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Dein Kind will abends das Licht nicht ausmachen und ruft ständig nach dir?

Dein Kind will abends das Licht nicht ausmachen und ruft ständig nach dir?

Kaum ist das Licht aus, beginnt das Rufen: Da ist ein Monster, im Schrank raschelt es, der Schatten an der Wand bewegt sich. Jeden Abend dasselbe, und du fragst dich, wie du deinem Kind diese Angst nehmen kannst, ohne dass das Zubettgehen zur stundenlangen Tortur wird. Die Entwarnung: Diese Angst ist völlig normal, und sie lässt sich gut begleiten.

Denn Angst vor der Dunkelheit gehört zur Entwicklung dazu. Sie hängt eng mit der erwachenden Fantasie zusammen, die im Dunkeln, wo man nichts genau erkennt, schnell Monster und Bedrohungen entstehen lässt. Mit den richtigen kleinen Hilfen verliert die Nacht nach und nach ihren Schrecken.

Für dein Kind ist die Angst real, auch wenn das Monster es nicht ist. Ernst nehmen statt wegreden ist der erste und wichtigste Schritt.

Warum die Dunkelheit Angst macht

Die Angst entsteht meist im Vorschulalter und hat nachvollziehbare Gründe:

  • Fantasie und Wirklichkeit: Kinder können beides noch nicht klar trennen, im Dunkeln werden Schatten zu Monstern.
  • Verlust der Kontrolle: Wer die vertraute Umgebung nicht sieht, fühlt sich verletzlicher.
  • Alleinsein: Die Trennung beim Einschlafen verstärkt die Angst zusätzlich.
  • Eindrücke: Gruselige Geschichten oder aufregende Medien können die Angst nähren.

Dass die kindliche Vorstellungskraft solche Bilder erschafft, erklärt der Beitrag dazu, wie du das magische Denken verstehen kannst.

Gemütliches Kinderzimmer mit freundlichem Nachtlicht

Was deinem Kind wirklich hilft

Mit ein paar einfachen Mitteln gibst du deinem Kind Sicherheit zurück:

  • Nachtlicht: Ein gedämpftes, warmes Licht oder eine eigene Taschenlampe nimmt der Dunkelheit den Schrecken und gibt Kontrolle.
  • Festes Einschlafritual: Vorlesen, Schlaflied, Kuscheln, Vorhersehbarkeit gibt Sicherheit.
  • Beschützer: Ein vertrautes Kuscheltier oder ein gemeinsam erfundenes Beschützerritual hilft vielen Kindern.
  • Tagsüber reden: Sprich über die Ängste, wenn es hell ist, nicht erst im angstbesetzten Moment.

Vermeide gruselige Geschichten, aufregende Medien und Streit vor dem Schlafengehen, und übe das Alleinsein im Dunkeln behutsam in kleinen Schritten.

Elternteil liest abends eine Gute-Nacht-Geschichte vor

Wann ein genauerer Blick sinnvoll ist

Dunkelangst ist im Vorschul- und frühen Grundschulalter normal und legt sich meist von selbst. Ein genauerer Blick lohnt sich, wenn die Angst sehr stark ist, lange anhält oder sich verschlimmert, wenn sie den Schlaf und Alltag erheblich beeinträchtigt oder das Kind stark darunter leidet. Auch wenn sie plötzlich sehr heftig auftritt oder von weiteren Auffälligkeiten wie starkem Rückzug oder körperlichen Beschwerden begleitet wird, solltest du aufmerksam werden. Sprich dann mit der Kinderärztin, die einschätzen kann, ob es eine normale Phase ist oder weitere Unterstützung sinnvoll ist. Wie du Ängste grundsätzlich begleitest, zeigt der Beitrag dazu, wie du kindliche Ängste allgemein begleiten. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Monster im Dunkeln gehören zu einer Phase, in der die Fantasie deines Kindes mächtiger ist als seine Fähigkeit, sie einzuordnen. Wenn du seine Angst ernst nimmst, ihm mit Nachtlicht, Ritualen und einem Beschützer Sicherheit gibst und es behutsam begleitest, lernt es nach und nach, dass die Nacht kein bedrohlicher Ort ist, sondern ein sicherer, in dem es ruhig schlafen darf.

