Ein eigenes Girokonto für Kinder ist ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstständigkeit im Umgang mit Geld. Vom Taschengeld über den ersten Nebenjob bis zum Sparen fürs Smartphone lernt dein Kind so ganz praktisch, mit dem eigenen Budget umzugehen. 🐷
Ein gutes Kinder- oder Jugendkonto ist komplett gebührenfrei, lässt sich nicht überziehen und bringt eine kindgerechte App mit, in der auch du als Elternteil den Überblick behältst. Welches Konto passt, hängt vom Alter deines Kindes ab.
Wir zeigen dir den Unterschied zwischen Kinder- und Jugendkonto, wie viel Taschengeld in welchem Alter sinnvoll ist, was der Taschengeldparagraph erlaubt und wie das erste eigene Konto ganz nebenbei den Umgang mit Geld schult. 💳
Kinderkonto und Jugendkonto: was ist der Unterschied?
Die Begriffe und Altersgrenzen unterscheiden sich je nach Bank. Grob lassen sich zwei Phasen unterscheiden:
| Kinderkonto (bis ca. 14) | Jugendkonto (ab ca. 14) | |
|---|---|---|
| Eröffnung | durch die Eltern | mit Zustimmung der Eltern |
| Führung | auf Guthabenbasis | auf Guthabenbasis |
| Karte | oft Girocard | Girocard, teils Debitkarte |
| Sinnvoll für | Taschengeld sparen und verwalten | Nebenjob, Onlinekäufe, eigenständig zahlen |
Auf einen Blick
- Guthabenbasis: ein Kinder- und Jugendkonto ist nicht überziehbar, Schulden sind ausgeschlossen.
- Gebührenfrei: ein gutes Konto kostet keine Kontoführung und bringt eine kostenlose Karte mit.
- Altersgerecht: kindgerechte App mit Sparzielen, Eltern behalten den Einblick.
- Lerneffekt: Kinder üben mit dem eigenen Konto den verantwortungsvollen Umgang mit Geld.
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Wie viel Taschengeld ist angemessen? Taschengeld-Tabelle nach Alter
Wie viel Taschengeld passt, ist eine der häufigsten Fragen von Eltern. Als Orientierung dienen die Empfehlungen der Jugendämter. Wichtiger als der genaue Betrag ist, dass das Taschengeld regelmäßig und zuverlässig kommt, damit dein Kind das Einteilen lernt. Jüngere Kinder bekommen es am besten wöchentlich, ältere monatlich.
| Alter | Empfohlenes Taschengeld |
|---|---|
| unter 6 Jahre | 0,50 bis 1 € pro Woche |
| 6 bis 7 Jahre | 1 bis 2 € pro Woche |
| 8 bis 9 Jahre | 2 bis 3 € pro Woche |
| 10 bis 11 Jahre | 14 bis 18 € pro Monat |
| 12 bis 13 Jahre | 20 bis 22 € pro Monat |
| 14 bis 15 Jahre | 25 bis 30 € pro Monat |
| 16 bis 17 Jahre | 35 bis 45 € pro Monat |
Spätestens ab dem Grundschulalter ist ein eigenes Konto eine gute Ergänzung: Das Taschengeld kann teilweise aufs Konto wandern, dein Kind sieht den Kontostand in der App und lernt, für größere Wünsche zu sparen.
Der Taschengeldparagraph: was dürfen Kinder selbst kaufen?
Der sogenannte Taschengeldparagraph (Paragraf 110 im Bürgerlichen Gesetzbuch) regelt, dass Minderjährige ab sieben Jahren Dinge wirksam kaufen dürfen, wenn sie diese mit ihrem Taschengeld oder mit Geld bezahlen, das ihnen zur freien Verfügung überlassen wurde. Kinder unter sieben Jahren sind dagegen nicht geschäftsfähig, hier kaufen immer die Eltern.
Wichtig: Der Paragraf gilt für Käufe im Rahmen des Taschengeldes. Teure Anschaffungen, Ratenkäufe oder Verträge mit laufenden Kosten, etwa ein Handyvertrag, brauchen weiterhin die Zustimmung der Eltern. Genau deshalb ist ein Konto auf Guthabenbasis so praktisch: Dein Kind kann nur das ausgeben, was vorhanden ist.
Worauf du beim Kinderkonto achten solltest
Damit das erste Konto wirklich passt und nichts kostet, lohnt sich der Blick auf diese Punkte:
- Komplett gebührenfrei: keine Kontoführungsgebühr und eine kostenlose Girocard oder Debitkarte, auch das Bargeldabheben sollte gratis sein.
- Konto auf Guthabenbasis: das Konto darf nicht überziehbar sein, so entstehen keine Schulden.
- Kindgerechte App: übersichtlich, mit Sparzielen und Ausgabenübersicht, oft mit Einblick für die Eltern.
- Altersgrenzen und Zustimmung: prüfe, ab welchem Alter das Konto angeboten wird und welche Rolle die Eltern haben.
- Wie lange kostenlos: viele Konten sind bis 18 gratis, einige bis 27 oder bis zum Ende der Ausbildung.
