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10 Dinge, die viele Kinder heute nicht mehr lernen

Veröffentlicht

30.01.2024

Aktualisiert

01.07.2026

10 Dinge, die viele Kinder heute nicht mehr lernen

In einer Welt, die sich ständig weiterentwickelt, ändern sich auch die Fähigkeiten, die wir unseren Kindern beibringen. Während neue Technologien und moderne Lebensstile einige Lerninhalte in den Vordergrund rücken, geraten andere, traditionellere Fähigkeiten in Vergessenheit. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf 10 Dinge, die viele Kinder heute nicht mehr oder nur noch selten lernen, und fragen uns, ob dies ein Problem darstellt oder einfach ein Zeichen der Zeit ist.

Es ist spannend zu sehen, wie sich Lerninhalte im Laufe der Zeit verändert haben. Früher, als Technologie und digitale Medien noch nicht so verbreitet waren, standen praktische Fähigkeiten und bildschirmfreie Freizeitaktivitäten im Mittelpunkt der Kindheit. Brettspiele, handwerkliche Tätigkeiten und das Spielen im Freien waren wichtige Lernwerkzeuge, die Kindern halfen, ihre motorischen Fähigkeiten, Kreativität und sozialen Kompetenzen zu entwickeln. Mit dem Aufkommen des Internets, Smartphones und anderer Technologien hat sich der Fokus jedoch verschoben. Digitale Kompetenzen sind wichtiger geworden, während traditionelle Fähigkeiten oft weniger Beachtung finden. Diese Veränderung zeigt sich auch in den Bildungssystemen, wo IT-Kenntnisse und digitale Medienkompetenz zunehmend betont werden. Diese historische Perspektive hilft uns zu verstehen, warum einige Fähigkeiten heute weniger im Vordergrund stehen und regt zum Nachdenken über die Ausgewogenheit unserer modernen Lerninhalte an.

Globale Perspektiven: Lerninhalte im internationalen Vergleich

Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt, dass die Vermittlung von Fähigkeiten in der Kindheit stark kulturell geprägt ist. In einigen skandinavischen Ländern beispielsweise wird großer Wert auf den Kontakt mit der Natur und körperliche Aktivitäten im Freien gelegt, was sich in einer starken Verankerung von Naturkunde und Umweltbewusstsein in der Erziehung widerspiegelt. In asiatischen Ländern wie Japan und Südkorea hingegen ist das Erlernen traditioneller Künste und Handarbeiten wie Kalligrafie oder Origami immer noch ein wichtiger Bestandteil der Bildung. Dieser kulturelle Reichtum und die unterschiedlichen Bildungsprioritäten bieten wertvolle Einblicke und können als Inspiration dienen, um unsere eigenen Bildungssysteme und Erziehungspraktiken zu reflektieren und gegebenenfalls zu bereichern.

