Die heute oft beliebteste Variante einer Familie sind: Mutter, Vater und zwei Kinder. Viele Eltern wünschen sich nach der Geburt des ersten Kindes ein weiteres Kind. Sei es rein aus dem Wunsch heraus, dem vorhandenen Kind einen Spielgefährten, engen Verbundenen und im besten Fall Freund zu schenken, aus dem eigenen Wunsch ein weiteres Kind zu bekommen oder einer Kombination daraus. Die Gründe können verschieden sein, die Bedeutung für das erste Kind jedoch ist meist die selbe: Ein neuer Mensch, ein Geschwisterchen, bringt allerhand Veränderungen mit sich.
Wie und wann erzähle ich meinem Kind vom Geschwisterchen?
- Der richtige Zeitpunkt der Schwangerschaft
Den richtigen Zeitpunkt für diese freudige Mitteilung zu finden ist gar nicht so einfach. Je nach Alter des Kindes kann der perfekte Moment stark variieren.- Bei kleinen Kindern gilt es zu berücksichtigen, dass sie noch kein Verständnis dafür haben was während einer Schwangerschaft geschieht, noch können sie sich einen Zeitraum von mehreren Monaten vorstellen. Deshalb sollte man kleinen Kindern erst spät in der Schwangerschaft erklären, dass ein Geschwisterchen unterwegs ist. Vielleicht fragt das Kind, warum der Bauch so gewachsen ist und man kann diesen Moment nutzen um von der Schwangerschaft zu berichten.
- Größere Kinder hingegen merken häufig sehr bald, dass etwas anders ist. Sie im Ungewissen zu lassen ist deshalb der falsche Weg. Fragen werden sehr viel früher gestellt werden, weshalb man dem Kind ruhig bereits nach der kritischen Zeit (nach der 12. SSW) vom baldigen Geschwisterchen erzählen kann
- Der richtige Moment
Um seinem Kind diese Nachricht zu überbringen, sollte man einen ruhigen, fröhlichen Moment wählen, in dem das Kind nicht von anderen Einflüssen wie Fernsehen, andere Kinder oder ein besonders spannendes Spielzeug abgelenkt werden. Außerdem sollte niemand unter Zeitdruck stehen um aufkommende Fragen auch in Ruhe zu klären. - Nicht zu viel erwarten
Anders als für die werdenden Eltern ist die Nachricht über eine erneute Schwangerschaft nicht unbedingt ein absoluter Glücksmoment. Viele Kinder reagieren darauf auch mit Unsicherheit oder Ablehnung, haben sie doch noch keinerlei Vorstellung darüber, welche Veränderungen ein Geschwisterchen mit sich bringt. Auch nach der Geburt wird es diese nur sehr langsam verstehen, manche reagieren mit Neid auf das neue Geschwisterchen. - Einzelheiten
Genug Einzelheiten um zu verstehen was vor sich geht, und dennoch wo wenige wie nötig. Einige Details wie die des Geburtsverlaufes beispielsweise sollte man einem Kind vorenthalten.

Wie bereite ich mein Kind auf das Geschwisterchen vor?
Genieße die Zeit bis zur Geburt des zweiten Kindes bewusst, da die Momente zu dritt seltener werden. Kinder möchten zur Familie gehören, daher ist es schön, sie schon in die Schwangerschaft einzubeziehen. Wenn du sie bei der Raumgestaltung des Kinderzimmers oder beim Einkaufen mitmachst, zeigst du ihnen ihre Bedeutung jetzt und in der Zukunft. Alte Kinderfotos helfen deinem Kind zu verstehen, dass es auch einmal klein war und wie das Geschwisterchen aussehen könnte. Vielleicht kannst du dein Kind zu einem Vorsorgetermin mitnehmen? Es kann sehen, was in Mamas Bauch passiert, auch wenn es surreal wirkt. Es kann schon jetzt eine Verbindung aufbauen, den Bauch streicheln oder mit ihm sprechen, aber zwinge es nicht. Auch negative Gefühle sollten erlaubt sein. Verunsicherung ist normal. Häufige Gespräche geben Sicherheit. Sag dem Kind nicht, dass ein neuer Freund kommt, denn bis das Geschwisterchen zum Spielen bereit ist, dauert es noch, und Enttäuschung wäre vorprogrammiert.
Viele Geburtsvorbereitungkurse speziell für Zweitgebärende bieten auch einen Tag für die Kinder an, an dem sie erfahren, was mit der Geburt eines Geschwisterchens passiert. Sie lernen anhand von Puppen zu wickeln, zu waschen oder das Baby anzuziehen. So sehen sie, wie sie ihren Eltern bei der täglichen Pflege zukünftig helfen können .
Ganz egal, wie das erste Kind auf die erneute Schwangerschaft reagiert: Man muss ihm Zeit lassen, sich mit dem Gedanken anzufreunden. Ablehnung folgt meist auf Unsicherheit. Deshalb sollte die Schwangerschaft und alle aufkommenden Fragen häufig thematisiert werden.
Melanie_W
Wir haben das mit dem Babybauch-Buch genauso gemacht und unsere Große durfte das Babyzimmer mitstreichen. Sie war so stolz, als das Kleine dann da war. Trotzdem gab es die ersten Wochen Eifersucht, das gehört wohl einfach dazu.