Kinder lieben es, draußen zu sein, und das ist auch gut so. Doch ihre Haut ist viel empfindlicher als die von Erwachsenen, und gerade bei den Kleinsten zählt jeder vermiedene Sonnenbrand. Denn Sonnenschäden in der Kindheit erhöhen das Hautkrebsrisiko im späteren Leben. Die Haut vergisst nichts.
Hier liest du, warum Kinderhaut so schutzbedürftig ist, was für Babys gilt, wie die richtige Schutz-Reihenfolge aussieht und wie du Sonnencreme richtig anwendest.
Kurz gesagt
Kinderhaut ist dünn und hat wenig Eigenschutz, deshalb braucht sie konsequenten Sonnenschutz. Babys im ersten Lebensjahr gehören gar nicht in die direkte Sonne, hier sind Schatten und Kleidung erste Wahl, keine Creme. Für alle gilt die Reihenfolge: die Mittagssonne meiden, mit Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Schatten schützen und erst dann unbedeckte Stellen mit Sonnencreme eincremen. Für Kinder eignet sich ein hoher Lichtschutzfaktor (50 oder 50+). Wichtig: Nachcremen erhält den Schutz, verlängert ihn aber nicht.
Warum Kinderhaut besonders empfindlich ist
Die Haut von Kindern ist noch dünn und kann sich nicht so gut selbst schützen wie die von Erwachsenen, denn sie bildet noch wenig vom körpereigenen Farbstoff Melanin, der die Haut vor UV-Strahlung abschirmt. Dadurch reagiert sie empfindlicher und bekommt schneller einen Sonnenbrand. UV-Schäden summieren sich über das ganze Leben, und Hautärzte sehen einen klaren Zusammenhang zwischen Sonnenbränden in der Kindheit und Hautkrebs im Erwachsenenalter. Guter Sonnenschutz von klein auf ist deshalb eine echte Vorsorge.

Was gilt für Babys?
Für Säuglinge gilt eine strenge Regel: Im ersten Lebensjahr sollten Babys nicht direkt der Sonne ausgesetzt werden. Statt Sonnencreme zu verwenden, bietest du deinem Baby einen schattigen Platz und ziehst es passend an. Auf Sonnenschutzmittel sollte möglichst verzichtet werden, da sie die empfindliche Babyhaut belasten können. Schatten und Kleidung sind in diesem Alter die beste Wahl.
Die richtige Reihenfolge beim Sonnenschutz
Sonnencreme ist nur ein Baustein, und nicht der erste. Augenärzte und Strahlenschützer empfehlen diese Reihenfolge:
| Schritt | Schutz |
|---|---|
| 1. Sonne meiden | Die starke Mittagssonne meiden, etwa zwischen 11 und 15 Uhr. Der UV-Index hilft einzuschätzen: ab Stufe 3 ist Schutz nötig. |
| 2. Kleidung und Schatten | Körperbedeckende, leichte Kleidung, ein Hut mit Nackenschutz und der Aufenthalt im Schatten schützen am besten. |
| 3. Augenschutz | Eine Sonnenbrille mit hundertprozentigem UV-Schutz (Kennzeichnung UV 400) schützt die empfindlichen Kinderaugen. |
| 4. Sonnencreme | Erst zum Schluss die unbedeckten Hautstellen mit Sonnencreme eincremen. |

Sonnencreme richtig anwenden
Bei der Creme ist der Lichtschutzfaktor wichtig, aber ebenso die korrekte Anwendung:
- Hoher Lichtschutzfaktor
Für Kinderhaut eignet sich ein hoher bis sehr hoher Lichtschutzfaktor von 50 oder 50+. Achte zusätzlich auf einen UVA- und UVB-Schutz. - Großzügig auftragen
Die meisten cremen zu sparsam. Lieber zu viel als zu wenig nehmen und keine Stelle vergessen, auch Ohren, Nacken, Fußrücken und Lippen. - Rechtzeitig eincremen
Etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Rausgehen auftragen, damit der Schutz aufgebaut ist, bevor das Kind in die Sonne kommt. - Nachcremen erhält, verlängert nicht
Nach dem Baden, Schwitzen und Abtrocknen erneut eincremen. Wichtig: Nachcremen hält die Schutzwirkung aufrecht, es verlängert die maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne aber nicht.
Und nicht vergessen: An heißen Tagen brauchen Kinder viel zu trinken und einen kühlen Kopf, damit es gar nicht erst zu Sonnenstich oder Hitzschlag kommt.
Ist die Haut doch einmal verbrannt, hilft dir der Beitrag Sonnenbrand bei Kindern weiter. Weitere Themen gibt es unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zum Sonnenschutz für Kinder
Im ersten Lebensjahr sollten Babys gar nicht in die direkte Sonne und möglichst keine Sonnencreme bekommen, hier zählen Schatten und Kleidung. Ab dem Kleinkindalter gehört Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf alle unbedeckten Stellen.
Für Kinderhaut eignet sich ein hoher bis sehr hoher Lichtschutzfaktor von 50 oder 50+ mit UVA- und UVB-Schutz. Wichtiger als die letzte Zahl ist, die Creme großzügig und rechtzeitig aufzutragen.
Nein. Nachcremen erhält die Schutzwirkung, etwa nach dem Baden oder Schwitzen, es verlängert aber nicht die maximale Zeit, die das Kind insgesamt in der Sonne verbringen darf.
In dieser Reihenfolge: die Mittagssonne zwischen etwa 11 und 15 Uhr meiden, mit Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Schatten schützen und erst dann die unbedeckten Stellen eincremen. Der UV-Index hilft einzuschätzen, ab Stufe 3 ist Schutz nötig.
Bei Kleidung auf einen UV-Schutzfaktor von mindestens 30 und den UV-Standard 801 achten, bei der Sonnenbrille auf hundertprozentigen UV-Schutz mit der Kennzeichnung UV 400.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Sonnenschutz-Tipps · Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Sonnencreme richtig anwenden · BZgA / kindergesundheit-info.de: Kinderhaut schützen
Sandra
Wir cremen mittlerweile schon vor dem Anziehen ein, sonst werden die unbedeckten Stellen immer vergessen. Die empfindlichen Ohren und der Nacken sind bei uns die Sonnenbrand-Klassiker.