infekte, Anstrengung oder Rauch. Behandelt wird nach einem Stufenkonzept mit zwei Säulen: einer Bedarfsmedikation für akute Beschwerden und einer entzündungshemmenden Dauertherapie. Entscheidend sind die richtige Inhalationstechnik und ein Aktionsplan. Gut eingestellt können Kinder normal leben und Sport treiben. Details und Medikamente gehören immer in ärztliche Hand.
Was ist Asthma?
Bei Asthma sind die Atemwege chronisch entzündet und reagieren überempfindlich. Sie verengen sich zeitweise, die Schleimhaut schwillt an und bildet zähen Schleim, dadurch wird das Atmen, besonders das Ausatmen, schwer. Etwa vier von hundert Kindern in Deutschland sind betroffen, damit ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Bei den meisten Kindern spielt eine allergische Komponente mit hinein.

Woran erkenne ich Asthma?
Asthma zeigt sich nicht immer mit dem klassischen Anfall. Gerade bei Kindern steht oft der Husten im Vordergrund. Typische Zeichen sind:
- Anfallsartige Atemnot
Plötzliche Luftnot und ein Engegefühl in der Brust, wobei vor allem das Ausatmen schwerfällt. - Pfeifendes Atemgeräusch
Ein hörbares Pfeifen oder Giemen beim Ausatmen ist ein typisches Zeichen. - Husten, oft nachts
Trockener Reizhusten, besonders nachts, früh morgens oder bei körperlicher Anstrengung. Bei Kindern ist Husten oft das führende Symptom. - Verschlechterung durch Infekte und Auslöser
Erkältungen, Anstrengung, kalte Luft oder Kontakt mit Allergenen verstärken die Beschwerden.
Welche Auslöser gibt es?
Asthma-Beschwerden werden durch bestimmte Reize ausgelöst oder verstärkt. Häufig sind allergische Auslöser wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze. Daneben gibt es nicht-allergische Auslöser wie körperliche Anstrengung, kalte oder verschmutzte Luft, Tabakrauch, Stress und Virusinfekte. Tabakrauch ist besonders schädlich, ein rauchfreies Zuhause ist deshalb ein wichtiger Baustein. Welche Auslöser bei deinem Kind eine Rolle spielen, lässt sich oft mit einem Tagebuch und Allergietests herausfinden.

Wie wird Asthma behandelt?
Die Behandlung folgt einem Stufenkonzept, das sich nach dem Schweregrad richtet und gemeinsam mit der ärztlichen Praxis festgelegt wird. Grundsätzlich gibt es zwei Säulen: die Bedarfsmedikation, die bei akuten Beschwerden rasch die Atemwege weitet, und die entzündungshemmende Dauertherapie, die regelmäßig angewendet wird, um die zugrunde liegende Entzündung in Schach zu halten. Welche Medikamente in welcher Dosis nötig sind, entscheidet ausschließlich die ärztliche Praxis, hier ist nichts für die Selbstbehandlung.
Mindestens ebenso wichtig wie die Medikamente sind die richtige Inhalationstechnik und passende Inhalierhilfen, gerade bei jüngeren Kindern. In Asthmaschulungen lernen Familien, die Beschwerden einzuschätzen und im Alltag richtig zu reagieren. Hilfreich ist ein gemeinsam erstellter Asthma-Aktionsplan, der festhält, was im Alltag und bei einer Verschlechterung zu tun ist.
Und Sport? Der ist ausdrücklich erwünscht. Mit gut eingestelltem Asthma können Kinder am Sportunterricht teilnehmen, eine pauschale Sportbefreiung ist nicht nötig. Bei Anstrengungsasthma kann die Praxis eine Medikamentengabe vor dem Sport empfehlen.
Ein Asthmaanfall kann beängstigend sein: Bleib ruhig, setz dein Kind aufrecht hin, sorge für frische Luft und gib die verordnete Bedarfsmedikation. Bessert sich die Atemnot nicht oder verschlimmert sie sich, wähle den Notruf.
Spielen Allergien eine Rolle, hilft auch der Beitrag zur Pollenallergie bei Kindern. Weitere Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Asthma bei Kindern
An anfallsartiger Atemnot, einem pfeifenden Atemgeräusch beim Ausatmen und Husten, der vor allem nachts oder bei Anstrengung auftritt. Bei Kindern ist hartnäckiger Husten oft das führende Zeichen. Die Diagnose stellt die ärztliche Praxis.
Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare, außerdem Infekte, körperliche Anstrengung, kalte oder verschmutzte Luft, Stress und Tabakrauch. Ein rauchfreies Zuhause ist deshalb wichtig.
Nach einem Stufenkonzept mit zwei Säulen: einer Bedarfsmedikation, die akut die Atemwege weitet, und einer entzündungshemmenden Dauertherapie. Entscheidend sind außerdem die richtige Inhalationstechnik und ein Aktionsplan. Medikamente und Dosis legt immer die Praxis fest.
Ja, Sport ist mit gut eingestelltem Asthma ausdrücklich erwünscht, eine pauschale Sportbefreiung ist nicht nötig. Bei Anstrengungsasthma kann die Praxis eine Medikamentengabe vor dem Sport empfehlen.
Ruhig bleiben, das Kind aufrecht hinsetzen, für frische Luft sorgen und die verordnete Bedarfsmedikation geben. Bessert sich die Atemnot nicht oder verschlimmert sie sich, wähle den Notruf.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Asthmatherapie und alle Medikamente gehören in ärztliche Hand. Bei einem schweren Anfall wähle den Notruf 112.
Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Asthma bronchiale, Symptome und Therapie · IQWiG / gesundheitsinformation.de: Asthma · Deutsche Atemwegsliga: Asthma
Sabine M.
Bei unserem Sohn hat sich Asthma erst durch den nächtlichen Reizhusten gezeigt, nie das typische Pfeifen. Hat lange gedauert, bis der richtige Verdacht da war. Gut, dass ihr auch die untypischen Anzeichen nennt.