Schnarchen verbindet man mit Erwachsenen, doch auch Kinder schnarchen, und das gar nicht so selten. Meist ist es harmlos, etwa bei einer Erkältung. Manchmal steckt aber mehr dahinter, und dann lohnt es sich, genauer hinzuhören.
Hier liest du, wann Schnarchen bei Kindern harmlos ist, wann es ein Warnzeichen darstellt, was die häufigste Ursache ist und wann du ärztlichen Rat suchen solltest.
Kurz gesagt
Gelegentliches Schnarchen, etwa bei einer verstopften Nase, ist bei Kindern meist harmlos. Aufhorchen solltest du bei regelmäßigem, lautem Schnarchen, besonders wenn es mit Atempausen einhergeht, denn das kann auf eine obstruktive Schlafapnoe hindeuten. Häufigste Ursache sind vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln. Unbehandelt kann gestörter Schlaf zu Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Verhaltensproblemen führen. Bei Verdacht gehört das ärztlich abgeklärt.
Wann ist Schnarchen harmlos?
Schnarchen entsteht, wenn die Atemluft an verengten Stellen im Rachen vorbeiströmt und das Gewebe in Schwingung versetzt. Bei einer Erkältung mit verstopfter Nase passiert das vorübergehend, und das gelegentliche Schnarchen verschwindet wieder, sobald der Infekt abgeklungen ist. Solches phasenweises Schnarchen ist in aller Regel kein Grund zur Sorge.

Wann Schnarchen ein Warnzeichen ist
Aufmerksam werden solltest du, wenn dein Kind regelmäßig und laut schnarcht, also nicht nur bei einem Infekt, sondern Nacht für Nacht. Besonders ernst zu nehmen sind beobachtete Atempausen: Wenn das Schnarchen immer wieder von Stille und dann nach Luft schnappendem Aufwachen unterbrochen wird, kann eine obstruktive Schlafapnoe dahinterstecken. Dabei setzt die Atmung im Schlaf kurz aus, der Schlaf wird zerstückelt und erholt nicht mehr richtig.
Achte zusätzlich auf diese Begleitzeichen:
- Atempausen im Schlaf
Phasen, in denen die Atmung aussetzt und das Kind nach Luft schnappt oder unruhig hochschreckt, sind das wichtigste Warnsignal. - Mundatmung und unruhiger Schlaf
Das Kind atmet auch tagsüber durch den Mund, schläft sehr unruhig, schwitzt nachts stark oder schläft in auffälligen Positionen. - Müdigkeit und Auffälligkeiten am Tag
Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit oder Verhaltensauffälligkeiten können Folge des gestörten Schlafs sein. - Nächtliches Einnässen
Auch erneutes Einnässen oder eine verlangsamte körperliche Entwicklung können Hinweise sein.

Die häufigste Ursache und was hilft
Anders als bei Erwachsenen sind bei Kindern meist nicht Übergewicht oder Alter die Ursache, sondern vergrößerte Mandeln: die Rachenmandel, umgangssprachlich Polypen, und die Gaumenmandeln. Sie verengen die oberen Atemwege und behindern die Atmung im Schlaf. Genau deshalb lohnt der Weg zum Arzt, denn diese Ursache lässt sich gut behandeln.
Bei Verdacht ist die Kinderarzt- oder HNO-Praxis die richtige Anlaufstelle. Besteht der Verdacht auf eine Schlafapnoe, kann eine Untersuchung im Schlaflabor Klarheit bringen. Liegen vergrößerte Mandeln zugrunde, hilft oft deren operative Verkleinerung oder Entfernung, was den Schlaf meist deutlich verbessert. Bei einem Teil der Kinder bleiben danach Restbeschwerden, sodass weitere Schritte nötig sein können. Wichtig ist vor allem: Lautes, regelmäßiges Schnarchen mit Atempausen sollte nicht als bloße Marotte abgetan werden.
Mehr zur häufigsten Ursache liest du im Beitrag Polypen bei Kindern. Weitere Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zum Schnarchen bei Kindern
Gelegentliches Schnarchen, etwa bei einer Erkältung mit verstopfter Nase, ist meist harmlos und verschwindet mit dem Infekt. Regelmäßiges, lautes Schnarchen Nacht für Nacht sollte dagegen ärztlich abgeklärt werden.
Bei regelmäßigem, lautem Schnarchen, vor allem wenn du Atempausen beobachtest, das Kind tagsüber sehr müde, unkonzentriert oder reizbar ist. Das können Zeichen einer obstruktiven Schlafapnoe sein.
Meist sind es vergrößerte Mandeln, also die Rachenmandel (Polypen) und die Gaumenmandeln. Sie verengen die oberen Atemwege. Diese Ursache lässt sich in der Regel gut behandeln.
Bei der obstruktiven Schlafapnoe setzt die Atmung im Schlaf immer wieder kurz aus, weil die Atemwege verengt sind. Der Schlaf wird zerstückelt und erholt nicht mehr richtig, was Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme nach sich ziehen kann.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei vergrößerten Mandeln hilft oft deren Verkleinerung oder Entfernung, was den Schlaf meist deutlich bessert. Bei Verdacht auf Schlafapnoe kann eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei regelmäßigem Schnarchen mit Atempausen wende dich an die Kinderarzt- oder HNO-Praxis.
Quellen: HNO-Ärzte-im-Netz: Schnarchen und Schlafapnoe bei Kindern · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Schnarchen kann auch bei Kindern schädlich sein · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Vergrößerte Mandeln können den Schlaf beeinträchtigen
Sabine
Unsere Tochter schnarcht seit der letzten Erkältung ziemlich laut und atmet teils komisch. Euer Artikel hat mir den Anstoss gegeben, das beim nächsten Termin anzusprechen.