Erst ein kleines Bläschen oder eine gerötete Stelle, meist um Mund und Nase, dann platzt es auf und es bilden sich honiggelbe, krustige Beläge. Was aussieht wie eine verschmierte Stelle vom Essen, ist oft Borkenflechte, eine häufige und sehr ansteckende bakterielle Hautinfektion bei Kindern. Sie sieht unangenehm aus, ist mit der richtigen Behandlung aber gut beherrschbar.
Weil sich Borkenflechte rasch ausbreitet und leicht andere ansteckt, ist schnelles und konsequentes Handeln gefragt. Hier liest du, woran du sie erkennst, wie behandelt wird, welche Hygiene jetzt zählt und wann dein Kind wieder in die Kita darf.
Kurz gesagt
Borkenflechte ist eine ansteckende bakterielle Hautinfektion mit typischen honiggelben Krusten, meist um Mund und Nase. Sie wird durch Schmierinfektion übertragen und durch Kratzen verteilt. Behandelt wird mit antibiotischen Salben oder, bei stärkerem Befall, mit einem Antibiotikum zum Einnehmen. Gründliche Hygiene ist entscheidend. In die Kita darf dein Kind erst wieder, wenn keine Ansteckung mehr droht.
Woran erkenne ich Borkenflechte?
Borkenflechte beginnt oft an Stellen, an denen die Haut leicht gereizt ist, vor allem im Gesicht um Mund und Nase, aber auch an Armen oder am Po. Typisch ist dieser Verlauf:
| Zeichen | So zeigt es sich |
|---|---|
| Beginn | Gerötete Haut, dann kleine, dünnwandige Bläschen mit trübem oder eitrigem Inhalt. |
| Krusten | Die Bläschen platzen schnell, trocknen ein und bilden die typischen honiggelben, festen Krusten. |
| Verteilung | Vor allem um Mund und Nase, durch Kratzen breiten sich die Stellen rasch aus. |
| Beschwerden | Meist juckt es, das Allgemeinbefinden ist oft kaum beeinträchtigt. |

Wie ansteckend ist Borkenflechte, und wie bremse ich sie?
Borkenflechte ist sehr ansteckend. Die Bakterien werden durch direkten Hautkontakt sowie über Handtücher, Bettwäsche, Kämme, Spielzeug und Kleidung weitergegeben. Kratzt dein Kind an den Krusten, verteilt es die Erreger über den Körper und an andere. Mit konsequenter Hygiene bremst du die Ausbreitung deutlich:
- Hände waschen, Nägel kürzen
Häufiges Händewaschen und kurze Fingernägel verhindern, dass dein Kind die Erreger verteilt. - Nicht kratzen lassen
Halte dein Kind sanft vom Kratzen ab und decke die Stellen bei Bedarf nach ärztlicher Empfehlung ab. - Handtücher und Co. trennen
Eigenes Handtuch, eigener Waschlappen und Kamm. Diese Dinge nicht mit anderen teilen und häufig wechseln. - Wäsche heiß waschen
Handtücher, Bettwäsche und Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen, nicht gemeinsam mit anderen baden.
Wie wird Borkenflechte behandelt?
Ausgelöst wird Borkenflechte von Bakterien, meist Staphylococcus aureus oder Streptococcus pyogenes. Sie gehört immer ärztlich abgeklärt, denn sie wird mit Antibiotika behandelt. Bei leichten, örtlich begrenzten Formen reicht oft eine antibiotische Salbe, etwa mit Fusidinsäure oder Mupirocin, oder ein antiseptisches Mittel. Sind größere Bereiche betroffen oder breitet sich die Infektion aus, ist häufig ein Antibiotikum zum Einnehmen nötig. Wichtig ist, die verordnete Behandlung vollständig durchzuführen, auch wenn die Krusten schon abheilen. Aufgeweichte Krusten lassen sich nach ärztlicher Anweisung vorsichtig entfernen.
Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule?
Weil Borkenflechte so ansteckend ist, darf dein Kind eine Gemeinschaftseinrichtung erst wieder besuchen, wenn keine Weiterverbreitung mehr zu befürchten ist. Unter einer wirksamen Antibiotikabehandlung und wenn keine Krankheitszeichen mehr bestehen, ist die Rückkehr in der Regel schon etwa 24 bis 48 Stunden nach Behandlungsbeginn möglich. Ohne antibiotische Behandlung erst, wenn die betroffenen Hautstellen abgeheilt sind. Informiere die Einrichtung und kläre mit der Praxis, ab wann dein Kind wieder hin darf.
Bei anderen Hautthemen hilft auch unser Beitrag zu Ausschlag bei Kindern. Eine Übersicht findest du unter Kinderkrankheiten.
Häufige Fragen zur Borkenflechte
An kleinen Bläschen, die rasch aufplatzen und die typischen honiggelben, festen Krusten bilden, meist um Mund und Nase. Durch Kratzen breiten sich die Stellen aus. Sicher feststellen lässt sich Borkenflechte ärztlich.
Ja, sehr. Die Bakterien werden durch direkten Hautkontakt und über Gegenstände wie Handtücher, Kämme oder Spielzeug übertragen. Gute Hygiene und das Vermeiden von Kratzen bremsen die Ausbreitung.
Mit Antibiotika: bei leichten Formen örtlich als Salbe oder Antiseptikum, bei stärkerem Befall als Antibiotikum zum Einnehmen. Die Behandlung gehört in ärztliche Hand und sollte vollständig durchgeführt werden.
Erst wenn keine Ansteckung mehr droht. Unter wirksamer Antibiotikabehandlung und ohne Krankheitszeichen ist die Rückkehr meist rasch möglich, ohne Antibiotika erst nach Abheilen der Hautstellen. Die Einrichtung sollte informiert werden.
Auf gründliche Hygiene achten: häufig Hände waschen, Fingernägel kurz halten, Kratzen vermeiden, eigenes Handtuch und eigenen Kamm verwenden und Wäsche bei mindestens 60 Grad waschen.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Borkenflechte sollte immer ärztlich abgeklärt und behandelt werden.
Quellen: kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Borkenflechte (Impetigo contagiosa) · Robert Koch-Institut: Empfehlungen für die Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen
Melanie
Diese honiggelben Krusten um Mund und Nase hatten wir letztes Jahr. Sah echt unappetitlich aus. Mit der antibiotischen Salbe war es zum Glück schnell besser.