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Durchfall bei Kindern: was hilft und wann zum Arzt

Autor

Lisa

Veröffentlicht

02.06.2014

Aktualisiert

30.06.2026

Kategorie

Durchfall bei Kindern: was hilft und wann zum Arzt

Die Windel läuft über, oder dein Kind muss ständig zur Toilette, der Stuhl ist dünn und wässrig. Durchfall gehört zu den häufigsten Beschwerden im Kindesalter, und meist steckt ein harmloser Magen-Darm-Infekt dahinter, der von allein wieder vergeht. Eine Sache ist dabei aber wirklich wichtig: dass dein Kind genug trinkt.

Denn die eigentliche Gefahr bei Durchfall ist nicht der Infekt selbst, sondern der Verlust von Flüssigkeit und Salzen. Vor allem Babys können dadurch schnell austrocknen. Hier liest du, wie du dein Kind richtig versorgst, woran du eine drohende Austrocknung erkennst und wann du in die Praxis solltest.

Was steckt hinter Durchfall bei Kindern?

In den allermeisten Fällen ist eine virusbedingte Magen-Darm-Infektion die Ursache, oft durch Rota- oder Noroviren. Sie werden leicht von Kind zu Kind übertragen, gerade in Kita und Krippe. Begleitend kommen häufig Erbrechen, Bauchkrämpfe und Fieber dazu. Seltener stecken Bakterien, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, Antibiotika oder andere Erkrankungen hinter dem Durchfall.

Ein einzelner weicher Stuhl ist noch kein Durchfall. Von Durchfall spricht man, wenn der Stuhl mehrmals am Tag dünn bis wässrig ist. Bei voll gestillten Babys ist weicher, häufiger Stuhl dagegen normal und kein Grund zur Sorge.

Kind trinkt in kleinen Schlucken zur Flüssigkeitszufuhr

Das Wichtigste: genug trinken

Bei Durchfall verliert der Körper Wasser und wichtige Salze. Genau die gilt es zu ersetzen. Am zuverlässigsten gelingt das mit einer fertigen Elektrolyt- oder Rehydratationslösung aus der Apotheke. Das Pulver enthält Zucker und Salze in genau dem richtigen Verhältnis und wird nach Anleitung in Wasser aufgelöst. Selbst zusammengerührte Salz-Zucker-Mischungen sind ungenau und werden nicht empfohlen.

So klappt die Flüssigkeitszufuhr im Alltag:

Woran erkenne ich eine Austrocknung?

Eine beginnende Austrocknung (Dehydratation) ist das, worauf du achten musst, besonders bei Babys und Kleinkindern. Warnzeichen sind:

AnzeichenWorauf du achtest
Trockener MundLippen und Zunge wirken trocken, das Kind weint ohne oder mit wenig Tränen.
Weniger nasse WindelnDeutlich seltener Wasserlassen, der Urin ist dunkel und konzentriert.
Eingesunkene AugenBei Babys auch eine eingesunkene Fontanelle an der Schädeloberseite.
Verändertes VerhaltenAuffällige Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit oder Unruhe.
Stehende HautfalteHochgezogene Haut am Bauch bleibt kurz stehen, statt sofort zurückzuspringen.
Warnzeichen für eine drohende Austrocknung. Bei diesen Anzeichen gehört dein Kind rasch ärztlich untersucht. Quelle: BZgA, kinderaerzte-im-netz.

Wann muss mein Kind zum Arzt?

In vielen Fällen lässt sich Durchfall zu Hause gut begleiten. In diesen Situationen solltest du aber zeitnah ärztlichen Rat einholen, bei Säuglingen im Zweifel immer:

Gründliches Händewaschen beugt Magen-Darm-Infekten vor

Was darf mein Kind essen, was hilft sonst?

Strenge Diäten sind überholt. Sobald dein Kind wieder Appetit hat, darf es essen, was es verträgt. Bewährt haben sich leichte, gut verträgliche Speisen wie Zwieback, geriebener Apfel, Banane, Kartoffeln, Reis oder ungesüßter Tee. Sehr fettiges Essen, große Mengen Milch und stark zuckrige Getränke wie Limonade oder pure Fruchtsäfte sind in der akuten Phase eher ungünstig.

Medikamente, die den Durchfall stoppen, sind für Kinder in der Regel nicht geeignet, denn der Körper scheidet die Erreger über den Stuhl aus. Wichtiger als Stopfen ist das Ersetzen von Flüssigkeit. Gegen die Ansteckung in der Familie hilft vor allem gründliches Händewaschen mit Seife, nach dem Toilettengang und vor dem Essen.

