Karies ist kein Erwachsenenthema: Schon bei Milchzähnen können sich Löcher bilden, und bereits etwa jedes siebte Kind ist mit drei Jahren davon betroffen. Viele Eltern denken, Milchzähne seien ja sowieso bald weg. Doch gerade sie sind wichtig, und Karies an ihnen tut weh und kann auch die bleibenden Zähne gefährden.
Die gute Nachricht: Karies lässt sich sehr gut vorbeugen. Hier liest du, wie Karies entsteht, warum Milchzähne so wichtig sind, was die berüchtigte Nuckelflaschenkaries ist und wie du die Zähne deines Kindes schützt.
Kurz gesagt
Karies entsteht, wenn Bakterien im Zahnbelag Zucker in Säure umwandeln, die den Zahnschmelz angreift. Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern auch die Häufigkeit von Zucker. Besonders gefürchtet ist die Nuckelflaschenkaries durch dauerndes Nuckeln an gesüßten Getränken. Milchzähne sind wichtig und sollten geschützt werden, vor allem durch fluoridhaltige Zahnpasta, zuckerarme Ernährung und die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen.
Wie entsteht Karies?
Im Zahnbelag leben Bakterien, die Zucker aus der Nahrung in Säure umwandeln. Diese Säure löst Mineralien aus dem Zahnschmelz, der Zahn wird entkalkt. Der Speichel kann den Schmelz zwar wieder aufbauen, doch wenn die Zähne zu oft und zu lange Säure ausgesetzt sind, kippt das Gleichgewicht, und es entsteht ein Loch. Wichtig: Es zählt jeder Zucker, auch der in Säften, gesüßtem Tee oder Milchprodukten, und vor allem die Häufigkeit. Ständiges Naschen über den Tag ist schädlicher als eine Süßigkeit auf einmal.

Nuckelflaschenkaries: die häufige Falle
Eine besonders frühe und schwere Form ist die frühkindliche Karies, oft als Nuckelflaschenkaries bezeichnet. Sie entsteht, wenn Kleinkinder über lange Zeit an einer Flasche mit gesüßten oder säurehaltigen Getränken nuckeln, auch Saft oder Schorle gehören dazu. Die Zähne werden dann praktisch dauernd von Zucker umspült. Deshalb gilt: Die Flasche ist zum Trinken da, nicht zum Dauernuckeln, und ungesüßte Getränke wie Wasser sind die beste Wahl. Gewöhne dein Kind früh an den Becher.
Warum Milchzähne wichtig sind
Milchzähne sind weit mehr als Platzhalter, auch wenn das ihre wichtigste Aufgabe ist: Sie halten die Lücke für die bleibenden Zähne frei. Gehen sie durch Karies zu früh verloren, können die nachfolgenden Zähne verschoben durchbrechen. Außerdem braucht dein Kind gesunde Zähne zum Kauen, für die Kieferentwicklung und für die Sprachbildung. Kranke Milchzähne können zudem schmerzen und die bleibenden Zähne anstecken.

Wie schütze ich die Zähne meines Kindes?
Karies lässt sich mit wenigen, aber konsequenten Maßnahmen sehr gut vorbeugen:
- Zweimal täglich mit Fluorid putzen
Fluoridhaltige Zahnpasta in altersgerechter Menge härtet den Schmelz. Bis ins Schulalter nachputzen. - Zucker reduzieren, vor allem die Häufigkeit
Süßes lieber selten und auf einmal als über den Tag verteilt. Als Durstlöscher Wasser oder ungesüßten Tee. - Keine Dauernuckelflasche
Die Flasche nur zum Trinken geben, nicht zum dauerhaften Nuckeln, und früh den Becher einführen. - Zur Früherkennung gehen
Kinder haben Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 6. Lebensjahr. Nutze sie.
Wie das Putzen mit der richtigen Fluoridmenge genau geht, liest du im Beitrag Zähne putzen bei Kindern. Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Karies bei Kindern
Ja, und das gar nicht selten: Bereits etwa jedes siebte Kind ist mit drei Jahren betroffen. Karies an Milchzähnen tut weh und kann auch die bleibenden Zähne gefährden, deshalb ist Vorbeugung wichtig.
Eine frühkindliche Karies, die entsteht, wenn Kleinkinder lange an einer Flasche mit gesüßten oder säurehaltigen Getränken, auch Saft, nuckeln. Die Zähne werden dauernd von Zucker umspült. Die Flasche sollte nur zum Trinken dienen, nicht zum Dauernuckeln.
Ja. Sie halten den Platz für die bleibenden Zähne frei und sind wichtig für Kauen, Kieferentwicklung und Sprache. Vorzeitiger Verlust durch Karies kann Folgen für die bleibenden Zähne haben.
Zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen und nachputzen, Zucker reduzieren und vor allem die Häufigkeit begrenzen, Wasser statt gesüßter Getränke und die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen.
Kinder haben Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem sechsten Lebensjahr. Ein früher, positiver erster Zahnarztbesuch nimmt zudem die Angst.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung.
Quellen: BZgA / kindergesundheit-info.de: Wie Karies entsteht · BZgA / kindergesundheit-info.de: Zahnmedizinische Früherkennung · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Nuckelflaschenkaries
Jim Winkler
Mein letzter Zahnarztbesuch ging zum Glück ganz glimpflich für mich aus. Es musste nicht gebohrt werden. Es war zum glück nur eine Vorsorgekontrolle. Es ist schon ziemlich gemein von dem Karies , dass er einfach Säure produziert die den Zahnschmelz angreift.