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Keuchhusten bei Kindern: Symptome, Behandlung und Impfung

Autor

Lisa

Veröffentlicht

04.04.2014

Aktualisiert

30.06.2026

Kategorie

Keuchhusten bei Kindern: Symptome, Behandlung und Impfung

Zuerst klingt es wie eine ganz normale Erkältung, leichter Husten, etwas Schnupfen. Doch nach ein, zwei Wochen wird der Husten schlimmer statt besser: heftige Anfälle, oft nachts, ein Stakkato von Hustenstößen, an deren Ende das Kind hörbar nach Luft japst. Das ist das typische Bild von Keuchhusten, einer hochansteckenden bakteriellen Erkrankung, die sich über Wochen ziehen kann.

Für ältere Kinder ist Keuchhusten quälend, für junge Säuglinge kann er lebensgefährlich werden. Hier liest du, wie du die Erkrankung erkennst, wie sie behandelt wird, warum die Impfung so wichtig ist und wie du die Kleinsten schützt.

Wie verläuft Keuchhusten?

Keuchhusten zieht sich typischerweise über viele Wochen und verläuft in drei Phasen. Gerade am Anfang ist er schwer von einer Erkältung zu unterscheiden, dabei aber schon hochansteckend.

PhaseDauerBeschwerden
Erkältungsstadium1 bis 2 WochenSchnupfen, leichter Husten, kaum Fieber. In dieser Phase ist die Ansteckungsgefahr am größten.
Anfallsstadium4 bis 6 WochenKrampfartige Hustenanfälle, oft nachts, mit juchzendem Einatmen und manchmal Erbrechen danach.
ErholungsstadiumWochen bis MonateDie Anfälle werden seltener und schwächer, der Husten klingt langsam ab.
Verlauf von Keuchhusten. Wegen der langen Dauer wird er auch 100-Tage-Husten genannt. Quelle: RKI, kinderaerzte-im-netz.

Wichtig: Bei jungen Säuglingen fehlen die typischen Hustenanfälle oft. Stattdessen kann es zu gefährlichen Atemaussetzern (Apnoen) kommen. Deshalb gehören Babys mit Verdacht auf Keuchhusten umgehend in ärztliche, oft stationäre Behandlung.

Ärztin untersucht ein Kind mit Husten

Wie wird Keuchhusten behandelt?

Keuchhusten wird mit einem Antibiotikum behandelt, meist aus der Gruppe der Makrolide wie Azithromycin oder Clarithromycin. Je früher es gegeben wird, desto besser: In der frühen Phase kann es den Verlauf abmildern. Vor allem aber verkürzt es die Zeit, in der dein Kind ansteckend ist, und schützt so andere. Wird das Antibiotikum erst spät im Anfallsstadium begonnen, beeinflusst es den Husten kaum noch, bremst aber weiter die Ansteckung.

Gegen die Hustenanfälle selbst gibt es kein Wundermittel. Hilfreich sind Ruhe, viel trinken, kleine Mahlzeiten und frische, kühle Luft. Beobachte dein Kind während der Anfälle gut. Säuglinge müssen in der Regel im Krankenhaus überwacht werden, weil bei ihnen die Atmung aussetzen kann.

Wie ansteckend ist Keuchhusten?

Sehr ansteckend. Die Bakterien werden über Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Besonders tückisch: Am ansteckendsten ist die frühe Phase, in der die Erkrankung noch wie ein harmloser Schnupfen wirkt. Ohne Behandlung kann ein Kind mehrere Wochen ansteckend bleiben, mit einem wirksamen Antibiotikum endet die Ansteckungsfähigkeit nach etwa fünf Tagen.

Eltern schützen ihr Baby durch frühe Vorsorge

Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule?

Nach einer wirksamen Antibiotikabehandlung darf dein Kind in der Regel etwa fünf Tage nach Therapiebeginn wieder in die Gemeinschaftseinrichtung, wenn es sich gut fühlt. Ohne Antibiotikum dauert es deutlich länger, dann besteht die Ansteckungsgefahr bis zu drei Wochen nach Beginn der Hustenanfälle. Keuchhusten ist meldepflichtig, die Einrichtung muss informiert werden.

Wie schützt die Impfung?

Die Impfung ist der wichtigste Schutz vor Keuchhusten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grundimmunisierung früh: im Alter von 2, 4 und 11 Monaten, meist als Kombinationsimpfung. Später folgen Auffrischungen im Vorschul- und Jugendalter. Da der Impfschutz mit der Zeit nachlässt, sind auch für Erwachsene Auffrischungen vorgesehen.

