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Dein Kind lispelt und du fragst dich, ob sich das auswächst oder behandelt werden muss?

Dein Kind lispelt und du fragst dich, ob sich das auswächst oder behandelt werden muss?

Bei jedem S und Sch rutscht die Zunge zwischen die Zähne, und das Lispeln deines Kindes klingt niedlich, macht dir aber leise Sorgen. Wächst sich das von selbst aus oder solltet ihr zur Logopädie? Die Antwort hängt vor allem vom Alter ab, und die erste Nachricht ist beruhigend.

Denn Lispeln, fachlich Sigmatismus, ist bei kleinen Kindern sehr häufig und in einer bestimmten Phase völlig normal. Viele Kinder lispeln vorübergehend und legen es von selbst wieder ab, wenn ihre Mundmotorik reift. In den ersten Jahren besteht daher meist kein Handlungsbedarf, und du solltest dein Kind nicht verunsichern.

Lispeln im Vorschulalter ist meist entwicklungsbedingt und vorübergehend. Wichtiger als jede Korrektur ist, die Sprechfreude deines Kindes nicht zu bremsen.

Warum Kinder lispeln

Beim Lispeln werden vor allem die Zischlaute wie S oder Sch nicht korrekt gebildet, oft weil die Zunge gegen oder zwischen die Zähne gerät. Gründe dafür gibt es mehrere:

  • Spracherwerb: Die schwierigen Zischlaute sind noch in der Übung, eine Lautbildungsschwäche ist im Vorschulalter verbreitet.
  • Zahnwechsel: Fehlende oder wackelnde Schneidezähne begünstigen das Lispeln vorübergehend.
  • Saugverhalten: Langes Schnullern oder Daumenlutschen kann die Zahn- und Zungenstellung beeinflussen.
  • Meist vorübergehend: Mit reifender Mundmotorik verschwindet es bei vielen Kindern von selbst.

Weil das Saugverhalten eine Rolle spielt, lohnt es sich, den Schnuller rechtzeitig abgewöhnen.

Kind spricht fröhlich und unbeschwert

So reagierst du richtig

Reagiere gelassen und unterstützend und kritisiere oder verbessere dein Kind nicht ständig für sein Lispeln, denn das verunsichert es und kann seine Sprechfreude bremsen. Höre interessiert zu und reagiere auf das, was es sagt, nicht auf den Klang. Statt dein Kind zum Nachsprechen zu drängen, hilft das beiläufige richtige Wiederholen eines falsch ausgesprochenen Wortes, sodass es das korrekte Vorbild hört, ganz ohne Ermahnung. Sprich selbst deutlich und ruhig, lies viel vor und schafft eine entspannte, sprachfreudige Atmosphäre, wie der Beitrag dazu zeigt, wie du die die Sprachentwicklung begleiten kannst. Setze dein Kind nicht unter Leistungsdruck.

Logopädin übt spielerisch mit einem Kind

Wann eine Behandlung sinnvoll ist

Da Lispeln im Vorschulalter oft vorübergehend ist, wird in den ersten Jahren meist abgewartet. Spätestens ab etwa fünf Jahren oder wenn das Lispeln bis zum Schuleintritt nicht von selbst verschwindet, ist eine logopädische Abklärung ratsam, damit sich die fehlerhafte Lautbildung nicht festsetzt. Früher solltest du abklären lassen, wenn das Lispeln sehr ausgeprägt ist, die Zunge stark zwischen die Zähne gerät, weitere Sprachauffälligkeiten bestehen oder dein Kind darunter leidet oder gehänselt wird. Erste Anlaufstelle ist die Kinderärztin, die bei Bedarf an eine logopädische Praxis überweist. Eine logopädische Therapie ist meist gut wirksam und hilft spielerisch. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Das Lispeln deines Kindes ist in den meisten Fällen ein ganz normaler Teil des Sprechenlernens und kein Grund zur Sorge. Wenn du gelassen bleibst, die Sprechfreude deines Kindes schützt und im richtigen Alter eine Abklärung in Betracht ziehst, tust du genau das Richtige, und in den allermeisten Fällen findet dein Kind ganz von selbst oder mit etwas spielerischer Hilfe zur klaren Aussprache.