Vergessene Fähigkeiten: Was (viele) Kinder heute nicht mehr lernen

  1. Kartenspiele und Brettspiele 🎲: In einer Ära, in der Videospiele und Apps die Freizeit dominieren, verlieren traditionelle Kartenspiele und Brettspiele an Bedeutung. Dabei fördern sie strategisches Denken, Geduld und soziale Interaktion. Sind diese alten Spiele nur nostalgische Erinnerungen oder sollten wir sie als wertvolle Lernwerkzeuge bewahren?
  2. Handschriftliches Schreiben ✍️: Mit der Digitalisierung des Klassenzimmers wird die Handschrift immer seltener geübt. Dabei verbessert das handschriftliche Schreiben die Feinmotorik und das Gedächtnis. Ist es an der Zeit, die Tastatur beiseite zu legen und wieder zum Stift zu greifen?
  3. Basisreparaturen und Handarbeit 🧵: Einfache Reparaturen und Handarbeiten wie Nähen oder Stricken sind praktische Fähigkeiten, die Selbstständigkeit und Kreativität fördern. In unserer Wegwerfgesellschaft könnten diese Fähigkeiten jedoch einen neuen Wert erhalten.
  4. Naturkunde und Pflanzenkunde 🌿: Das Wissen über die Natur und ihre Bewohner schwindet, da Kinder immer weniger Zeit im Freien verbringen. Diese Kenntnisse sind jedoch wichtig, um ein Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu entwickeln.
  5. Kochen und Backen 🍳: Heutzutage wissen viele Kinder nicht mehr, wie man einfache Gerichte zubereitet. Dabei bieten Kochen und Backen praktische Fähigkeiten und die Möglichkeit, kreativ zu sein und Zeit mit der Familie zu verbringen.
  6. Orientierung ohne Technologie 🧭: Die Fähigkeit, sich ohne GPS zu orientieren, wird seltener, da technologische Hilfsmittel allgegenwärtig sind. Doch was passiert, wenn die Technologie einmal versagt?
  7. Handwerkliche Grundfertigkeiten 🔨: Grundkenntnisse in Holz- oder Metallarbeit sind nützlich für das praktische Verständnis von Materialien und Techniken. Diese Fähigkeiten fördern die Problemlösung und das räumliche Vorstellungsvermögen.
  8. Geduldsspiele und Rätsel lösen 🧩: In einer Welt, die schnelle Lösungen und ständige Unterhaltung bietet, verlieren Geduld und Ausdauer an Bedeutung. Das Lösen von Rätseln fördert jedoch kritisches Denken und Geduld.
  9. Persönliche Finanzverwaltung 💰: Finanzielle Bildung ist essentiell, um verantwortungsbewusst mit Geld umgehen zu können. Dieses Wissen hilft jungen Menschen, unabhängige und informierte Entscheidungen zu treffen.
  10. Traditionelle Musikinstrumente 🎻: Das Erlernen eines Musikinstruments trainiert Geduld, Koordination und kulturelles Bewusstsein. Digitale Musikproduktion bietet zwar neue Möglichkeiten, doch sollte der Wert traditioneller Instrumente nicht unterschätzt werden.

Die Veränderung in den Lerninhalten unserer Kinder wirft wichtige Fragen für die Zukunft auf. Wie werden Kinder, die weniger Erfahrung in praktischen Fähigkeiten und traditionellen Kenntnissen haben, mit Herausforderungen umgehen, die nicht digital lösbar sind? Es besteht die Gefahr, dass eine Generation heranwächst, die in der digitalen Welt versiert ist, aber möglicherweise Schwierigkeiten bei grundlegenden manuellen Tätigkeiten, kreativem Problemlösen außerhalb der digitalen Sphäre und der persönlichen Finanzverwaltung hat. Diese Fähigkeiten sind für die individuelle Entwicklung wichtig und für das Verständnis und die Teilnahme an einer zunehmend komplexen Welt. Daher ist es entscheidend, ein Gleichgewicht zwischen modernen und traditionellen Lerninhalten zu finden, um eine umfassend gebildete und anpassungsfähige nächste Generation zu fördern.

Fazit: Diese Liste zeigt, wie sich die Prioritäten im Lernprozess von Kindern verschoben haben. Während einige dieser Fähigkeiten vielleicht als überholt gelten mögen, bergen sie dennoch wichtige Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten. Es stellt sich die Frage: Ist es wirklich schlimm, dass Kinder diese Fähigkeiten nicht mehr erlernen, oder sollten wir versuchen, ein Gleichgewicht zwischen traditionellen und modernen Fähigkeiten zu finden? Vielleicht ist es an der Zeit, zu überlegen, wie wir diese fast vergessenen Kenntnisse in die moderne Erziehung integrieren können, um unseren Kindern eine umfassendere Bildung zu ermöglichen.

Kommentare

Schnürsenkel binden ist bei uns tatsächlich so ein Thema. Mein Neffe (9) kann es nicht, weil er nur Klett trägt. Beim nächsten Schuhkauf nehmen wir bewusst welche zum Binden.

Der Punkt mit dem Uhrzeit ablesen analog hat mich erwischt. Meine Tochter kennt nur die Digitalanzeige am Handy. Wir haben jetzt eine richtige Wanduhr im Kinderzimmer aufgehängt.

Ich finde solche Listen manchmal etwas zu pauschal, jede Generation lernt eben andere Dinge. Trotzdem ein paar gute Denkanstöße dabei, vor allem das mit der Langeweile aushalten.

kerstin.zwergenpapa

Telefonieren mit Festnetz, da musste ich schmunzeln. Mein Sohn hat neulich nicht gewusst, wie er beim Opa abnimmt. Verrückt, wie schnell sich das verändert.

Briefe schreiben würde ich noch ergänzen. Wir machen das jetzt mit Postkarten aus dem Urlaub, die Kinder finden es total spannend, dass das wirklich ankommt.


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