So gibst du die Rehydratationslösung richtig

Eine Rehydratationslösung wirkt nur, wenn sie richtig angewendet wird. Löse das Pulver genau nach Packungsanleitung in der angegebenen Menge Wasser auf, nicht stärker oder schwächer, denn das Verhältnis von Salz und Zucker ist entscheidend. Biete die Lösung dann gekühlt oder bei Zimmertemperatur in winzigen Portionen an, etwa einen Teelöffel alle paar Minuten. Das klingt mühsam, wird aber besser vertragen als ein großes Glas, das oft sofort wieder erbrochen wird.

Wenn dein Kind erbricht, warte nach dem Erbrechen kurz zehn Minuten und beginne dann wieder mit ganz kleinen Schlucken. Süße Limonaden, pure Fruchtsäfte oder Cola sind keine gute Wahl, weil ihr hoher Zuckergehalt den Durchfall verstärken kann. Auch der alte Tipp mit Salzstangen und Cola ist überholt, die Mischung enthält zu viel Zucker und zu wenig der wichtigen Salze.

Wie kann ich Durchfall vorbeugen?

Ganz vermeiden lassen sich Magen-Darm-Infekte bei Kita-Kindern kaum, mit guter Hygiene lässt sich die Ansteckung aber spürbar senken. Am wichtigsten ist gründliches Händewaschen mit Seife, nach dem Toilettengang und Wickeln sowie vor dem Essen. Bei einem Infekt in der Familie helfen eigene Handtücher und das regelmäßige Reinigen von Toilette und Türklinken.

Gegen eine der häufigsten Ursachen schwerer Durchfälle im Babyalter, die Rotaviren, gibt es eine Schluckimpfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie für alle Säuglinge, begonnen wird früh, idealerweise ab der sechsten Lebenswoche. Ob die Impfung für dein Kind infrage kommt, besprichst du in der Kinderarztpraxis.

Nach dem Infektionsschutzgesetz (Paragraf 34 IfSG) dürfen Kinder unter sechs Jahren mit einer ansteckenden Magen-Darm-Erkrankung vorübergehend nicht in die Kita. Als Faustregel gilt die Rückkehr etwa zwei Tage nach Abklingen von Durchfall und Erbrechen. Bei weiteren Fragen zu Magen-Darm-Infekten hilft auch unsere Übersicht zu Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zu Durchfall bei Kindern

Am besten eine Elektrolyt- oder Rehydratationslösung aus der Apotheke, die Flüssigkeit und Salze im richtigen Verhältnis ersetzt. Gestillte Babys werden einfach häufiger angelegt. Wichtig ist, oft kleine Mengen anzubieten.

Bei Säuglingen im Zweifel immer, außerdem bei Anzeichen von Austrocknung, Blut im Stuhl, hohem oder anhaltendem Fieber, wenn das Kind nichts bei sich behält oder der Durchfall mehrere Tage anhält.

An einem trockenen Mund, wenigen oder keinen Tränen, deutlich selteneren nassen Windeln, eingesunkenen Augen, auffälliger Schläfrigkeit und einer stehenden Hautfalte am Bauch.

Sobald es Appetit hat, leichte Kost wie Zwieback, geriebenen Apfel, Banane, Kartoffeln oder Reis. Sehr fettiges Essen, viel Milch und stark zuckrige Getränke sind in der akuten Phase ungünstig.

Kinder unter sechs Jahren mit ansteckender Magen-Darm-Erkrankung dürfen vorübergehend nicht in die Einrichtung. Als Faustregel gilt die Rückkehr etwa zwei Tage nach Abklingen von Durchfall und Erbrechen.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Säuglingen und Austrocknungszeichen wende dich umgehend an die Kinderarztpraxis.

Quellen: BZgA / kindergesundheit-info.de: Durchfall bei Babys und Kleinkindern · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Durchfallerkrankung (Diarrhöe) · BZgA / kindergesundheit-info.de: Wann ärztliche Hilfe nötig ist

Kommentare

150 ml pro kg Körpergewicht….. das ist bei meinem 9 Jährigen 35 x 150 ml = 5,25 Liter. Ja, genau. 😉

Hallo Andreas,
aber einem gewissen Alter kann man diese Formel sicherlich nicht mehr anwenden 🙂 Ich denke 2-3 Liter am Tag sind da doch Obergrenze 😉


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