Dein Baby sabbert plötzlich viel, ist quengelig und steckt alles in den Mund, was es greifen kann. Meist ist das ein Zeichen, dass sich der erste Zähnchen den Weg bahnt. Das Zahnen gehört zu den ersten kleinen Herausforderungen im Babyalter, und es hält sich rund darum eine Menge Halbwissen.
Hier liest du, wann und in welcher Reihenfolge die ersten Zähne kommen, welche Beschwerden wirklich zum Zahnen gehören, was deinem Baby Linderung verschafft und welche verbreiteten Mythen du getrost vergessen kannst.
Kurz gesagt
Die ersten Milchzähne kommen meist mit sechs bis acht Monaten, mit etwa zweieinhalb Jahren sind alle zwanzig da. Typische Zeichen sind gerötetes Zahnfleisch, vermehrtes Sabbern, Quengeln und der Drang zu kauen. Hohes Fieber, Durchfall oder Hautausschlag gehören nicht zum Zahnen und sollten ärztlich abgeklärt werden. Linderung bringen ein gekühlter Beißring und eine sanfte Zahnfleischmassage. Von Bernsteinketten ist dringend abzuraten.
Wann und wie kommen die ersten Zähne?
Der Zeitpunkt ist von Baby zu Baby sehr verschieden, die Spannbreite ist völlig normal. Meist beginnt es um den sechsten bis achten Monat. Die Reihenfolge ist dagegen recht typisch:
| Reihenfolge | Welche Zähne |
|---|---|
| Zuerst | Die unteren Schneidezähne in der Mitte. |
| Dann | Die oberen Schneidezähne. |
| Danach | Die seitlichen Schneidezähne, dann die ersten Backenzähne. |
| Zuletzt | Die Eckzähne und die hinteren Backenzähne. Mit etwa 2,5 Jahren sind alle 20 Milchzähne da. |

Welche Beschwerden gehören zum Zahnen, welche nicht?
Zum Zahnen gehören typischerweise ein gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch, vermehrtes Sabbern, Quengeln und Unruhe, der Drang, auf allem herumzukauen, und manchmal eine leicht erhöhte Temperatur. Wichtig ist die Abgrenzung: Hohes Fieber, Durchfall, Hautausschläge, Bläschen im Mund oder Husten gehören nicht zum Zahnen. Sie fallen oft nur zeitlich damit zusammen, weil der mütterliche Nestschutz nachlässt und Babys in diesem Alter häufiger Infekte bekommen. Solche Beschwerden solltest du deshalb ärztlich abklären lassen, statt sie dem Zahnen zuzuschreiben.

Was hilft beim Zahnen?
Gegen die Beschwerden helfen einfache, sichere Mittel:
- Gekühlter Beißring
Auf etwas Kühlem zu kauen tut gut. Den Beißring im Kühlschrank kühlen, aber keinesfalls im Gefrierfach, weil zu kalte Stellen die empfindliche Mundschleimhaut verletzen können. - Zahnfleischmassage
Mit einem sauberen Finger oder einem kühlen, feuchten Waschlappen sanft über das Zahnfleisch reiben. - Etwas zum Kauen
Je nach Alter eine harte Brotrinde oder ein Stück gekühltes Gemüse unter Aufsicht, wegen der Verschluckungsgefahr nie unbeaufsichtigt. - Nähe und Geduld
Viel Zuwendung hilft am meisten. Bei starken Schmerzen kann nach Rücksprache mit der Praxis ein geeignetes Mittel infrage kommen.
Finger weg von Bernsteinketten: Sie wirken nicht gegen Zahnungsbeschwerden und sind sogar gefährlich, weil sie zu Strangulation oder Ersticken führen können und sich Bakterien daran sammeln. Davon raten Kinderärzte ausdrücklich ab.
Wann zum Arzt?
Das Zahnen selbst braucht keinen Arztbesuch. Such aber ärztlichen Rat, wenn dein Baby hohes Fieber, anhaltenden Durchfall, einen Hautausschlag, Bläschen im Mund oder Husten hat, denn dann steckt sehr wahrscheinlich ein Infekt dahinter und nicht das Zahnen. Sobald die ersten Zähnchen da sind, beginnt übrigens die Zahnpflege.
Wie du die ersten Zähne richtig pflegst, liest du im Beitrag Zähne putzen bei Kindern. Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zum Zahnen
Meist mit sechs bis acht Monaten, oft beginnend mit den unteren Schneidezähnen. Die Spannbreite ist groß und völlig normal. Mit etwa zweieinhalb Jahren sind alle zwanzig Milchzähne da.
Gerötetes Zahnfleisch, vermehrtes Sabbern, Quengeln, der Drang zu kauen und manchmal eine leicht erhöhte Temperatur. Hohes Fieber, Durchfall, Ausschlag oder Husten gehören nicht zum Zahnen und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Ein im Kühlschrank gekühlter Beißring, eine sanfte Zahnfleischmassage mit dem Finger oder einem feuchten Waschlappen und viel Zuwendung. Den Beißring nicht im Gefrierfach kühlen, weil zu kalte Stellen verletzen können.
Nein. Hohes Fieber und Durchfall gehören nicht zum Zahnen. Sie fallen oft nur zeitlich damit zusammen, weil Babys in diesem Alter häufiger Infekte bekommen. Solche Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt.
Nein. Bernsteinketten wirken nicht gegen Zahnungsbeschwerden und sind gefährlich, weil sie zu Strangulation oder Ersticken führen können und sich Bakterien daran sammeln. Kinderärzte raten davon ab.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fieber, Durchfall oder Ausschlag wende dich an die Kinderarztpraxis.
Quellen: BZgA / kindergesundheit-info.de: Zahnentwicklung · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Wann kommen die ersten Zähnchen und wie helfen · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Warnung vor Bernsteinketten beim Zahnen
Katja
Hallo
meine Kleine wird jetzt im Mai zwei und es scheint als ob bei ihr die letzten Zähne durchkommen….ist es den normal das sie das Essen verweigert bzw sie isst sehr schlecht….will zur Zeit auch nur gefüttert werden, obwohl sie selbstständig essen kann.
Kann es mit dem Zahnen auch zusammen hängen????
lg
Lisa
Hallo Katja,
schlechtes Essen bzw. was Verweigern von Essen hat häufig mit den Zähnen zu tun, auch wenn es natürlich auch zahlreiche andere Gründe gibt. Manche Kinder essen schlecht, weil sie gemerkt haben, dass man die Eltern prima damit manipulieren kann. Viele Kinder finden es total interessant wie Eltern dann plötzlich reagieren. Andere haben einen Entwicklungsschub und es scheint plötzlich alles andere interessanter zu sein als das Essen. Vielleicht mag eure Kleine deswegen gerade gefüttert werden. Der Drang selbstständig zu essen ist eben grad weniger wichtig.
Tatsächlich liegt es aber eben oft am Zahnen. Bedenkt man wie höllisch es weh tun muss zu beißen bzw. Kälte oder Hitze an den wachsenden Zähnen zu haben, ist es verständlich, dass einem da die Lust zur Nahrungsaufnahme vergeht, oder?
Unser Sohnemann ist genauso alt und isst ebenso schlecht. Und auch bei ihm kommen gerade die vier Eckzähne!
Ich drücke euch und uns die Daumen, dass diese Phase ganz schnell vorbei geht!!!
Katja
Vielen dank für die info…konntest mir damit sehr weiterhelfen.
🙂