Besonders wichtig ist der Schutz der Allerkleinsten, denn Neugeborene sind in den ersten Lebenswochen noch ungeimpft und besonders gefährdet. Deshalb empfiehlt die STIKO die Keuchhusten-Impfung in jeder Schwangerschaft, in der Regel zu Beginn des dritten Schwangerschaftsdrittels ab der 28. Woche, bei erhöhtem Risiko für eine Frühgeburt schon früher. So erhält das Baby über die Mutter einen Nestschutz für die ersten Lebenswochen. Auch enge Bezugspersonen sollten ihren Impfschutz prüfen lassen.

Welche Komplikationen sind möglich?

Bei älteren Kindern verläuft Keuchhusten meist zwar langwierig, aber ohne bleibende Folgen. Durch die heftigen Hustenanfälle kann es zu Erbrechen, Schlafmangel und vorübergehender Erschöpfung kommen. Häufigste ernstere Komplikation ist eine Mittelohr- oder Lungenentzündung, weil die Atemwege geschwächt sind.

Anders ist die Lage bei jungen Säuglingen: Für sie kann Keuchhusten lebensbedrohlich werden. Neben den gefährlichen Atemaussetzern drohen schwere Lungenentzündungen und in seltenen Fällen Krampfanfälle. Deshalb werden Babys mit Keuchhusten in der Regel im Krankenhaus überwacht. Das unterstreicht, warum der Schutz durch die Impfung in der Schwangerschaft und im engen Umfeld so wichtig ist.

Wie erleichtere ich meinem Kind die Hustenanfälle?

Gegen den Husten selbst gibt es kein wirksames Hausmittel, du kannst die anstrengenden Wochen aber erträglicher machen. Das hilft im Alltag:

Weitere Atemwegs- und Kinderkrankheiten findest du in unserer Übersicht zu Kinderkrankheiten, und bei hartnäckigem Husten ohne Keuchhusten hilft der Beitrag zu Reizhusten bei Kindern.

Häufige Fragen zu Keuchhusten

Keuchhusten kann sich über viele Wochen ziehen, deshalb wird er auch 100-Tage-Husten genannt. Auf ein bis zwei Wochen erkältungsähnliche Beschwerden folgen vier bis sechs Wochen mit Hustenanfällen, danach klingt der Husten langsam ab.

Bei jungen Säuglingen fehlen die typischen Hustenanfälle oft. Stattdessen kann die Atmung aussetzen (Apnoen). Das kann lebensbedrohlich werden, weshalb Babys mit Verdacht auf Keuchhusten meist im Krankenhaus überwacht werden.

Ja, vor allem früh gegeben. Es kann den Verlauf abmildern und verkürzt die Ansteckungsfähigkeit deutlich. Spät im Anfallsstadium beeinflusst es den Husten kaum noch, reduziert aber weiter die Ansteckung.

Nach einer wirksamen Antibiotikabehandlung in der Regel etwa fünf Tage nach Therapiebeginn. Ohne Antibiotikum besteht die Ansteckungsgefahr bis zu drei Wochen nach Beginn der Hustenanfälle. Die Einrichtung muss informiert werden.

Am wirksamsten durch die von der STIKO empfohlene Impfung in der Schwangerschaft, die dem Baby einen Nestschutz gibt, sowie die frühzeitige Grundimmunisierung des Kindes ab dem zweiten Lebensmonat. Auch enge Bezugspersonen sollten ihren Impfschutz auffrischen.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Keuchhusten, besonders bei Babys, wende dich umgehend an die Kinderarztpraxis.

Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Keuchhusten (Pertussis) · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Keuchhusten (Pertussis) · RKI: Schutzimpfung gegen Pertussis, häufige Fragen

Kommentare

besorgte_mama_88

Unser Baby hatte Keuchhusten mit nur acht Wochen, bevor es geimpft werden konnte. Diese Hustenanfälle nachts werde ich nie vergessen, das war die schlimmste Zeit überhaupt. Bitte impfen lassen, wer kann.

Wichtiger Hinweis im Artikel mit der Auffrischimpfung für Erwachsene. Viele wissen nicht, dass der Schutz nachlässt und sie selbst zur Ansteckungsquelle für Neugeborene werden können. Wir haben uns als Eltern extra nachimpfen lassen.

Mein Sohn hustet seit zwei Wochen anfallsartig und erbricht danach manchmal. Kann das schon Keuchhusten sein, obwohl er geimpft ist?

schwester_anke

@Yvonne Auch geimpfte Kinder können erkranken, dann meist milder. Dieser typische anfallsartige Husten mit Erbrechen gehört aber unbedingt zum Kinderarzt, am besten zeitnah. Bitte nicht abwarten.

Danke für die sachliche Darstellung. Der Verlauf zieht sich wirklich ewig, man spricht ja nicht umsonst vom Hundert-Tage-Husten.


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