Quellen: Kindergesundheit-Info der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) · Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (kinderaerzte-im-netz.de)

Häufige Fragen zum Lispeln bei Kindern

Ja, Lispeln ist bei kleinen Kindern sehr häufig und in einer bestimmten Entwicklungsphase völlig normal. Beim Lispeln, fachlich Sigmatismus genannt, werden vor allem die Zischlaute wie das S oder Sch nicht korrekt gebildet, oft weil die Zunge dabei gegen oder zwischen die Zähne gerät. Gerade während des Spracherwerbs und beim Erlernen der schwierigeren Laute ist eine solche Lautbildungsschwäche bei Vorschulkindern verbreitet und kein Grund zur Sorge. Viele Kinder lispeln vorübergehend und legen das von selbst wieder ab, wenn ihre Mundmotorik und ihr Sprechen reifen. Eine Rolle kann auch der Zahnwechsel spielen, denn fehlende oder wackelnde Schneidezähne begünstigen das Lispeln vorübergehend. In den ersten Jahren besteht daher meist kein Handlungsbedarf, und man sollte das Kind nicht verunsichern. Wenn das Lispeln aber über das Vorschulalter hinaus deutlich bestehen bleibt, sehr ausgeprägt ist oder mit anderen Auffälligkeiten einhergeht, ist eine logopädische Abklärung sinnvoll. Im Zweifel gibt die Kinderärztin Auskunft, ob und wann eine Behandlung ratsam ist.

Am wichtigsten ist, gelassen und unterstützend zu reagieren und das Kind nicht für sein Lispeln zu kritisieren, zu verbessern oder gar auszulachen, denn das verunsichert das Kind und kann sich negativ auf seine Sprechfreude und sein Selbstbewusstsein auswirken. Höre deinem Kind interessiert zu und reagiere auf das, was es sagt, nicht darauf, wie es klingt. Vermeide es, dein Kind ständig zum richtigen Nachsprechen aufzufordern oder es zu drängen, denn das erzeugt Druck. Hilfreich ist stattdessen das sogenannte korrektive Feedback, bei dem du ein falsch ausgesprochenes Wort einfach beiläufig richtig wiederholst, ohne das Kind zu ermahnen, sodass es das korrekte Vorbild hört. Sprich selbst deutlich und in Ruhe und gib so ein gutes Sprachvorbild. Schaffe eine entspannte, sprachfreudige Atmosphäre, lies viel vor, singt und redet viel miteinander. Setze dein Kind nicht unter Leistungsdruck. Wenn eine logopädische Behandlung läuft, unterstütze die dort empfohlenen Übungen spielerisch im Alltag. Mit dieser geduldigen, annehmenden Haltung tust du deinem Kind am meisten Gutes, unabhängig davon, ob das Lispeln von selbst vergeht oder behandelt wird.

Wann eine Behandlung des Lispelns sinnvoll ist, hängt vom Alter des Kindes, der Art und der Ausprägung ab. Da Lispeln im Vorschulalter oft entwicklungsbedingt und vorübergehend ist, wird in den ersten Jahren meist abgewartet. Spätestens im Vorschulalter, etwa ab fünf Jahren, oder wenn das Lispeln bis zum Schuleintritt nicht von selbst verschwindet, ist eine logopädische Abklärung und gegebenenfalls Behandlung ratsam, damit sich die fehlerhafte Lautbildung nicht festsetzt und das Kind beim Lesen- und Schreibenlernen nicht beeinträchtigt wird. Eine frühere Abklärung ist sinnvoll, wenn das Lispeln sehr ausgeprägt ist, wenn die Zunge stark zwischen die Zähne gerät, was auf eine bestimmte Form hinweist, die eher behandelt werden sollte, oder wenn weitere Sprachauffälligkeiten bestehen. Auch wenn das Kind selbst darunter leidet oder gehänselt wird, sollte man nicht zu lange warten. Erste Anlaufstelle ist die Kinderärztin, die das Kind untersucht und bei Bedarf an eine logopädische Praxis überweist. Logopädinnen und Logopäden können einschätzen, ob und welche Behandlung nötig ist. Eine logopädische Therapie ist meist gut wirksam und hilft dem Kind spielerisch, die korrekte Lautbildung zu erlernen.

Ja, langes und intensives Schnullern oder Daumenlutschen kann zur Entstehung oder Verstärkung von Lispeln beitragen, weshalb dies ein wichtiger Punkt ist. Wenn ein Kind über lange Zeit und häufig am Schnuller oder Daumen saugt, kann das die Stellung der Zähne und des Kiefers beeinflussen und die Zunge in eine ungünstige Position bringen, was die korrekte Bildung der Zischlaute erschwert und ein Lispeln begünstigen kann. Auch der Druck auf die noch weichen Kieferknochen und die Frontzähne spielt dabei eine Rolle. Fachleute empfehlen daher, den Schnuller nicht zu lange zu nutzen und das Kind behutsam beim Abgewöhnen von Schnuller und Daumen zu unterstützen, idealerweise im Laufe der ersten Lebensjahre. Ein rechtzeitiges, liebevolles Abgewöhnen kann helfen, solchen Auswirkungen vorzubeugen. Besteht das Lispeln bereits, lohnt es sich, das Saugverhalten in den Blick zu nehmen und gegebenenfalls mit der Kinderärztin oder Zahnärztin zu besprechen. Bei ausgeprägtem Lispeln und auffälliger Zahn- oder Kieferstellung kann neben der Logopädie auch eine zahnärztliche oder kieferorthopädische Abklärung sinnvoll sein. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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