Dein Kind weint abends oder wacht nachts auf und klagt über ziehende Schmerzen in den Beinen, doch am nächsten Morgen rennt es wieder völlig beschwerdefrei herum. Dieses Muster ist typisch für Wachstumsschmerzen, die rund ein Drittel aller Kinder im Lauf der Jahre erleben. So unangenehm sie nachts sind, sie sind harmlos.
Trotzdem ist es gut zu wissen, woran du echte Wachstumsschmerzen erkennst, was deinem Kind hilft und bei welchen Anzeichen etwas anderes dahinterstecken könnte. Genau darum geht es hier.
Kurz gesagt
Wachstumsschmerzen sind harmlose, meist beidseitige Schmerzen in den Beinmuskeln, vor allem in Waden, Kniekehlen und Schienbeinen. Sie treten abends und nachts auf, tagsüber ist das Kind beschwerdefrei. Es handelt sich aber um eine Ausschlussdiagnose, ernstere Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Gegen die Schmerzen helfen Massage und Wärme. Bei einseitigen Schmerzen, Schwellung, Fieber oder Hinken am Tag gehört dein Kind ärztlich untersucht.
Woran erkenne ich Wachstumsschmerzen?
Wachstumsschmerzen haben ein sehr typisches Muster, an dem du sie meist gut erkennst:
- In den Muskeln, nicht den Gelenken
Die Schmerzen sitzen in Waden, Kniekehlen, Schienbeinen oder an den Vorderseiten der Oberschenkel, nicht in den Gelenken. - Meist beidseitig
In der Regel sind beide Beine betroffen und nicht bloß eine Seite. - Abends und nachts
Die Schmerzen treten in Ruhe auf, oft krampfartig, und können einige Nächte hintereinander kommen und dann monatelang verschwinden. - Tagsüber beschwerdefrei
Am nächsten Tag ist das Kind völlig schmerzfrei und bewegt sich uneingeschränkt, das ist ein wichtiges Erkennungszeichen.
Betroffen sind vor allem Kinder zwischen etwa zwei und zwölf Jahren. Der Name ist übrigens etwas irreführend, denn ein direkter Zusammenhang mit Wachstumsschüben ist nicht eindeutig belegt.

Was hilft gegen Wachstumsschmerzen?
Eine Behandlung im eigentlichen Sinn brauchen Wachstumsschmerzen nicht, du kannst deinem Kind die Nächte aber deutlich erleichtern. Ein schönes Detail: Dass eine Berührung der schmerzenden Stelle als angenehm empfunden wird, ist sogar ein Unterscheidungsmerkmal zu ernsteren Ursachen, bei denen Berührung eher wehtut.
- Sanfte Massage
Das Einreiben und Massieren der schmerzenden Beine empfinden die meisten Kinder als wohltuend und beruhigend. - Wärme
Eine Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen am Bein lindert die Beschwerden, manchen Kindern hilft auch ein Kühlpad. - Zuwendung und Ruhe
Nähe und Trost helfen, gerade wenn die Schmerzen nachts den Schlaf stören. - Bei Bedarf ein Schmerzmittel
Bei starken Beschwerden kann nach ärztlicher Rücksprache ein leichtes Schmerzmittel sinnvoll sein.

Wann steckt etwas anderes dahinter?
Weil Wachstumsschmerzen eine Ausschlussdiagnose sind, ist es wichtig, andere Ursachen im Blick zu behalten. Lass dein Kind ärztlich untersuchen, wenn eines dieser Warnzeichen auftritt, denn sie sprechen gegen harmlose Wachstumsschmerzen:
- Einseitige Schmerzen
Wenn immer nur ein Bein oder eine bestimmte Stelle wehtut. - Schwellung, Rötung, Überwärmung
Sichtbare Veränderungen an Gelenk oder Bein, besonders mit Druckschmerz. - Schmerzen am Tag oder Hinken
Wenn die Schmerzen auch tagsüber bestehen, das Kind hinkt oder das Bein schont. - Allgemeinsymptome
Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, anhaltende Müdigkeit oder Hautveränderungen.
Als Faustregel gilt: Halten die Beschwerden über ein bis zwei Wochen an oder treten Warnzeichen auf, gehört dein Kind in die Praxis. Eine Übersicht weiterer Themen findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Wachstumsschmerzen
Harmlose, meist beidseitige Schmerzen in den Beinmuskeln, vor allem in Waden, Kniekehlen und Schienbeinen. Sie treten abends und nachts auf, tagsüber ist das Kind beschwerdefrei. Etwa ein Drittel der Kinder ist im Lauf der Jahre betroffen.
Eine sanfte Massage der Beine, Wärme durch eine Wärmflasche und Zuwendung. Dass eine Berührung als angenehm empfunden wird, ist typisch. Bei starken Beschwerden kann nach Rücksprache ein leichtes Schmerzmittel helfen.
Nein, sie sind harmlos. Wichtig ist aber, dass es sich um eine Ausschlussdiagnose handelt: Bei untypischen Zeichen müssen ernstere Ursachen ärztlich ausgeschlossen werden.
Bei einseitigen Schmerzen, Schwellung, Rötung oder Überwärmung, bei Schmerzen am Tag oder Hinken sowie bei Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust oder anhaltender Müdigkeit. Auch wenn die Beschwerden über ein bis zwei Wochen anhalten.
Der Name legt das nahe, ein direkter Zusammenhang mit Wachstumsschüben ist aber nicht eindeutig belegt. Sicher ist nur das typische Muster: abends und nachts, beidseitig, tagsüber beschwerdefrei.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei untypischen oder anhaltenden Beinschmerzen wende dich an die Kinderarztpraxis.
Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Wachstumsschmerzen sind eine Ausschlussdiagnose · BZgA / kindergesundheit-info.de: Körperliche Beschwerden
Devi Zimmermann
Danke Lisa für diese Beitrag, es hat mir viel geholfen