Quellen: Kindergesundheit-Info der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) · Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (kinderaerzte-im-netz.de)

Häufige Fragen zur Angst vor der Dunkelheit

Angst vor der Dunkelheit ist bei Kindern sehr verbreitet und ein normaler Teil der Entwicklung. Sie tritt häufig im Vorschulalter auf, oft ab etwa zwei bis drei Jahren, und hängt eng mit der wachsenden Fantasie der Kinder zusammen. In dieser Zeit können Kinder Realität und Vorstellung noch nicht klar trennen, und im Dunkeln, wo man nichts genau erkennt, lässt die Fantasie schnell Monster, Gespenster oder andere Bedrohungen entstehen. Schatten und Geräusche, die am Tag harmlos sind, wirken nachts unheimlich. Hinzu kommt, dass die Dunkelheit das Gefühl von Kontrolle nimmt, das Kind kann seine vertraute Umgebung nicht sehen und fühlt sich dadurch verletzlicher. Auch das Alleinsein beim Einschlafen verstärkt die Angst. Manchmal spielen belastende Erlebnisse, aufregende oder gruselige Medieninhalte oder allgemeine Verunsicherung eine Rolle. Diese Angst ist also kein Zeichen von Schwäche oder Verwöhnung, sondern eine normale, entwicklungsbedingte Reaktion, die die meisten Kinder mit zunehmendem Alter und der richtigen Begleitung von selbst überwinden.

Am wichtigsten ist, die Angst deines Kindes ernst zu nehmen und sie nicht zu belächeln oder wegzureden, denn für das Kind ist sie real. Gib ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Ein gedämpftes Nachtlicht oder eine Taschenlampe können die Dunkelheit entschärfen und dem Kind ein Gefühl von Kontrolle geben. Schaffe ein ruhiges, immer gleiches Einschlafritual, etwa mit Vorlesen, einem Schlaflied oder Kuscheln, denn Vorhersehbarkeit gibt Sicherheit. Ein vertrautes Kuscheltier als Beschützer kann helfen. Sprich tagsüber, also nicht erst im angstbesetzten Moment, ruhig über die Ängste und nimm dem Kind das Gefühl, allein damit zu sein. Vermeide gruselige Geschichten, aufregende Medien und Streit vor dem Schlafengehen. Manche Kinder beruhigt es, wenn sie nachschauen dürfen, dass kein Monster im Schrank ist, oder wenn ihr gemeinsam ein Beschützerritual erfindet. Übe das Alleinsein im Dunkeln behutsam und in kleinen Schritten, ohne das Kind zu überfordern. Mit Geduld, Verständnis und diesen kleinen Hilfen verliert die Dunkelheit nach und nach ihren Schrecken.

Ja, ein Nachtlicht ist bei Angst vor der Dunkelheit eine sinnvolle und bewährte Hilfe. Ein gedämpftes, warmes Nachtlicht nimmt der völligen Dunkelheit den Schrecken, lässt das Kind seine vertraute Umgebung erkennen und gibt ihm so ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Wichtig ist, dass das Licht nicht zu hell ist, denn zu viel Helligkeit kann den Schlaf stören. Ein sanftes, gedämpftes Licht in warmen Farben ist ideal und beeinträchtigt den Schlaf in der Regel kaum. Auch eine Taschenlampe am Bett, die das Kind selbst bedienen kann, gibt ihm ein Gefühl von Kontrolle. Das Nachtlicht ist dabei eine Brücke und kein Dauerzustand, der um jeden Preis bestehen bleiben muss. Mit der Zeit, wenn die Angst nachlässt, könnt ihr das Licht behutsam dimmen oder das Kind selbst entscheiden lassen, ob es noch eines braucht. Ein Nachtlicht zu nutzen ist kein Verwöhnen, sondern eine einfache, wirksame Möglichkeit, dem Kind beim Überwinden der Dunkelangst zu helfen.

Angst vor der Dunkelheit ist im Vorschul- und frühen Grundschulalter normal und legt sich bei den meisten Kindern mit der Zeit von selbst. Ein genauerer Blick lohnt sich jedoch, wenn die Angst sehr stark ausgeprägt ist, über lange Zeit anhält oder sich verschlimmert, statt nachzulassen, wenn sie den Alltag und vor allem den Schlaf des Kindes erheblich beeinträchtigt oder wenn das Kind aus Angst gar nicht mehr allein schlafen kann und stark darunter leidet. Auch wenn die Dunkelangst plötzlich neu und sehr heftig auftritt, sich mit anderen ausgeprägten Ängsten verbindet oder von weiteren Auffälligkeiten wie starkem Rückzug, anhaltenden Schlafstörungen oder körperlichen Beschwerden begleitet wird, solltest du aufmerksam werden. In solchen Fällen ist es ratsam, mit der Kinderärztin zu sprechen, die einschätzen kann, ob es sich um eine normale Entwicklungsphase handelt oder ob weitere Unterstützung sinnvoll ist. Auch belastende Erlebnisse als mögliche Ursache lassen sich so abklären. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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