Eben hat dein Kind noch gespielt, und im nächsten Moment muss es sich heftig übergeben, kurz darauf kommt wässriger Durchfall dazu. Eine Noroviren-Infektion trifft Familien oft wie aus dem Nichts und macht innerhalb von Stunden die Runde. Die Viren sind extrem ansteckend, schon wenige Partikel reichen aus.
Die gute Nachricht: So heftig der Magen-Darm-Infekt beginnt, so schnell ist er bei den meisten Kindern auch wieder vorbei. Wichtig sind in dieser Zeit zwei Dinge: dass dein Kind genug trinkt und dass sich nicht die ganze Familie ansteckt. Hier liest du, wie dir beides gelingt.
Kurz gesagt
Noroviren lösen einen heftigen, aber meist kurzen Magen-Darm-Infekt mit schwallartigem Erbrechen und Durchfall aus, der oft nach ein bis drei Tagen vorbei ist. Das Wichtigste ist, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Die Viren sind hochansteckend, deshalb ist gründliche Hygiene entscheidend. Bei kleinen Kindern und Austrocknungszeichen gehört dein Kind ärztlich versorgt.
Woran erkenne ich eine Noroviren-Infektion?
Typisch ist der plötzliche Beginn. Ohne Vorwarnung setzen schwallartiges Erbrechen und wässriger Durchfall ein, oft zugleich. Dazu kommen Übelkeit, Bauchkrämpfe und ein starkes Krankheitsgefühl, manchmal auch leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.
| Merkmal | So zeigt es sich |
|---|---|
| Beginn | Sehr plötzlich, oft mitten aus dem Wohlbefinden heraus. |
| Hauptsymptome | Schwallartiges Erbrechen und wässriger Durchfall, meist gemeinsam. |
| Begleitend | Übelkeit, Bauchkrämpfe, Abgeschlagenheit, teils leichtes Fieber. |
| Dauer | Meist kurz und heftig, häufig nach ein bis drei Tagen überstanden. |

Das Wichtigste: den Flüssigkeitsverlust ausgleichen
Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit und Salze. Genau das ist die eigentliche Gefahr, besonders bei Babys und Kleinkindern. Biete deinem Kind deshalb immer wieder kleine Mengen an, lieber alle paar Minuten ein, zwei Schlucke als viel auf einmal. Bei stärkerem Verlust ist eine Elektrolyt- oder Rehydratationslösung aus der Apotheke ideal, weil sie Flüssigkeit und Salze im richtigen Verhältnis ersetzt. Gestillte Babys werden einfach häufiger angelegt.
Sobald dein Kind wieder mag, darf es leichte Kost essen. Erzwingen musst du das nicht. Mittel, die den Durchfall stoppen, sind für Kinder in der Regel nicht geeignet.
Wie verhindere ich, dass sich alle anstecken?
Noroviren sind außerordentlich ansteckend, schon etwa 10 bis 100 Viruspartikel genügen für eine Ansteckung. Sie werden über kleinste Spuren von Stuhl oder Erbrochenem übertragen, über die Hände, gemeinsame Oberflächen, Türklinken oder verunreinigte Lebensmittel. Mit konsequenter Hygiene lässt sich die Ausbreitung in der Familie bremsen:
- Hände mit Seife waschen
Gründlich und oft, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Gegen Noroviren wirkt Seife besser als übliche alkoholische Handdesinfektion. Ist eine Desinfektion nötig, ein ausdrücklich als viruzid ausgewiesenes Mittel verwenden. - Oberflächen reinigen
Toilette, Türklinken und Wasserhähne regelmäßig putzen. Erbrochenes und Stuhl rasch entfernen, dabei Einmalhandschuhe tragen. - Wäsche heiß waschen
Verschmutzte Wäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad waschen und Handtücher nicht teilen. - Abstand und eigene Utensilien
Das kranke Kind möglichst nicht mit Geschwistern Besteck, Becher oder Handtuch teilen lassen.
Wichtig zu wissen: Auch nach dem Ende der Beschwerden bleibt dein Kind noch ansteckend. Die Viren werden mindestens ein bis zwei Wochen über den Stuhl ausgeschieden, deshalb solltest du die Hygieneregeln auch danach noch eine Weile beibehalten.

Wann muss mein Kind zum Arzt?
Bei kräftigen, ansonsten gesunden Kindern ist die Infektion meist nach wenigen Tagen überstanden. In diesen Fällen solltest du aber ärztlichen Rat einholen, bei Säuglingen im Zweifel immer:
- Babys und Kleinkinder
Je jünger das Kind, desto schneller droht eine Austrocknung. Säuglinge gehören früh in die Praxis. - Zeichen von Austrocknung
Trockener Mund, kaum Tränen, deutlich seltener nasse Windeln, eingesunkene Augen oder auffällige Schläfrigkeit. - Kind kann nichts trinken
Wenn dein Kind auch kleine Schlucke immer wieder erbricht und keine Flüssigkeit bei sich behält. - Blut oder anhaltende Beschwerden
Blut im Stuhl, hohes Fieber oder Beschwerden, die nach mehreren Tagen nicht abklingen.
Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule?
Nach dem Infektionsschutzgesetz (Paragraf 34 IfSG) dürfen Kinder unter sechs Jahren mit einer ansteckenden Magen-Darm-Erkrankung die Einrichtung vorübergehend nicht besuchen. Als Faustregel gilt die Rückkehr frühestens zwei Tage, nachdem Erbrechen und Durchfall abgeklungen sind und es dem Kind wieder gut geht. Weil die Viren noch länger ausgeschieden werden, bleibt sorgfältiges Händewaschen auch danach wichtig.
Wie lange dauert eine Noroviren-Infektion?
Zwischen Ansteckung und Ausbruch liegen meist nur etwa sechs Stunden bis zwei Tage, deshalb trifft es in Kita oder Familie oft mehrere kurz nacheinander. Die heftige Phase mit Erbrechen und Durchfall ist dafür erfreulich kurz und dauert bei den meisten Kindern nur ein bis drei Tage. Danach erholen sich Kinder in der Regel schnell wieder.
Auch wenn die Beschwerden vorbei sind, ist die Sache noch nicht ausgestanden: Dein Kind ist mindestens noch zwei Tage nach dem letzten Erbrechen oder Durchfall ansteckend, und die Viren werden über den Stuhl sogar noch ein bis zwei Wochen ausgeschieden. Deshalb bleibt gründliches Händewaschen auch nach der Genesung wichtig.
Wenn mehrere in der Familie krank werden
Noroviren machen vor niemandem halt, oft erwischt es nach dem Kind auch die Eltern. Mit ein paar Regeln lässt sich die Kettenreaktion abmildern: Wenn möglich, kümmert sich nur eine Person um das kranke Kind, und diese wäscht sich danach gründlich die Hände. Das kranke Kind bekommt eigenes Handtuch und Geschirr, das heiß gespült wird. Erkrankte sollten in den Tagen der Beschwerden kein Essen für andere zubereiten, weil die Viren leicht über Lebensmittel weitergegeben werden.
Besonders wichtig ist der Schutz von Risikopersonen im Haushalt, etwa sehr alten oder geschwächten Menschen und Babys, für die der Flüssigkeitsverlust schneller gefährlich wird. Halte hier besonders konsequent Abstand und Hygiene ein.
Mehr zu Magen-Darm-Infekten und ihren Begleitsymptomen findest du in unseren Beiträgen zu Durchfall bei Kindern und Erbrechen bei Kindern.
Häufige Fragen zu Norovirus bei Kindern
Meist ist sie kurz und heftig: Erbrechen und Durchfall klingen häufig nach ein bis drei Tagen wieder ab. Ansteckend bleibt das Kind aber noch länger.
Während der Beschwerden und mindestens 48 Stunden danach ist die Ansteckungsgefahr hoch. Die Viren werden anschließend noch ein bis zwei Wochen über den Stuhl ausgeschieden, deshalb bleibt Händewaschen wichtig.
Am besten oft kleine Mengen, bei stärkerem Verlust eine Elektrolyt- oder Rehydratationslösung aus der Apotheke. Gestillte Babys werden häufiger angelegt. Wichtig ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen.
Gründliches Händewaschen mit Seife, Reinigen von Oberflächen wie Toilette und Türklinken, Wäsche bei mindestens 60 Grad und keine gemeinsam genutzten Handtücher oder Becher. Reine Handdesinfektion wirkt gegen Noroviren schlechter als Wasser und Seife.
Kinder unter sechs Jahren mit ansteckender Magen-Darm-Erkrankung dürfen vorübergehend nicht in die Einrichtung. Als Faustregel gilt die Rückkehr frühestens zwei Tage nach Abklingen von Erbrechen und Durchfall.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Säuglingen und Austrocknungszeichen wende dich umgehend an die Kinderarztpraxis.
Quellen: Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Norovirus-Gastroenteritis · BZgA / kindergesundheit-info.de: Durchfall bei Babys und Kleinkindern
rocktpapa
Naja, die Immunität für ein Jahr ist frommer Wunsch, nicht? Ein entscheidender Tipp, den ich auf die harte Tour lernen musste: Wenn der kleine Schatz nachts das Bett vollkotzt, darf man sich nicht um die Arbeit drohen a) ihn zu duschen b)… neu einzukleiden c) … das Bett neu zu beziehen d)… sich selber zu duschen und umzuziehen.
Zumindest war das der Weg, der mich davon bewahrt hat jedes Mal zwei Nächte später krank zu werden.