Sicherheit und Kontrolle: so behältst du den Überblick
Gerade beim ersten Konto ist es Eltern wichtig, mitzubekommen, was passiert, ohne dem Kind die Selbstständigkeit zu nehmen. Gute Konten bieten dafür praktische Funktionen:
- Verfügungslimits: Tages- oder Wochenlimits fürs Bezahlen und Abheben lassen sich festlegen.
- Benachrichtigungen: du wirst per App über Zahlungen informiert und behältst den Überblick.
- Online-Zahlungen steuern: Bezahlen im Internet lässt sich je nach Konto freischalten oder begrenzen.
- Keine Schulden möglich: durch die Guthabenbasis kann nichts ins Minus rutschen.
Geld lernen mit dem ersten eigenen Konto
Ein eigenes Konto ist mehr als praktisch, es ist ein echtes Lernfeld. Wenn dein Kind das Taschengeld selbst verwaltet, sieht es schwarz auf weiß, was reinkommt und rausgeht, und entwickelt ein Gefühl für den Wert von Geld. Sparziele in der App, etwa für ein Fahrrad oder ein Spiel, motivieren zum Zurücklegen statt zum sofortigen Ausgeben.
Begleite die ersten Schritte, sprecht gemeinsam über Wünsche und Ausgaben und gib deinem Kind mit wachsendem Alter mehr Eigenverantwortung. So wird aus dem ersten Konto eine wertvolle Vorbereitung auf den späteren Alltag.
Sparen fürs Kind: Konto, Sparplan oder Depot?
Das Girokonto ist für den Alltag und das Taschengeld gedacht. Wer zusätzlich langfristig für das Kind sparen möchte, kombiniert es sinnvoll mit weiteren Bausteinen: ein Tagesgeld- oder Sparkonto für flexible Rücklagen und, für den sehr langen Zeitraum bis zur Volljährigkeit, ein Kinderdepot mit einem Sparplan. Fürs tägliche Üben mit Geld bleibt aber das eigene Girokonto der beste Einstieg.
Häufige Fragen zum Girokonto für Kinder
Ein Konto auf den Namen des Kindes können Eltern grundsätzlich von klein auf eröffnen, sie verwalten es dann treuhänderisch. Eigenständiger nutzen Jugendliche ihr Konto meist ab etwa 14 Jahren, je nach Bank und mit Zustimmung der Eltern.
Viele Banken bieten Kinder- und Jugendkonten ohne Kontoführungsgebühr und mit kostenloser Karte an, oft bis 18 oder länger. Ein Vergleich zeigt, welche Konten tatsächlich gebührenfrei sind und welche versteckten Kosten haben.
Bei einem Konto auf Guthabenbasis nicht. Es lässt sich nicht überziehen, das Kind kann also nur das ausgeben, was eingezahlt wurde. Genau das macht solche Konten für den Einstieg so geeignet.
Ein Kinderkonto wird von den Eltern eröffnet und verwaltet, meist zum Sparen des Taschengeldes. Ein Jugendkonto ab etwa 14 Jahren nutzt der Nachwuchs eigenständiger, etwa für Nebenjob und Onlinekäufe. Beide werden auf Guthabenbasis geführt.
Ja, bei Minderjährigen eröffnen oder bestätigen die Eltern das Konto. Bei jüngeren Kindern verwalten die Eltern es treuhänderisch, mit zunehmendem Alter bekommt das Kind mehr Eigenverantwortung.
Als Orientierung der Jugendämter gelten grob: bei jüngeren Kindern wenige Euro pro Woche, ab etwa 10 Jahren 14 bis 18 Euro pro Monat, mit 12 bis 13 rund 20 Euro und mit 16 bis 17 etwa 35 bis 45 Euro monatlich. Wichtiger als der genaue Betrag ist eine regelmäßige Auszahlung.
Der Taschengeldparagraph (Paragraf 110 BGB) erlaubt Minderjährigen ab sieben Jahren, Dinge wirksam zu kaufen, wenn sie mit ihrem Taschengeld bezahlen. Teure Anschaffungen oder Verträge mit laufenden Kosten brauchen weiterhin die Zustimmung der Eltern.
Ja. Bei jüngeren Kindern verwalten die Eltern das Konto, und gute Konten bieten Limits sowie Benachrichtigungen per App. So bekommst du Zahlungen mit, ohne deinem Kind die Selbstständigkeit zu nehmen.
Beides ergänzt sich. Das Girokonto ist für Alltag und Taschengeld da, ein Tagesgeld- oder Sparkonto für flexible Rücklagen. Wer sehr langfristig spart, ergänzt ein Kinderdepot mit Sparplan. Zum Üben mit Geld ist das eigene Girokonto der beste Einstieg.
Quellen und weitere Informationen
- Familienportal des BMFSFJ: Empfehlungen zu Taschengeld nach Alter und Erziehungsfragen rund ums Geld.
- Verbraucherzentrale: Hinweise zu Konten für Kinder und Jugendliche, Gebühren und Sicherheit.
- Stiftung Warentest: regelmäßige Vergleiche von kostenlosen Kinder- und Jugendkonten.
- Tarifcheck Girokonto-Vergleich: aktuelle Kinder- und Jugendkonten im Vergleich.
Sabine74
Unsere Tochter (10) hat seit kurzem ein Kinderkonto und ist mega stolz. Die App mit Sparzielen motiviert sie wirklich zu sparen.