Eine kleine raue Erhebung an der Hand oder am Fuß, die einfach nicht weggeht: Warzen sind bei Kindern ausgesprochen häufig, etwa jedes zweite Schulkind hat irgendwann eine. Sie sind harmlos und meist eher lästig als schmerzhaft, und in vielen Fällen verschwinden sie sogar von ganz allein wieder.
Trotzdem stellt sich die Frage: behandeln oder abwarten? Hier liest du, wie Warzen entstehen, wie sie übertragen werden, welche Behandlungen wirklich helfen und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.
Kurz gesagt
Warzen werden durch Viren ausgelöst und über Hautkontakt sowie barfuß über feuchte Böden in Schwimmbädern übertragen. Bei Kindern sind sie sehr häufig und in aller Regel harmlos. Viele verschwinden von selbst, deshalb ist Abwarten oft eine gute Option. Wirksame Behandlungen sind Salicylsäure-Tinkturen und das Vereisen. Zum Arzt solltest du bei Schmerzen, schneller Ausbreitung, Warzen im Gesicht oder wenn unklar ist, ob es überhaupt eine Warze ist.
Wie entstehen Warzen, und wie steckt man sich an?
Warzen werden durch humane Papillomviren (HPV) verursacht, von denen es viele Typen gibt. Eine bei Kindern häufige, warzenähnliche Form sind die Dellwarzen, auch Schwimmbadwarzen genannt. Sie werden allerdings nicht von HPV ausgelöst, sondern vom Molluscum-contagiosum-Virus. Die Ansteckung erfolgt über direkten Hautkontakt sowie indirekt über Hautschüppchen, etwa beim Barfußlaufen in Schwimmbädern, Umkleiden oder Turnhallen. Kratzt ein Kind an einer Warze, kann es die Viren auf andere Körperstellen verteilen. Von der Ansteckung bis zur sichtbaren Warze können Wochen bis Monate vergehen.
| Form | Typisch dafür |
|---|---|
| Gewöhnliche Warzen | Raue, hautfarbene Knötchen, oft an Händen und Fußsohlen (dort als drückende Dornwarzen). |
| Dellwarzen | Kleine, glatte, hautfarbene Knötchen mit einer Delle in der Mitte, häufig bei Kindern, hohe Selbstheilungsrate. |

Behandeln oder abwarten?
Eine gute Nachricht vorweg: Viele Warzen verschwinden von selbst, weil das Immunsystem sie mit der Zeit überwindet. Studien zeigen, dass rund die Hälfte der Warzen nach einem Jahr und etwa zwei Drittel nach zwei Jahren von allein weg sind. Deshalb ist Abwarten bei harmlosen, nicht störenden Warzen eine völlig legitime Wahl.
Wenn behandelt werden soll, gibt es zwei gut untersuchte Methoden, die etwa gleich wirksam sind:
- Salicylsäure-Tinkturen
Über mehrere Wochen mehrmals täglich auf die Warze auftragen. Die Hornschicht wird nach und nach abgetragen. Aus der Apotheke, geduldige Anwendung nötig. - Vereisung (Kryotherapie)
Die Warze wird vereist, meist in der Praxis. Bei Handwarzen gut wirksam, bei Fußsohlenwarzen weniger. - Geduld einplanen
Beide Methoden brauchen Zeit und manchmal mehrere Anwendungen. Aggressive Eigenbehandlungen vermeiden. - Was nicht hilft
Für Hausmittel wie Besprechen oder homöopathische Mittel gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis.

Wann zum Arzt, und wie beuge ich vor?
Zum Arzt solltest du, wenn die Warze schmerzt, sich rasch ausbreitet, im Gesicht oder im Genitalbereich auftritt, oder wenn du dir nicht sicher bist, ob es überhaupt eine Warze ist. Auch bei hohem Leidensdruck lohnt sich die Beratung über die beste Behandlung. Bei Kindern mit geschwächtem Immunsystem sollten Warzen immer ärztlich beurteilt werden, weil sie sich stärker ausbreiten und hartnäckiger heilen.
Vorbeugen lässt sich vor allem im Schwimmbad: Badeschuhe tragen, die Füße danach gut abtrocknen, eigene Handtücher benutzen und vorhandene Warzen beim Schwimmen mit einem wasserfesten Pflaster oder Schutzsocken abdecken, damit sich andere nicht anstecken.
Bei anderen Hautthemen hilft auch unser Beitrag zu Ausschlag bei Kindern. Eine Übersicht findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zu Warzen bei Kindern
Nein, Warzen sind in aller Regel harmlos und eher lästig als gefährlich. Sie werden durch Viren ausgelöst, sind aber gut beherrschbar und verschwinden oft sogar von selbst.
Nicht unbedingt. Viele Warzen verschwinden von allein, rund die Hälfte nach einem Jahr. Bei harmlosen, nicht störenden Warzen ist Abwarten eine gute Option. Behandeln kann man mit Salicylsäure-Tinkturen oder Vereisung.
Über direkten Hautkontakt und indirekt über Hautschüppchen, etwa barfuß in Schwimmbädern, Umkleiden oder Turnhallen. Durch Kratzen können sich die Viren auf andere Körperstellen verteilen.
Gut untersucht und etwa gleich wirksam sind Salicylsäure-Tinkturen zum Auftragen über mehrere Wochen und das Vereisen in der Praxis. Beide brauchen Geduld. Für Besprechen oder Homöopathie gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis.
Bei Schmerzen, schneller Ausbreitung, Warzen im Gesicht oder Genitalbereich, hohem Leidensdruck oder wenn unklar ist, ob es überhaupt eine Warze ist.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei unklaren oder störenden Hautveränderungen wende dich an die Praxis.
Quellen: IQWiG / gesundheitsinformation.de: Wie können Warzen behandelt werden? · kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Badewetter, Hochsaison für Warzen
Nadine R.
Unsere Tochter hatte eine Dornwarze am Fuß und wir haben tatsächlich erst mal abgewartet, nach Monaten war sie von allein weg. Geduld zahlt sich manchmal aus.