Sobald die ersten Bäume blühen, geht es los: Die Nase läuft, die Augen jucken und tränen, dein Kind niest in Serie und ist quengelig und müde. Was wie eine hartnäckige Erkältung wirkt, die einfach nicht weggeht, ist oft Heuschnupfen, eine Allergie gegen Blütenpollen. Sie gehört zu den häufigsten chronischen Beschwerden im Kindesalter.
Heuschnupfen ist mehr als lästig: Unbehandelt kann er auf die Bronchien übergreifen und allergisches Asthma nach sich ziehen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Beschwerden gut in den Griff bekommen. Hier liest du, woran du eine Pollenallergie erkennst, was hilft und wie du Pollen aus dem Alltag fernhältst.
Kurz gesagt
Bei Heuschnupfen reagiert das Immunsystem überempfindlich auf Blütenpollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Typisch sind Niesreiz, eine laufende oder verstopfte Nase und juckende, tränende Augen, immer zur gleichen Jahreszeit. Behandelt wird meist mit Antihistaminika, bei stärkeren Beschwerden mit lokalem Kortison. Eine Hyposensibilisierung kann die Allergie ursächlich angehen. Wichtig ist, Beschwerden ernst zu nehmen, damit sich kein allergisches Asthma entwickelt.
Woran erkenne ich Heuschnupfen bei meinem Kind?
Der wichtigste Hinweis ist das Muster: Die Beschwerden treten saisonal auf, immer dann, wenn bestimmte Pflanzen blühen, und meist über Wochen. Anders als bei einer Erkältung gibt es kein Fieber, und das Nasensekret bleibt klar und wässrig. Typische Zeichen sind:
| Bereich | Typische Beschwerden |
|---|---|
| Nase | Anfallsartiger Niesreiz, laufende oder verstopfte Nase, klares Sekret, Juckreiz. |
| Augen | Gerötete, juckende, tränende und manchmal geschwollene Augen (allergische Bindehautentzündung). |
| Allgemein | Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, schlechter Schlaf, manchmal Kopfschmerzen. |
| Atemwege | Hustenreiz, bei Übergang zu Asthma auch pfeifende Atmung und Engegefühl in der Brust. |
Bestätigen lässt sich der Verdacht in der Praxis, häufig mit einem Pricktest, bei dem winzige Mengen verschiedener Allergene auf die Haut aufgebracht werden. Bildet sich eine kleine Quaddel, liegt eine Sensibilisierung vor.

Was hilft gegen die Beschwerden?
Gegen die akuten Symptome stehen gut wirksame und für Kinder geeignete Medikamente zur Verfügung. Welche im Einzelfall passen, klärst du in der Kinderarztpraxis oder Apotheke:
- Antihistaminika
Sie sind die Basis der Behandlung, als Saft oder Tablette gegen alle Symptome oder gezielt als Nasenspray und Augentropfen bei örtlichen Beschwerden. - Kortisonhaltiges Nasenspray
Bei stärkerem Heuschnupfen wirken lokale Glukokortikoide gut gegen die verstopfte, entzündete Nase. Sie sind bei richtiger Anwendung gut verträglich. - Augen kühlen und spülen
Kühle Kompressen und befeuchtende Augentropfen lindern juckende Augen zusätzlich. - Abschwellende Nasensprays nur kurz
Reine Schnupfensprays höchstens etwa eine Woche verwenden, sonst gewöhnt sich die Nase daran.
Hyposensibilisierung: die Allergie an der Wurzel packen
Während Medikamente nur die Symptome lindern, setzt die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) an der Ursache an. Dabei gewöhnt sich der Körper über Monate bis Jahre an langsam steigende Mengen des Allergens, als Spritze oder als Tropfen beziehungsweise Tablette unter die Zunge. So lässt sich die allergische Reaktion dauerhaft abschwächen. Sinnvoll ist sie in der Regel ab einem Alter von etwa fünf bis sechs Jahren. Ein wichtiger Pluspunkt: Studien deuten darauf hin, dass sie das Risiko senken kann, später allergisches Asthma zu entwickeln. Ob und wann sie infrage kommt, bespricht ihr mit der Kinderarztpraxis.

Wie halte ich Pollen aus dem Alltag fern?
Ganz vermeiden lassen sich Pollen nicht, mit ein paar Gewohnheiten reduzierst du den Kontakt aber spürbar:
- Pollenflug im Blick behalten
Aktuelle Pollenflug-Vorhersagen helfen zu planen, wann Aktivitäten im Freien günstiger sind. - Richtig lüften
In der Stadt eher morgens, auf dem Land eher abends lüften, sonst Fenster zu Stoßzeiten geschlossen halten. - Abends Haare waschen
Pollen sammeln sich in den Haaren. Abendliches Haarewaschen hält sie aus dem Bett. - Kleidung aus dem Schlafzimmer
Getragene Tageskleidung nicht im Schlafzimmer ablegen, damit Pollen nicht ans Bett gelangen.
Treten zu den Augenbeschwerden Husten und Atemnot dazu, lies auch unseren Beitrag zu Husten bei Kindern. Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Pollenallergie bei Kindern
Heuschnupfen tritt saisonal und über Wochen auf, ohne Fieber, mit klarem, wässrigem Nasensekret und juckenden Augen. Eine Erkältung dauert meist nur einige Tage, oft mit Fieber und zähem Schleim.
Eine Pollenallergie kann sich bereits im Klein- und Vorschulalter zeigen und nimmt bis ins Jugendalter zu. Etwa jedes elfte Kind ist betroffen.
Unbehandelt kann die Allergie auf die unteren Atemwege übergreifen und allergisches Asthma auslösen, den sogenannten Etagenwechsel. Eine frühe Behandlung beugt dem vor und verbessert die Lebensqualität.
Sie gewöhnt den Körper über längere Zeit an das Allergen und kann die Allergie dauerhaft abschwächen. Sie ist meist ab fünf bis sechs Jahren möglich und kann das Risiko für späteres Asthma senken.
Kühle Kompressen, befeuchtende oder antiallergische Augentropfen und das Spülen der Augen lindern den Juckreiz. Welche Tropfen geeignet sind, klärst du in der Apotheke oder Praxis.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden oder Atemproblemen wende dich an die Kinderarztpraxis.
Quellen: BZgA / kindergesundheit-info.de: Heuschnupfen bei Kindern · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Heuschnupfen / Pollenallergie
Dietrich
Den Beitrag habe ich mir eben mit großem Interesse komplett durchgelesen. Ich hatte mich schon mit der Pollenallergie bei Kindern auseinandergesetzt, aber hier konnte ich sogar noch mehr erfahren. Danke für diesen großartigen Artikel!