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Blinddarmentzündung bei Kindern: Symptome und Warnzeichen

Autor

Lisa

Veröffentlicht

15.01.2015

Aktualisiert

30.06.2026

Kategorie

Blinddarmentzündung bei Kindern: Symptome und Warnzeichen

Erst tut der Bauch rund um den Nabel weh, ein paar Stunden später haben sich die Schmerzen in den rechten Unterbauch verlagert, dein Kind will sich kaum bewegen und mag nichts essen. Das kann eine Blinddarmentzündung sein, einer der häufigsten Gründe für eine Not-Operation im Kindesalter. Sie ist gut behandelbar, sollte aber rasch erkannt werden.

Das Tückische: Gerade bei Kindern sind die Beschwerden nicht immer eindeutig. Hier liest du, woran du eine Blinddarmentzündung erkennst, wie du sie von einem harmlosen Magen-Darm-Infekt unterscheidest und welche Warnzeichen ein echter Notfall sind.

Woran erkenne ich eine Blinddarmentzündung?

Der Verlauf ist oft typisch und entwickelt sich über Stunden. Daran kannst du dich orientieren:

ZeichenSo zeigt es sich
SchmerzverlaufBeginn um den Nabel, dann Wanderung in den rechten Unterbauch, dort dauerhaft und druckempfindlich.
BewegungSchmerzen verstärken sich beim Gehen, Hüpfen (vor allem auf dem rechten Bein), Husten und Niesen.
BauchdeckeAngespannt, hart, stark berührungsempfindlich, das Kind schont den Bauch.
BegleitendÜbelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, leichtes Fieber um 38 Grad, manchmal Verstopfung oder schleimiger Durchfall.
Typischer Verlauf einer Blinddarmentzündung. Die Wanderung der Schmerzen in den rechten Unterbauch ist charakteristisch. Quelle: kinderaerzte-im-netz, AWMF-Leitlinie.
Eltern achten auf die Bauchschmerzen ihres Kindes

Blinddarmentzündung oder Magen-Darm-Infekt?

Bauchschmerzen haben Kinder oft, und meist steckt etwas Harmloses dahinter. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal hilft bei der Einordnung: Bei einer Blinddarmentzündung treten die Bauchschmerzen in der Regel zuerst auf, das Fieber kommt erst danach. Bei einem Magen-Darm-Infekt ist es umgekehrt, da beginnt es oft mit Fieber, Erbrechen oder Durchfall, und die Bauchschmerzen sind eher krampfartig und wandern nicht gezielt in den rechten Unterbauch.

Ein einfacher Hinweis zu Hause: Bitte dein Kind, auf der Stelle zu hüpfen oder zu husten. Verstärkt das den Schmerz im rechten Unterbauch deutlich, ist das ein Alarmzeichen, das ärztlich abgeklärt gehört. Eine sichere Diagnose stellt aber immer die Ärztin oder der Arzt, unter anderem mit Tasten, Ultraschall und Blutuntersuchung.

Diese Warnzeichen sind ein Notfall

Bei folgenden Zeichen solltest du nicht abwarten, sondern dein Kind rasch in die Kinderarztpraxis, eine kinderchirurgische Klinik oder die Notfallambulanz bringen:

Wichtig bis zur Abklärung: Gib deinem Kind keine Schmerzmittel auf eigene Faust und nichts zu essen, falls eine Operation nötig wird, und lege keine Wärmflasche auf den Bauch, das kann eine Entzündung verstärken.

Ärztin untersucht den Bauch eines Kindes

Besonderheit bei kleinen Kindern

Je jünger das Kind, desto unklarer sind oft die Beschwerden. Kleinkinder können nicht genau sagen, wo es wehtut, und zeigen manchmal nur Quengeln, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Durchfall. Eine Blinddarmentzündung ist bei ihnen seltener als bei Schul- und Jugendlichen, aber gefährlicher, weil sie schwerer zu erkennen ist und schneller fortschreiten kann. Vertrau im Zweifel auf dein Bauchgefühl und lass dein Kind lieber einmal mehr untersuchen.

