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Ohrenschmerzen bei Kindern: was hilft und wann zum Arzt

Autor

Lisa

Veröffentlicht

01.05.2014

Aktualisiert

30.06.2026

Ohrenschmerzen bei Kindern: was hilft und wann zum Arzt

Es ist mitten in der Nacht, dein Kind wacht weinend auf und fasst sich immer wieder ans Ohr. Ohrenschmerzen gehören zu den häufigsten nächtlichen Notfällen im Familienalltag, und sie kommen fast immer plötzlich. Meist steckt ein harmloser Infekt dahinter, der gut behandelbar ist.

Wichtig ist jetzt, die Schmerzen rasch zu lindern und zu wissen, wann dein Kind in die Praxis gehört. Hier liest du, woher Ohrenschmerzen kommen, was sofort hilft und bei welchen Anzeichen du ärztlichen Rat einholen solltest.

Woher kommen Ohrenschmerzen?

Die häufigste Ursache ist ein Infekt: Bei einer Erkältung schwellen die Schleimhäute an, die Ohrtrompete zwischen Rachen und Mittelohr wird schlechter belüftet, und es kommt zu Druck und Schmerzen, oft als akute Mittelohrentzündung. Bei kleinen Kindern ist die Ohrtrompete noch kurz, deshalb steigen Erreger besonders leicht auf. Es gibt aber auch andere Ursachen:

UrsacheTypisch dafür
MittelohrentzündungIm Rahmen einer Erkältung, oft nachts, mit Fieber. Die häufigste Ursache bei kleinen Kindern.
DruckschwankungenBeim Fliegen oder Tauchen, durch den Druckunterschied im Mittelohr.
Fortgeleitete SchmerzenProbleme an Zähnen, Mandeln, Rachen oder Kiefer können in das Ohr ausstrahlen.
Äußerer GehörgangEine Reizung oder Entzündung des Gehörgangs, etwa nach dem Baden.
Mögliche Ursachen von Ohrenschmerzen. Bei kleinen Kindern steckt meist ein Infekt dahinter. Quelle: IQWiG, kinderaerzte-im-netz.
Eltern trösten ein Kind mit Ohrenschmerzen

Was hilft sofort gegen die Schmerzen?

Weil die meisten Ohrenschmerzen von allein abklingen, steht das Lindern der Schmerzen am Anfang im Mittelpunkt:

Ein Antibiotikum ist nicht immer nötig. Es wird vor allem bei sehr jungen Kindern, schwerem Verlauf, eitrigem Ausfluss oder ausbleibender Besserung eingesetzt. Diese Entscheidung trifft die Praxis.

Schmerzmittel lindern die Ohrenschmerzen

Wann muss mein Kind zum Arzt?

In diesen Fällen solltest du dein Kind ärztlich untersuchen lassen:

Steckt eine Mittelohrentzündung dahinter, findest du Details im Beitrag zur Mittelohrentzündung. Eine Übersicht weiterer Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.

Kann ich Ohrenschmerzen vorbeugen?

Ganz verhindern lassen sie sich nicht, weil sie meist mit Erkältungen zusammenhängen. Das Risiko senken aber eine rauchfreie Umgebung, ein sparsamer Schnuller-Gebrauch und die von der STIKO empfohlenen Impfungen gegen Pneumokokken und Grippe, die häufige Erreger von Mittelohrentzündungen abdecken. Beim Baden hilft es, das Wasser anschließend gut aus den Ohren laufen zu lassen.

Häufige Fragen zu Ohrenschmerzen bei Kindern

Altersgerechte Schmerz- und Fiebermittel wie Ibuprofen oder Paracetamol nach ärztlicher Anweisung, ein leicht erhöhter Oberkörper beim Schlafen und freie Atemwege durch kindgerechte Nasentropfen. Wärme empfinden viele Kinder als angenehm.

Nicht immer. Viele Ohrenschmerzen klingen von allein ab. Ein Antibiotikum wird vor allem bei sehr jungen Kindern, schwerem Verlauf, eitrigem Ausfluss oder ausbleibender Besserung eingesetzt. Das entscheidet die Praxis.

Bei Kindern unter zwei Jahren immer, außerdem wenn die Schmerzen länger als zwei Tage anhalten, Flüssigkeit aus dem Ohr läuft, das Kind schwer krank wirkt oder eine Schwellung hinter dem Ohr auftritt.

Das Zwiebelsäckchen ist ein beliebtes traditionelles Hausmittel, das viele als wohltuend empfinden. Seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich aber nicht belegt. Gegen die Schmerzen wirken zuverlässig kindgerechte Schmerzmittel.

Ganz verhindern lassen sie sich nicht. Eine rauchfreie Umgebung, sparsamer Schnuller-Gebrauch und die Impfungen gegen Pneumokokken und Grippe senken aber das Risiko von Mittelohrentzündungen.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Babys, starken oder anhaltenden Ohrenschmerzen wende dich an die Kinderarztpraxis.

Quellen: IQWiG / gesundheitsinformation.de: Mittelohrentzündung · BZgA / kindergesundheit-info.de: Wann ärztliche Hilfe nötig ist

Kommentare

Hallo Lisa,
Ich las mir grad ihre Tipps und Erklärungen zum Thema Ohrenschmerzen durch, da dieses bei meinem kleinen Sohn grad hochaktuell ist.
Ist es möglich , dass sie in ihrem Artikel Viren und Bakterien vertauschen? Nach meinem Kenntnisstand ist ein Antibiotikum gegen Viren völlig machtlos, wird jedoch zur Bekämpfung der schwereren bakteriellen Infektion zur Bekämpfung eingesetzt.
Mit freundlichen Grüßen
Hannah

Hallo Hannah,
Tatsächlich habe ich mich an einer Stelle verschrieben 🙂 Im unteren Teil des Textes war es wieder richtig. Lieben Dank für den Hinweis.
Antibiotikum wirkt bei einer Mittelohrentzündung nur, wenn diese durch Bakterien, nicht durch Viren verursacht wurde.

Bevor man die Symptome selbst behandelt, sollte man trotzdem einen HNO Spezialist aufsuchen, der sich das ganze einmal ansieht. Meine Nichte hatte auch immer Ohrenschmerzen. Ihr Glück war es, dass es keine richtige Entzündung war.


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