Wie wird behandelt?

Bestätigt sich die Blinddarmentzündung, wird der Wurmfortsatz in der Regel operativ entfernt, meist minimalinvasiv über kleine Schnitte und üblicherweise innerhalb von etwa einem Tag. In ausgewählten, unkomplizierten Fällen kann eine Behandlung mit Antibiotika erwogen werden, hier ist das Risiko eines erneuten Auftretens aber höher. Unbehandelt kann der entzündete Wurmfortsatz nach einigen Tagen durchbrechen und eine Bauchfellentzündung auslösen, die lebensbedrohlich werden kann. Genau deshalb ist die rasche Abklärung so wichtig.

Bei harmloseren Bauchschmerzen helfen oft auch unsere Beiträge zu Durchfall und Erbrechen bei Kindern. Eine Übersicht findest du unter Kinderkrankheiten.

Häufige Fragen zur Blinddarmentzündung bei Kindern

Typisch sind Bauchschmerzen, die um den Nabel beginnen und in den rechten Unterbauch wandern, sich beim Hüpfen oder Husten verstärken, dazu Übelkeit, Appetitlosigkeit und leichtes Fieber. Wichtig: Die Schmerzen kommen meist vor dem Fieber.

Bei der Blinddarmentzündung treten die Bauchschmerzen zuerst auf, das Fieber später. Beim Magen-Darm-Infekt beginnt es eher mit Fieber, Erbrechen oder Durchfall, und die Schmerzen wandern nicht gezielt in den rechten Unterbauch.

Dein Kind rasch ärztlich untersuchen lassen. Bis dahin keine Schmerzmittel auf eigene Faust geben, keine Wärmflasche auflegen und vorsichtshalber nichts essen lassen, falls eine Operation nötig wird.

Rechtzeitig behandelt ist sie gut beherrschbar. Unbehandelt kann der Wurmfortsatz nach einigen Tagen durchbrechen und eine Bauchfellentzündung auslösen, die lebensbedrohlich werden kann. Deshalb ist die rasche Abklärung entscheidend.

Meist wird der Wurmfortsatz operativ entfernt, oft minimalinvasiv. In ausgewählten, unkomplizierten Fällen kann eine antibiotische Behandlung erwogen werden, allerdings mit höherem Risiko für ein erneutes Auftreten.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei starken oder anhaltenden Bauchschmerzen wende dich umgehend an die Kinderarztpraxis oder die Notfallambulanz.

Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Blinddarmentzündung · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Den Bauchschmerzen folgt meist leichtes Fieber · AWMF S2k-Leitlinie: Appendizitis im Kindes- und Jugendalter (006-003)

Kommentare

Es kann sich aber ebenfalls um ein Meckel Divertikel handeln. Dies ist ein Überbleibsel aus der embryonalen Phase und ein Fortsatz vom Dünn- oder Dickdarm. Es wird häufig bei Verdacht auf Blinddarmentzündung entdeckt, da es bei vielen Betroffenen sonst zu keinen Beschwerden kommt. Der Artikel auf Wikipedia dazu ist sehr gut, um sich schnell zu informieren. Leider ist die OP bei einem entzündenden Meckel Divertikel nicht ganz ohne. Meinem Sohn wurde ein Bauchschnitt verpasst und eine Drainage gelegt – jetzt hat er eine riesige Narbe quer über seinen Bauch mit einer etwas kleineren (wo das Loch für die Drainage war) ca. 2 Finger breit darunter. Es war bereits perforiert (obwohl ich immer gleich bei akuten Beschwerden zum Kinderarzt gehe) und durch eine Darmschlinge gedeckt (die hatte sich darüber gelegt und daher war das Meckel Divertikel im Ultraschall nicht zu erkennen). Der Kinderarzt hatte erst eine Angina und dann anschließend eine Meningitis (was uns dann letztlich erst kurz vor knapp ins KH gebracht hat) diagnostiziert.


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